210 Vergolden.
20 CC. Natronlauge von 1,035 specif. Gew. und 300 CC. Wasser inin einem Glaskolben gemischt bis zu 250 CC. eingekocht.
Die andere Hälfte der Goldlösung 50 CC. versetzt man mit eben*falls 20 CC. der Natronlauge und 230 CC. Wasser und stellt das Ge-fass eine Stunde lang in siedendes Wasser, die dann gemischten Lö-sungen sind frisch bereitet zur Vergoldung geeignet, nach 24 StundenStehen nicht mehr. In dem zum Vergolden geeigneten Zustand besitz!die Flüssigkeit einen schwach gelblichen Stich, der sich beim Stehenverliert. Will man ein Gefäss von innen vergolden, so füllt man ’/ioseines Inhaltes mit einem Gemisch aus 2 Thln. Weingeist und 1 Thl-Aether und giesst es dann mit der noch heissen Goldlösung voll. Mansetzt es nun in Wasser, dessen Temperatur 80° C. nicht übersteigensoll; in 10 bis 15 Minuten hat sich eine schön spiegelnde ziemlichfesthaftende Goldschicht auf das Glas angelegt. Wenn die Adhäsiondes Goldes zu dem Glase nicht stärker ist als zu dem Wasser, so wirdes pulverförmig reducirt. Die genauen Bedingungen für stetes Gelingensind nicht ermittelt.
Unter unächter Vergoldung versteht man entweder die Anwendungvon unächter Bronze oder unächtem Blattgold, geschlagenen Messing'legirungen (s. 2. Aufl. Bd. II, 2, S. 13 und 506) oder das Belegen mitächtem oder unächtem Blattsilber und Ueberziehen desselben mit Gold-lack, aus Schellack Drachenblut und Gummigutt bestehend, oder mitCopallack durch eine oder beide letztgenannten Substanzen gefärbt,oder es sind auch nur gebeizte Messing- und Tombacwaaren, welcheman mit röthlichem Firniss überzogen hat.
Zur Unterscheidung achter und unächter Vergoldung werden fol-gende Verfahren empfohlen. Nach Altmütter 1 ) bringt man ein Tröpf-chen Quecksilber darauf, dies wird nur von achter Vergoldung aufge-nommen, es entsteht ein weisser Fleck von Amalgam. Etwa vorhan-dener Firniss muss natürlich durch geeignete Lösungsmittel vorherentfernt sein. Die unächte Vergoldung verquickt sich aber nicht soleicht. Wird dagegen auf diese etwas salpetersaures Quecksilberoxydulgebracht, so entsteht sogleich ein weisser Fleck, der nach einiger Zeit dasmetallische Ansehen verliert, dunkel wird, indem sich durch das Kupferoder Zink das überschüssige Quecksilbersalz pulverförmig reducirt undbasisches Kupfersalz und Zinksalz entsteht. Dieselbe Flüssigkeit wirk 4auf achtes Gold nicht ein. Ob Papier, Borten u. s. w. mit ächtem oderunächtem Blattgold belegt sind, kann man schon leicht daran erkennen»dass wenn man ein Stückchen ans Licht hält, ächtes Gold blank bleibt,während Kupferlegirungen sich oxydiren 2 ). Rössler 3 ) empfiehlt dieProbe auf dem Stein durch den Strich (s. Aufl. Bd. I, 1, S. 52). We-ber 4 ) hat gezeigt, dass eine verdünnte Lösung von Kupferchlorid sehrgeeignet ist, um ächte von unächter Vergoldung zu unterscheiden-Diese Lösung wirkt auf Gold nicht ein, bringt dagegen auf allen kupfer-haltigen Legirungen einen schwarzen Fleck hervor. Nur ist auch hier-bei auf vorhergehende sorgfältige Entfernung der Firnissdecken, fall 3solche vorhanden, Bedacht zu nehmen. Bei sehr dünnen Vergoldung 61 ’bekommt man aber auch einen schwarzen Fleck 5 ), wenn man nich 4
’) Dingl. polyt. Journ. Bd. LXXXIX, S. 79 u. Bd. CXXt, S. 12G. — 2 )polyt. Journ. Bd. XCII, S. 314. — S) Ebendas. Bd. CXXIII, S. 366. — 4 ) D' ng 'polyt. Journ. Bd. CLIV, S. 394. — 5) DingU polyt . j 0 „ rn . Bd. CLIX, S. 294.