208 Vergolden.
Fällen genügt es, die Stücke einige Zeit lang unter reichlichem Luft'Zutritt zum Glühen zu erhitzen und dann mit der Kratzbürste in ver*dünnter Säure zu behandeln. Dabei werden die Gegenstände 001wenigsten angegriffen und können oft wieder benutzt werden. Legtman sie in Quickwasser, bis sie sich ganz mit Amalgam überzöge 0haben und schabt dieses ab, so gewinnt man, ohne den Gegenstand vielzu verletzen, das meiste Gold und die Stücke sind gleich zu neuer Ver*goldung vorbereitet.
Befestigt man an den Kupferpol einer galvanischen Batterie ei°Stück, das man ontgolden will, taucht es in ein abgenutztes Gold'bad und führt den Zinkpol ebenfalls in die Flüssigkeit, so löst sich da sGold von dem Gegenstand und schlägt sich wenigstens theilweise aufden positiven Poldraht nieder. Der Rest kann aus der Flüssigkeit aufnachstehende Weise gewonnen werden.
Aus gebrauchten Goldlösungen das Gold wiederzugewinnen, wirdin der Regel vorgeschlagen, die Lösungen zu verdampfen, den Salz'rückstand mit gleichem Volum Bleiglätte gemengt zu schmelzen, undaus dem erhaltenen Regulus Silber und Blei mit Salpetersäure auszü*ziehen *), die das Gold in Schwamm- oder Pulverform zurücklässt. Ge'wohnlich wird es zweckmässiger sein, den Regulus auf der Capelle ab'zutreiben und an Scheideanstalten zu verkaufen. Bolley 2 ) räth, de°Salzrückstand mit gleichviel Salmiakpulver zu mengen und gelinde z°erhitzen. Unter Bildung von Cyanammonium ttnd durch dasselbe be'wirkte Reduction scheidet sich das Gold in zusammenhängender lockere 0Masse, wenn Blutlaugensalz vorhanden war, mit Eisenoxyd in Flitter 0gemengt aus. Unzersetztes Chloreisen und Chlorkalium lassen sich mdWasser leicht ausziehen. Lässt sich das Eisenoxyd nicht gut mechanischvon dem Golde trennen, so übergiesst man die Masse mit Königswasser)was das Gold leicht löst, während das geglühte Eisenoxyd wenig an'gegriffen wird. Aus der Lösung fällt man das Gold durch Eisenvitriol’Wimmer’s 3 ) Vorschlag, das Salzgemenge mit Salpeter gemischt p ot’tionenweise in einen glühenden Tiegel einzutragen, kann bei der hef'tigen Verpuffung des Gemenges nicht empfohlen werden, da Verludselbst bei sehr sorgfältigem Verfahren unvermeidlich ist. Der Uebel'stand bei diesen Verfahren besteht lediglich in der Unbequemlichkeitder grossen Masse von Flüssigkeit, welche man abdampfen muss, undder grossen Salzmasse mit geringem Goldgehalt, den man erhält 4 S. * )’
Zweckmässig ist es die Laugen mit Salzsäure zu übersättigen u°ddann zum Sieden zu erhitzen, wobei sich unter Kohlensäure- und Bla 0 'Säureentwickelung ein gelbgrüner Niederschlag .abscheidet, wenn n° fCyankalium, aber nicht Blutlaugensalz in den Lösungen Vorhand® 0war. Ist letzteres der Fall, so erhält man für die weitere Behandlu°2sehr unbequeme Massen von Berlinerblau. Im anderen Fall filtridman den Niederschlag ab und setzt der sauren erwärmten Flüssigk e ‘ {Zink zu welches alles gelöste Gold fällt. Diesen Niederschlag ve°einigt man mit dem zuerst erhaltenen, trocknet, glüht unter Zusatz d eädoppelten Gewichts an saurem schwefelsauren Kali, kocht nach d® 10Erkalten mit concentrirter Schwefelsäure und erhält als Rückstand °° c
*) Dingl. polyt. Journ. Bd. XCIX, S. 302. — 2 ) Dingl. polyt. Journ. Bd. C.
S. 301. — 3 ) Dingl. polyt. Journ. Bd. CXXII, S. 156. — 4) Dingl. polyt
Bd. CLXVIIL S. 384.
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