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Neunter Band.
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200 Vergolden.

von Eisendraht gelegt, der über frei brennenden Holzkohlen (aushartem, nicht aus Nadelholz) steht, worauf man es allmälig und gleich-massig zu erwärmen strebt. Die Pariser Vergolder benutzen eine künst-liche Kohle Perus, welche aus grobem Kohlenpulver von harten Hölzernmit Theer gemengt, geformt und geglüht wird 1 ). Das Amalgam ziehtsich, indem es durch die Wärme flüssiger wird, stellenweise zusammen.Man nimmt daher das Arbeitsstück in die mit einem dicken Lederhand-schuhbekleidete Hand und vertheilt mit Bürsten und Pinseln das Amal-gam aufs Neue, endlich erhitzt man bis zur vollständigen Verflüchtigungdes Quecksilbers. Man darf nur sehr allmälig erwärmen, um dasAmalgam nicht zu flüssig werden zu lassen, auch die Verdarnpfungs-temperatur des Quecksilbers nur zuletzt etwas übersteigen, weil dasGold sich sonst zusammenzieht, körnig und unscheinbar wird. Na-mentlich bei silbernen Gegenständen wird das Gold bei rascher undstarker Erhitzung so verschluckt, so stark mit Silber legirt, dass, wennnicht sehr viel aufgetragen ist, eine kaum gelbliche Farbe erhaltenwird.

Nach dem Abrauchen des Quecksilbers spült man in Wasser; sollstärkere Vergoldung durch nochmaliges Aufträgen von Amalgam er-zielt werden, verfährt man gerade wie vorher beschrieben, dannreibt man mit einer Kratzbürste, die in verdünnten Essig getaucht wirdund spült wieder in Wasser. Soll der ganze Gegenstand poiirt werden,so erhitzt man ihn nochmals etwas stärker als vorher, und taucht ihnnoch warm in sehr verdünnte Schwefelsäure. Das Poliren geschiehtmit Blutstein, der mit Essig angefeuchtet wird. Gegenstände, welcheganz matt bleiben sollen, werdendem nachher zu beschreibenden Ver-fahren dem Mattiren unterworfen, sollen aber einzelne Stellen poiirtwerden, so werden diese mit einem Brei aus Kreide, Gummi undZuckerwasser bestrichen, nacl; dem Auftrocknen bis zum Braun werdendes Ueberzuges erhitzt und dann erst ins Matt gesetzt odergefärbt.

Kleine Gegenstände werden bisweilen in einer Schale erst verquickt,dann in viel Quecksilber enthaltendem Amalgam umgerührt, welchessich in einer hölzernen Schale befindet oder mit den Knöpfchen unddergleichen in einen Filzbeutel gegeben und mit einem Borstenpinselumgerührt wird 2 ). Zum Abrauchen des Quecksilbers bringt man die-selben dann in eine eiserne Schale oder Trommel.

Bei Uhrrädern, die bereits auf ihre Axe von polirtem Stahl be-festigt sind, kann man das eben beschriebene Quickwasser natürlichnicht anwenden, da es den Stahl zerstören würde. Man erhält nachPlant amour 3 ) ein geeignetes Quickwasser, wenn man etwas Queck-silber in viel Salpetersäure heiss zu Oxydsalz löst und dann sovielAmmoniak hinzufügt, dass der anfangs entstandene Niederschlag sichwieder vollständig in der grossen Menge salpetersauren Ammoniaksauflöst.

Das Mattiren, die Erzeugung einer gleichförmigen matten

U Dingler’s polyt- Journ. Bel. CXIII, S. 156. — Payen, Precis de chim. in^'

2. <5d. Paris 1851; Dinglcr’s polyt. Journ. Bd. CXXI, S. 422.— Ebel man Bulle*-de la soc. d’enc. 1851 p. 389 ; Dingler’s polyt. Journ. Bd. CXXI, S. 430.

*) Metallknöpfe nach englischer Weise zu vergolden nach Castellan*,Dingler’s polyt. Journ. Bd. XXXIV, S. 429.

8 ) Compt. rend. 1847 T. XYII1; Dingler’s polyt. Journ. Bd. C, S. 34.