Vergolden. 197
reibt hiermit die zu vergoldende Stelle bis sie genügende Farbe zeigt,Wäscht sorgfältig ab und polirt mit Blutstein, den man mit Seifenwasserbefeuchtet.
4. Feuervergoldung 1 ). Sie besteht darin, dass man Gold-amalgam auf dem zu vergoldenden Gegenstand aufträgt und dann soWeit erhitzt, dass das Quecksilber verdampft. Eine gleichmässige Ver-keilung des Amalgams gelingt jedoch nur, wenn die Oberfläche desMetalls sich mit dein Quecksilber verbindet, sich amalgamirt. Hierbeimengen sich beide Amalgame, das auf der Oberfläche des zu vergol-denden Körpers gebildete und das aufzutragende Goldamalgam; esentsteht daher beim Verjagen des Quecksilbers eine Legirung desGoldes mit dem unterliegenden Metall; daher hat dies auch einen be-deutenden Einfluss auf die Farbe der zu erhaltenden Vergoldung. Siefällt auf Silber stets sehr blass aus, wird auf Kupfer sehr roth, amSchönsten auf Tomback oder Bronze, welche selbst goldähnliche Farbebesitzen. Wiederholt man das Aufträgen des Goldamalgams, so erhältman eine reinere Goldoberfläche. Das ausserordentlich feste Anhaftender Feuervergoldung rührt hauptsächlich von der Entstehung dev Le-girung her. Das Vorhandensein derselben besonders an der Oberflächedes vergoldeten Gegenstandes unter der oberen ziemlich reinen Gold-lage lässt sich deutlich nachweisen, wenn man bei nur einseitig ver-goldetem Blech das minder edle Metall durch sehr verdünnte SäureWegätzt, wo dann auf dem Goldhäutchen an der BerührungsflächePulverförmiges Gold haftet. Uebrigens ist das so zu erhaltende Gold-bäutchen, wenn nach dem Vergolden nicht polirt wurde, von unzähli-gen kleinen Löchern durchbohrt, welche beim Verdunsten des Queck-R ilbers geblieben sind, während sich das Gold körnig zusammenzieht.Deshalb vertragen auch sehr stark im Feuer vergoldete Gegenstände,Wenn sie nicht nach dem ersten Vergolden polirt, dann wieder vergol-det und wieder polirt wurden, ebensowenig eine lange anhaltende Ein-wirkung von Salpetersäure, wie galvanisch vergoldete, die man durchmehrfaches Poliren und erneute Ablagerungen ebenfalls mit einer un-durchdringlichen Goldschicht bedecken kann. In beiden Fällen dringtNamentlich beim Erwärmen die Salpetersäure allmälig durch die Po-ren, welche das verdampfende Quecksilber gelassen oder welche zwi-8 chen den sich ablagernden Goldkrystallen geblieben sind, und wirktä uf das unterliegende vergoldete Metall.
Die Feuervergoldung findet am häufigsten Anwendung auf Bronze,die aus Kupfer und Zink oder besser aus Kupfer Zink und etwas Zinnbesteht. Letztere Mischung (s. 2. Aufl. Bd. II, 2. S. 498) eignet sichWegen ihrer Dichtigkeit, gleichmässigem Korn, wenn sie nicht zu heissgegossen wird wegen ihrer Fähigkeit die Formen scharf auszufüllen*md ihrer leichten Bearbeitung mit Feile und Punzen am besten zuhaaren, welche vergoldet werden sollen. Die durch Ciseliren,drehen u. s. w. fertig geformten Gegenslände werden, um allen an-bängenden organischen Schmutz, Fett u. s. w. zu zerstören, vorsichtigSleichmässig zum schwachen Glühen erhitzt und an der Luft erkalten^■ssen. Dabei verbrennt ein Tlieil Zink aus der Oberfläche, dieselbe
1) D’Arcet, Mdmoire sur l’art de dorer le Bronze, Paris 1818, übersetzt von? lu men hof, Frankfurt, 2. Aufl. 1823. Auch Dingler’s polyt. Journ. Bd. XXVIII,464.