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Neunter Band.
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Verbindungen, chemische.

Wir verweisen bezüglich der Bildung chemischer Verbindung 6 ®und der Zersetzung derselben auf den Artikel Verwandtschaft undbesprechen hier nur, was die Unterscheidung gewisser Arten chemisch 61,Verbindungen betrifft.

Man unterscheidet unter den chemischen Verbindungen <h enach festen oder bestimmten Verhältnissen von denen nachveränderlichen Verhältnissen. Der wesentliche Unterschied fh®beide Arten von Verbindungen liegt in dem Aufhören oder der Fort-dauer der Gleichartigkeit bei kleiner stetig wachsender Abänderungder Zusammensetzung. Bei Verbindungen nach festen Verhältnissen h» 1eine kleine Abänderung im Zusammensetzungsverhältniss zur Folg 6 ’dass sofort ungleichartige Substanzen resultiren. Bei den VerbinduU'gen nach veränderlichen Verhältnissen kann hingegen eine kleine Ver-änderung in der Zusammensetzung stattfinden, ohne dass damit di 6Gleichartigkeit des Ganzen aufgehoben wird. Quecksilberchlorür undQuecksilberchlorid sind Verbindungen nach festen oder bestimmten Ver'hältnissen, weil man diesen Körpern nicht geringe Mengen Quecksilb 6roder Chlor zufügen oder wegnehmen kann, ohne dass das, was resultiftoder übrig bleibt, ein Gemenge ungleichartiger Substanzen wär 6,Chlorwasser ist eine Verbindung nach veränderlichen Verhältnisse®'weil man von ihm Chlor abdunsten lassen oder ihm (so lange es nochnicht gesättigt ist) Chlor noch zufügen kann, ohne dass die Gleichartig-keit des Uebrigbleibenden oder Resultirenden damit aufgehoben wär 6.

Zu Verbindungen nach festen oder bestimmten Verhältnissen vereinigen sich also die Bestandteile nur nach einem oder, wenn nachmehreren, nach einigen ganz bestimmten sprungweise sich ändernd 6 ®Verhältnissen, nämlich im Verhältnis ihrer Atomgewichte oder ei®'facher Multipla derselben; zu Verbindungen nach veränderlichen Ve r "hältnissen treten sie aber nach wechselnden und zwar stetiger Ab-änderung fähigen Verhältnissen zusammen. Man hat die ersteren Ver-bindungen manchmal als eigentliche chemische Verbindun-gen bezeichnet und angenommen, dass nur sie durch die Wirkungder chemischen Verwandtschaftskraft gebildet werden, während ma®die Verbindungen nach veränderlichen Verhältnissen als durch ander®Kräfte hervorgebracht ansah, und ihnen die Benennung Verbindung 6 ®bestreitend sie als Mischungen benannte, wo man dann als specieft®Fälle namentlich Lösungen (flüssige Mischungen durch Vereinigungfester oder gasförmiger Körper mit flüssigen entstanden) und Ab-sorptionen (flüssige Mischungen durch Vereinigung gasförmig® rKörper mit flüssigen entstanden) unterschied. Es ist dies indessen nicb*wohl durchzuführen und es wird jetzt im Allgemeinen angenommen, da®®die sogenannten eigentlichen chemischen Verbindungen wie die Mischun-gen durch eine und dieselbe Kraft, die chemische Verwandtschaft 5 "kraft, gebildet werden und insofern als chemische Verbindungen zusamro 6 ®gefasst werden können. — Zu den chemischen Verbindungen auch J ®dem weiteren Sinne des Wortes rechnet man aber jetzt nicht mehr (' v ® sman sonst wiederholt versuchte) die Gasgemische. Wenn die letztet 6 ®auch selbst dem bewaffneten Auge nichts Ungleichartiges (keine Gemeog^theile) zu erkennen geben, zeigen sie sich doch schon durch Hülfsmft tezerlegbar, welche auf der Ungleichheit der den Bestandteilen im fre' 6l |Zustande zukommenden physikalischen Eigenschaften beruhen, z. B- ®®der Ungleichheit der (den specifischen Gewichten umgekehrt propo^ 10

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