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202 Vergolden.

schrift 1 ) zu diesem Präparat scheint folgende zu sein: 12 Thle. Wachs»6 Thle. krystallisirter Grünspan, 6 Thle. Zinkvitriol, 6 Thle. Kupferasche»1 Thl. Borax, 6 Thle. Colcothar, 2 Thle. Eisenvitriol. In das geschmol-zene Wachs werden die übrigen feingepulverten Substanzen eingerührtund aus der Masse Stangen gegossen, mit denen man die vergoldetenüber Feuer erwärmten Stücke bestreicht. Unter fortwährendem Wen-den raucht man über Kohlen ab, lässt das Wachs verbrennen. Nachdem Verlöschen der Flamme taucht man den Gegenstand in Wasser»behandelt ihn mit der Kratzbürste, die man in Essig getaucht hat undpolirt endlich mit Blutstein. Offenbar legirt sich etwas Kupfer mit derobersten Schicht des Goldes. Man hat auch ein gelbes Glüh wachs»was aus 32 Thln. Wachs, 32 Thln. Ocker, 8 Thln. Zinkvitriol und 5Thln. Borax zusammengesetzt wird.

Grüne Vergoldung wird erhalten, wenn man in dem Amalgam 1

auf 3 Thle. Gold 1 Thl. Silber auflöst und zur Erhöhung der Farbedieser Vergoldung beim Mattiren ein mit Wasser angemachtes Ge- 3

menge aus gleichen Theilen Salpeter und Salmiak mit einem halben i

Theil Grünspan aufträgt. 1

Da Eisen und Stahl sowie Platin sich nicht so einfach wie die l

vorher besprochenen Legirungen verquicken, so muss man dieselben c

entweder vorher verkupfern 2 ) und darauf die Vergoldung mit Amalgam 8

anbringen, was übrigens sehr leicht misslingt, oder man kann nach t

Böttger 3 ) das Eisen verquicken, indem man es in eine Schale taucht,» 5

worin sich 1 Thl. Zink, 12 Thle. Quecksilber, ferner 12 Thle. Wasser (

mit U/j Thln. Salzsäure von 1,2 specif. Gewicht angesäuert und 2 Thle- 3

Eisenvitriol befinden. Während man das Eisen eintaucht, erhitzt man 1

zum Kochen. Sowohl Stahl wie Guss- und Stabeisen überziehen sich £

hierbei mit einer spiegelblanken dünnen Schicht Quecksilber, welche die S

gewöhnliche Feuer Vergoldung mit Goldamalgam auszuführen möglich '

macht. )

5. Nasse Vergoldung, auch Goldsud. Dieses Verfahren I

gründet sich darauf, dass oxydirbarere Metalle als das Gold dieses aus i

seinen Lösungen fällen und sich an seiner Statt auflösen. Sind die )

Goldlösungen so zusammengesetzt, dass dies nicht zu stürmisch vor <1

sich geht, so setzt sich das Gold häufig auf das andere Metall in zu- fi

sammenhängender Schicht ab, vergoldet dieses. Sobald aber ein voll- V

ständiger Ueberzug gebildet worden ist, hört die Wirkung des unterliegen- 6

den Metalles natürlich auf und man kann daher auf diese sehr einfache und C

bequeme Weise die Goldüberzüge nur irj sehr dünner Schicht ablagern» Jä

Da man diese Methode meistens für kleine Gegenstände anwendet, so hatman dieselben gewöhnlich auf Drähte gereiht, um sie aus der Flüssigkeit li

heben und darin bewegen zu können. Der aus anderem Metall als di® C

zu vergoldenden Stücke bestehende Draht erzeugt dabei einen schwachenelektrischen Strom und dadurch die Zersetzung der Goldlösung. Bei g

Berührung der zu vergoldenden Stücke mit Zink ist diese Wirkung am '

kräftigsten. Das älteste Verfahren dieser Art scheint von Castellani 4 )

beschrieben worden zu sein. Er löst in 150 Thln. Wasser, die er m 1 *

!) Dingl. polyt. Journ. Bd. LXXXIII, S. 73 und Bd. CV, S. 238.

Dufresne, Rep. of patj Invent. 1857, p. 134; Dingl. polyt. Jour 11,Bd. CXLIII, S. 345. — 3 ) Dingl. polyt. Journ. Bd. XCIX S. 158. — *) Ding 1 'polyt. Journ. Bd. XXXIV, S. 429,