206 Vergolden.
Statt constanter galvanischer Batterien wendet man in grössere 0Vergoldungs- und Versilberungsanstalten nicht selten magnetoelektri-sehe ßotationsapparate zur Erzeugung des Stromes an. Sie bieten, W°die bewegende Kraft leicht zu beschaffen ist, trotz ihres beträchtliche ! 1Anschaffungspreises den grossen Vortheil, einen Strom von stets gleich'bleibender Stärke zu liefern und verursachen keine anderen Kosten, al 3für Zinsen. Abnutzung und bewegende Kraft 1 ). Auch die Thermo-elektricität 2 ) hat man zu demselben Zwecke zu benutzen vorgeschla'gen, es scheint jedoch, dass kein derartiger Apparat in der Praxis A°'Wendung gefunden hat.
Als geeigneten Deckgrund 3 ) hat Elsner vorgeschlagen, 2 Thl®-Asphalt mit 1 Thl. gepulvertem Mastix zusammen zu schmelzen undbeim Gebrauch etwas hiervon mit Terpentinöl zu syrupdicker ConsisteuZzu lösen. Dieser Deckgrund soll selbst kochender starker Cyankalium-lösung widerstehen, wenn man der Lösung in Terpentinöl noch etwa 3alkoholische Copallösung zusetzt.
Ueber die Dicke der Goldschichten, welchö man durch die ver-schiedenen Vergoldungsmethoden auf ‘die Flächen abzulagern pflegt)oder im Stande ist, finden sich folgende Angaben 4 ): Bei Untersuchungvon im Feuer vergoldeten Bronzegegenständen fand man auf 1 WienerQuadratfuss Fläche 420 bis 2600 Milligramm, wonach man die Dickeauf V 19000 bis V20000 Zoll Dicke annehrnen kann. Durch die nasseVergoldung waren fcjchmuckgegenstände mit 273 bis 422 MilligrammGold pro Quadratfuss belegt. Die Dicke der Goldschicht würde hier-nach 1 /is 7 ooo bis V 119000 Zoll betragen. Bei galvanisch vergoldetenGegenständen wurde die Goldmenge pro Wiener Quadratfuss zwischen176 und 3778 Milligramm gefunden, woraus sich die Dicke der Schichtzu V288000 bis V 13380 Zoll berechnet. Fehling 5 ) hat gezeigt, dass di®Dicke der Goldschicht bei der Contactvergoldung wie bei der galvani-schen von der Dauer der Behandlung und der angewandten Temperaturabhängig ist, da 3 S sich auf 50 Quadratcentimeter Oberfläche pro Minut®fast regelmässig 6 Milligramm Gold absetzen, in 71 Minuten 422 Milli'gramm wenn die Flüssigkeit auf 100° G. erhalten wurde; wenn di®Flüssigkeit nur 80° C. warm war nur 3 2 / 3 Milligramm, bei 60° C. nüfIV 4 Milligramm, bei 40° C. nicht einmal 1 Milligramm pro Minute, b ® 115°C. gar nur 2 Milligramm in 5 Minuten. Dumas 6 ) fand, dass siebbei Anwendung einer constanten galvanischen Batterie aus 6 Platten-paaren von 2 Decimeter Seitenlange, Kupfer und Zink in Kupfervitriol'und Kochsalzlösung getaucht, und einer Goldlösung, welche 1 Thl-trockenes Chlorgold und 10 Thle. Blutlaugensalz in 100 Thln. Wassefenthält, auf ebenfalls 50 Quadratcentimeter Oberfläche pro Minute b®*60°C.31 Milligrm., bei 35° 15 Milligrm., bei 15° 6 Milligrm. Gold absetzemund dass es hierbei gleichgültig war, ob das zu vergoldende Metallsilberplattirtes Kupfer oder Messing war. Dumas fand auf gut i 01Feuer vergoldeten b lachen 70—130 Milligrm. pro 50 Quadratcentimct® fOberfläche, bei geringer Waare nur 20—37 Milligrm. Es ergiebt si®b
1) Dingl. polyt. Journ. Bd. CV, S. 355, aus Bullet, de l’acad. de St. Peters! 1 -und Dingl. polyt. Journ. Bd. CXIV, S. 234. — 2 ) Watt, Dingl. polyt. Jou r0 '
Bd. CXXXVII, S. 372, aus Mech. Magaz. 1855, Nr. 1660. — 3 ) Dingl. polyt. Jouf®-
Bd. XCV, S. 445; Bd. XCVI, S. 490. — 4 ) Preclitel, Techn. Encyl. Bd.
S. 538, 543, 547, 651, Karmarsch. — 5 ) Dingl. polyt. Journ. Bd. LXXX'b)
S. 292. — ®) Dingl. polyt. Journ. Bd. LXXXIII, S. 134.