176 Verdauung.
nicht gelungen. Ein Versuch dazu wurde neuerdings von Brücke g e 'macht. Brücke beobachtete nämlich, dass das durch Digestionverdünnter dreibasischer Phosphorsäure bereitete Extract der Mage 11 'Schleimhaut' des Schweines mit Kalkwasser nahezu neutralisirt eine 0Niederschlag gab, der ausser phosphorsaurem Kalk beinahe alles Pep"sin enthielt. Diesen Niederschlag löste Brücke in Salzsäure, fällt®abermals mit Kalkwasser, löste wieder in Salzsäure und schüttelte di esalzsaure Lösung mit einer alkoholisch-ätherischen Cholesterinlösung idas sich abscheidende Cholesterin hielt nun das Pepsin gebunden; eBwurde gesammelt, und um es vom Pepsin zu trennen, mit Aether e%'trahirt. Die nun restirende neutrale klar filtrirende Lösung löste nidSalzsäure angesäuert eine Fibrinflocke in kurzer Zeit auf. In der Lö*sung dieses Pepsins (?) bewirkten concentrirte Salpetersäure, Jodtinetur,Gerbsäure keine Trübung, eben so wenig Quecksilberchlorid; deutlicheTrübung bewirkten Platinchlorid, neutrales und basisch - essigsauresBleioxyd. Diese Versuche leiden an grosser Unklarheit, sind nament"lieh vom chemischen Standpunkt geradezu unverständlich, und Iö3e0die gestellte Aufgabe eben so wenig wie die früheren.
Besseren Erlolg haben die Untersuchungen gehabt, welche man in denletzten Jahren über die Wirkung künstlicher Verdauungsflüssig'keiten auf verschiedene Nahrungstoffe, und über die Art der Verände'rung, welche dabei letztere erleiden, angestellt hat. Eberle hat be'kanntlich zuerst gezeigt, dass Auszüge der Labdrüsen des Magens oderdie Schleimhaut des Magens selbst mit sehr geringen Mengen freietSalzsäure versetzt, das Vermögen besitzen, auch ausserhalb des OrgS"nismus bei der Temperatur des Körpers verdauende Wirkungen auf Al'buminate, gekochtes und nicht gekochtes Eiweiss, Käsestoff, Fleischu. dergl. auszuüben. Seither wurden derartige künstliche Verdauung 3 'flüssigkeiten nach den verschiedensten Methoden dargestellt: durchAuflösen des Wasmann’schen, Frerichs’schen oder Schmidt’sche 11
Pepsins in Wasser und Hinzufügen geringer Mengen Salzsäure ode rMilchsäure; — Aufweichen des bei Luftwärme getrockneten Magen 3 ’nachdem er vorher in Stücke zerschnitten war, mit Wasser; — oderExtraction der frischen vorher gereinigten und in Stücke zerschnitte'nen labdrüsenhaltigen Magenschleimhaut; — Herausschneiden derjeni'gen Stellen der Magenschleimhaut, in welche die Labdrüsen eingebettetsind und Ausspülen mit Wasser, oder Extraction derselben mit Wa 3 'ser; oder endlich, indem man dieselben unter Wasser zwischen Lei 11 'wand ausknetete (Schwann, Brücke). Die auf die eine oder die a 11 'dere Weise erhaltenen Flüssigkeiten, welche das Verdauungsferment 1,1Lösung enthalten, müssen vorher mit Salzsänre oder Milchsäure ang e 'säuert werden, und stellen dann den künstlichen Labsaft dar. Ninia 1 *man Salzsäure, so genügt davon 0,1 bis 0,2 Proc., wenn dageg eI1Milchsäure statt Salzsäure angewendet wird, müssen den Versuche 11Meissner’s zufolge bei gleichem Pepsingehalt bedeutend grosse 1,6Mengen von Säure zugesetzt werden, um ein wirksames Präpa 1 ' 11 *zu erhalten 1 bis 2 Proc., und auch dann ist in diesem Falle die v et 'dauende Kraft immer schwächer als bei der Anwendung von SaJ 2 'säure. Phosphorsäure, Oxalsäure, Weinsäure, Bernsteinsäure, Es 31 ®säure, Salpetersäure und Schwefelsäure sind ganz oder nahezu u0wirksam, eben so saurer phosphorsaurer Kalk (Meissner), vC>l1
dem Blondlot behauptete, dass von ihm die saure Reaction
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