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Neunter Band.
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201
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Vergolden. 201

Oberfläche auf dem vergoldeten Stück geschieht, indem man es in eineMischung von 8 Thln. Salpeter, 7 Thln. Kochsalz und 5 Thln. Alauntaucht, welche man unter Zusatz einiger Tropfen W assers in einer un-glasirten irdenen Schale geschmolzen hat oder dieselbe auf das er-wärmte Stück aufträgt. Man hält es dann über Kohlenfeuer bis dieSalzkruste klar geschmolzen erscheint und taucht es nun sofort in Was-ser (die Mattirtonne), wodurch sich die Salzmasse sowohl wie diez ur Ausparung der zu polirenden Stellen aufgetragene Masse abspült.Man schwenkt in verdünnter Salpetersäure, wiederholt in reinem Was-ser ab und trocknet mit feiner Leinwand und bei gelinder Wärme.

Bei starker Vergoldung kann das Mattiren auch in folgenderFlüssigkeit vorgenommen werden: 2 Thle. abgeknistertes Kochsalz und4 Thle. Salpeter werden zusammen fein zerrieben in einem irdenenTopfe mit wenig Wasser übergossen und bis zum Trockenwerden er-hitzt und gerührt, dann mit 3 Thln. Salzsäure übergossen und bis zudeutlicher Chlorentwickelung erhitzt. In diese Flüssigkeit taucht mandie an einen Draht gehängten vergoldeten Gegenstände. In wenigenMinuten haben sie die gewünschte Farbe angenommen, wenn dieFlüssigkeit gleichmässig im Sieden erhalten wurde. Man muss sie sehrSchnell herausziehen, in kochendes Wasser, dann in viel kaltes tauchen,Endlich in reines siedendes Wasser und zwischen Sägespänen oderLeinwand rasch trocknen. Nach einer anderen erprobten Vorschriftlässt man 4 Thle. Salpeter, 2 Thle. Kochsalz und 2 Thle. Alaun in10 Thln. Regenwasser heiss zergehen, setzt 3 Thle. rauchende Salz-säure zu und spült von Minute zu Minute die an einem Draht einge-hängten und in der kochenden Flüssigkeit stets bewegten Stücke abbis sie die rechte Farbe erlangt haben.

Die Salzmasse ist nicht wieder zu gebrauchen, enthält aber Gold.

Die Wirkung beider Verfahrungsweisen beruht auf der EntwickelungVon Chlor und dadurch hervorgebrachter Anätzung des Goldes. DieAnwendung von Alaun, der in erhöhter Temperatur seine Schwefel-säure abgiebt, bringt eine langsamere und gleichmässigere Chlorent-Vückelung hervor, als wenn man Schwefelsäure zusetzen wollte. DerLeberschuss von Kochsalz soll sich bildendes Chlorsilber lösen, welchesSonst auf der Oberfläche sitzen bleiben würde, da man, um das Mattz u erhalten, keine mechanischen Reinigungsmittel anwenden darf. DieFarbe wird um so schöner je mehr vergoldete Oberfläche auf einmal^handelt wird. Dies rührt daher, weil sich dann mehr Gold in denSalzen löst und sich als dünne schön färbende Haut wieder auf dieGegenstände niedersehlägt, indem entsprechende Mengen Zink, Zinn,Kupfer und Silber aufgelöst werden.

Um den vergoldeten Stücken das Ansehen von Muschel- oderMalergold (or moulu ) zu ertheilen, vermeidet man sie zu viel mit derKratzbürste zu behandeln, erhitzt etwas mehr als beim Mattiren, lässtNieder etwas abkühlen, trägt einen Brei aus Eisenroth, Alaun und Koch-Salz auf und erhitzt dann bis die Farbe schwarz erscheint und daraufgespritztes Wasser unter Zischen verdampft. Dann taucht man sie so-fort in kaltes AVasscr^ bestreicht oder überzieht mit Essiyj oder ver~?ünnter Salpetersäure, spült endlich reichlich mit Wasser und trocknet1,1 gelinder Wärme.

Eine röthere Färbung der Vergoldungen, die Farbe der rothen Ka-ta tirung erzielt man durch Behandeln mit Glühwachs. Die beste Vor-