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Neunter Band.
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wird dadurch kupferreicher, die dünne Oxydschicht veranlasst einegleichmässigere Wirkung der Beize als solche auf einem blanken Metall |stattfinden würde. Gewöhnlich bringt man die Arbeitsstücke zuerst ineine Yorbeize, bestehend aus 1 Thl. Schwefelsäure mit 10 Thln.Wasser, worin man sie so lange verweilen lässt, bis das Oxyd zumeistaufgelöst ist. Man reinigt sie völlig in Wasser mit Hülfe scharferKratzbürsten, taucht sie dann einen Augenblick in Salpetersäure von |1,32 specif. Gewicht = 3ß°B. und spült sie in reinem Wasser. Dannwird das Stück in die Schnellbeize getaucht, wozu zwar bisweilennur die eben bezeichnete starke Salpetersäure dient. Besser und amgewöhnlichsten wird dazu ein Gemisch aus 1 Thl. concentrirter Schwefel'säure und 2 Thln. Salpetersäure von 38°B. benutzt, dem Viele eine ge-ringe Menge Kochsalz, häufig auch etwas Ofenruss oder Theeröl auchSchnupftaback zusetzen. Wenn chlorfreie Salpetersäure, wie sie jetzt sehrhäufig im Handel vorkommt, angewandt wird, so ist der Kochsalz- jzusatz bei Bronze, welche Zinn enthält, anzurathen, da sonst Zinnoxyd junlöslich auf der Metallfläche leicht haftet und unfehlbar Flecke in derVergoldung verursacht. Es ist dies um so mehr zu beachten, weihwenn die Bronze etwas heiss gegossen wurde, sich sehr oft zinnreiche ILegirungskrystalle bilden, und berühren diese die Oberfläche des Guss-stückes, welches gebeizt wird, so veranlassen sie bei nachheriger Ver-goldung runde graue Punkte, wenn das Zinnoxyd nicht ganz entferntwurde. Ein geringer Zusatz von Substanzen wie Russ, Schnupftabackoder ätherischen Oelen scheint'ebenfalls nicht ohne Vortheil zu sein,er ist bei den meisten mit Beizen beschäftigten Arbeitern beliebt undmag die schnelle Oxydirung des Stückes beim Herausnehmen aus derSäure und Eintauchen in Wasser mindern. !

Die Einwirkung der Schnellbeize ist sehr heftig, es entwickelnsich viel salpetrigsaure Dämpfe, die Operation wird daher am bestenauf einem Sandsteintisch vorgenommen, der unter einem Rauchfangsteht, ähnlich wie die Sandbäder in den meisten Laboratorien, in denein geheizter Schornstein oder ein im Schlot angebrachter VentilatorLuft einsaugt. In Ermangelung solcher Vorrichtung operirt man imFreien. Man hat 4 bis 6 Gefässe mit Wasser neben einander stehenund taucht rasch jedes abgebeizte Stück der Reihe nach in alle ein, sodass sich im ersten Gefäss mehr Säure ansammelt, das letzte nur zumNachspülen dient. Recht bequem ist es, wenn man über laufendesWasser disponirt, diese Waschgefässe durch kurze J^förmig gebogeneGuttapercha- Glas- oder auch Bleiröhren mit einander verbindetund in das letzte fortwährend frisches Wasser einleitet, während csaus dem ersten abgeleitet wird. Die feuchten Arbeitsstücke bedecktman sofort mit trockenen Sägespänen und dreht sie darin um oder er-neuert dieselben oft. Mit dem trockenen Pinsel entfernt man den davonanhängenden Staub. Sägesp^äne von harzhaltigem Holz sind nicht jgut geeignet; aller Staub muss nach scharfem Trocknen von denselbenvollständig abgesiebt sein. j

Die Schnellbeize kann, wenn sie durch Auflösen von Metall an- jfängt auf neu eingetauchte Stücke weniger heftig einzuwirken undweniger salpetrigsaure Dämpfe zu entwickeln, durch Zusatz neuerstarker Salpetersäure wieder brauchbar gemacht werden. Wenn eieaber sehr viel Metall gelöst enthält, kann sie dadurch nicht wiederhergestellt werden; die Stücke kommen daraus mit einer unansehn-