134 Vaniglia. — Vanille.
Alkali und Schwefel. Die trockenen Alkalimetall-Sulfovanadate sindbraun, sie lösen sich in Wasser mit rothbrauner Farbe; die wässerig eLösung des Kalinmsulfovanadats wird durch Weingeist mit schar'lachrother Farbe gelallt; beim Abwaschen mit Weingeist wird der Nie'derschlag braun.
Das Barium - Calcium - und Strontiumsulfo vanadat lassen sichals krystallinische Pulver erhalten, die schwieriger in Wasser löslich sind-Mit allen übrigen Metallsulfureten bildet das Vanadpersulfid un*lösliche Verbindungen, die durch Fällen der Lösungen von Alkali'metallsulfovanadat erhalten werden können. Fe.
Vaniglia, syn. Vanille.
Vanille, Vaniglia, Poanille, ist die Frucht einer ZUden Orchideen gehörenden Schlingpflanze Vanilla planifolia (An'drew). Sie findet sich wild in Mexico, in Brasilien und Guayana;sie wird auf Jamaica, Trinidad, Mauritius, auf der Insel Reunion, aufCeylon und Java u. a. a. O. cnltivirt. Sie bildet eine 5 bis 8 Zolllange, 1 bis 2 Linien breite fast stielrnnde längsrunzliche an beide 0Enden etwas verschmälerte Kapsel von mehr oder weniger dunkel'brauner Farbe, lederartiger Consistenz und sehr angenehmem ai’O'matisehen Geruch und Geschmack. Innerhalb befinden sich in einetschwärzlichen pulpösen Masse unzählige kleine glänzende Samen. Dl®Aussenfläche ist öfters mit feinen weissen glänzenden Krystallen vo°Vanillin (s. d. Art.) bedeckt, die man früher für Benzoesäure, Zimint'säure oder Coumarin hielt. Das Vanillin ist der wichtigste Bestand'theil der Schoten.
Nach einer älteren Untersuchung von Bucholz enthält die V»'nille ausserdem fettes unangenehm riechendes Oel, Weichharz, extrad'artige Substanzen, Zucker, Gummi, Stärke etc.
Die Vanille dient bekanntlich als Gewürz an Speisen, Chocolad®'Theo u. s. w., in Pulverform zuweilen als Arzneimittel. Eine wein'geistige Tinctur ist officinell.
Die Vanille wird zuweilen verfälscht, indem man mit Weingelbausgezogene und dadurch last geruch- und geschmacklos geworden®
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Kapseln mit richtig beschaffenen mengt.
In Mexico unterscheidet man vier Sorten der Vanille: la fine,zacate , la rezacate , la vazues. An Güte kommt am nächsten die Van>d evon Reunion. Die wilde Vanille von Guajana stammt von VaniMfPompona; die Schote ist breit glatt und holzig. Im Handel wird 3 ' ePanponue genannt. Eine kleinere Panponnesorte ist die Vanille d erAntillen, namentlich Guadalupes, wo etwa 2000 Pfund solcher Vanill 6gewonnen werden, die aber nur in der Parfümerie ihre Verwende 1 ^findet. Auf Haiti wächst eine Vanilleschote die. man unter dem Nah 1 ® 11Simarone in Handel bringt, sie ist röthlich. spröde und wenig aroflWtisch; neuerdings erscheint auf den Märkten auch die tahitische Scho tevon rötldichbrauner Farbe, nicht so lang als die inexicanische, af^fleischiger, weniger trocken, biegsamer und von einem köstlichen & e cruch, leider soll man bis jetzt sie schwer aufbewahren können;meiste davon geht übrigens nach Chili und Californien. Die Erz ßl ’gung an Vanille übersteigt den Verbrauch, so dass ihr ehemal ig eWerth von 70 Thlr. auf 5 Thlr. das Pfund gefallen ist, und in F°l«dessen die künstliche Cultur nicht mehr die Kosten lohnt.