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S. 171.
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In Fig. 273. habe ich eine neue Sorte von Ziegeln gewiesen, welche im Werck einen sehr Fig. 273.guten Wohlstand beståttigen, insonderheit wo das Ziegel- Werck aus blau und rothen Ziegelnebenfalls verwechselt wird, und ihr sehet/ daß der Form zu solchen Ziegeln 7 nach dem Umfangvon L. nach M. biß N. leicht zu verfertigen, und unten nur bey N. darff eine kleine Barge aufArt der ordentlichen Ziegel beygefüget werden, wie ihr aus dem Profil LMN. dieser Ziegel ab.
nehmen könnet. Fig. 274. habt ihr noch eine andere Gattung neuer flacher Ziegel zu übersee Fig. 274.hen, welche sich von allerhand Etoff, wie auch als Schindel zu bereiten, und wie ben ABCDE.
276.
fimpliciter aufhängen laffen. Ja in Fig. 275. kommt noch eine andere Variation zu Schulden, Fig. 275.die nicht minder ihre Liebhaber finden wird. Betrachtet ihr aber Fig. 276/ so habe ich euchdaselbst ein Muster gegeben, wie man gar greffe Ziegel nach Anzeig dieser Figur AB. und D.verfertigen, und dergestalt zusamm segen fan, daß bey C. fich allezeit ordentlich die Figur einesCreuges, bey B. aber die Figur eines achreckigten Sterns præfentiren muß. Noch ein anderesMuster von dergleichen flachen Ziegeln kommt eudy in Fig. 277. u guten, massen ihr daselbst Fig. 277.nur die untersten Ziegel, wie bey D. gewiesen, gestalten, die übrigen aber bey ABC, von eisnerley Sorte machen dörfft, so werden euch, wie ben EEE. zu sehen, in der Übereinanderlesgung dieser Ziegeln eitel Creusförmige Figuren erscheinen, und zu verschiedener groffer HerrenGebäude zu bedecken, bequem fallen. Und damit auch die allerältiften flachen Siegel, so keineabgestoffene Spigen haben, können genuget werden, so möget ihr selbige nach Anzeig Fig. 278...anwenden, und sie, wie bey A. und C. gezeigt, zwischen andere neuere Ziegel, welche hier mit demBuchstaben B. und D. bemercket, versehen, so wird euch diese in Fig, 278. enthaltene angeneh Fig. 278.me Figurirung in allerhand Fällen zur Variation der Bedeckung dienlich seyn. Ja wo ihr
Fig. 279. ebenfalls betrachtet, und darnach Ziegel verfertigen lasset, so werdet ihr ein solches Fig. 279.Dach damit ausdrucken, welches scheinet, als ob es mit lauter eichenen Laub- Blättern bedecketware. Ich lasse es dahero mit der Variation der Ziegel bewenden, ob ich schon ben etlich und80. Sorten zu zeigen hätte, biß zu einer andern Gelegenheit, allwo man die völligen Gebäudezugleich vorstellig machen wird, und weilen insonderheit diese materie der Ziegel, wo man selabige nicht von Holk zu machen gedencket, nicht nach allen Umständen zu der ZimmermannssKunst ju referiren, sondern bequemer in der eclectischen Civil- Bau- Kunst, oder in einem andernWerck das abgångige anzubringen, besser schicken wird. Ich wende mich dahero wiederumzu unseren angefangenen Dach- Wercken, und weilen in dem ersten Theil meiner ZimmermannssKunst noch vieles von allerhand Dächern zu erörtern unterblieben, so werde ich in dem gegenswärtigen das nöthigste davon einfliessen lassen. Ja weilen von den irregulairen Dächern meisnis Wiffens gar in feinem architectonischen noch anderm mathematischen Buch schrifftlich istetwas gedacht worden, wie man sich mit denen Franzöfifchen gebrochenen Dächern zu verhalten habe und in welche Fläche des Daches die Irregularité zu verstecken, am bequemsten seye, maßfen Marot in seinem grossen Werck war ein und andere Grund Risse von irregulairen Häusernangedeutet, von dem Dach Werck aber und dessen Conftruction nichts- hinzu gethan, so etwasvon der Würcklichkeit der Ausführung hätte ins Licht feßen können: Da mir aber erst vor zentJahren aufgegeben wurde, zwischen zwey nach Gothischer teutscher Art, alte Häuser ein Angesbaud nach einem flumpffen Winckel um einem viereckigten Hof aufzuführen, und das Haus zusgleich nach den Absichten des Bau- Herrns mit einem gebrochenen Französischen Dach versehensollte, so habe ich euch solches, wie es zur Würcklichkeit gekommen, hier in Tab. 24. unter Fig. Tab. 24280. perfpectivisch vorgestellt, und den Cafum damit ausgedrucket, wie dieses Dach an die ver- Fig. 280.tical- ftehende Giebel Mauer des einen Neben Hauses bey A. und B, und an das steile Dach
des andern Neben Hauses bey D. anlauffen muste.
6. 172.
Indeme aber bey Aufführung dieses Daches, der dabey gebrauchte Zimmermann wegen deszu Schulden kommenden Irregularité dieses neuen Hauses selbsten nicht sorgfältig genug verfahsren, und in Abbindung seiner Gesperre einerley Weise behalten, in der Hoffnung damit zu rechtzu kommen, nachdem er aber den Dach- Stul aufgeschlagen, und mir zu Augen gekommen, hasbe ich ihm seinen begangenen Fehler, den er in seinem selbst gemachten Riß, wornach er dasWerck accordirt, nicht verstanden, klar gewiesen, und gezeiget, wo er gefehlet, und wie er sich,so er mich deßhalb befraget, hätte rathen, und sein Werck correcter ausführen können, welchesihm so denn nach der Hand zu verändern und recht zu machen, weit schwehrer angekommen ist;Denn da er das oberste flache Dach aufgeschlagen, und die Dach Sparren von einerley Lansge von dem gleichen Mittel genommen, hat sich die von ihm zu verstecken benöthigte Irregularitätdeutlich ins Licht gesetzt, und der Forst des Ober: Daches ist nicht, wie es seyn sollte, nach Ansseig Fig. 280. nach der Linie CA. horizontal zum Vorschein gekommen, sondern die Fläche seines Fig. 280.Ober Daches hat sich nach Anzeig der Linie CB. etwas schreg abwarts gefeneket, ja sich gleich.fans