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Neunter Band.
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Vergrünen. — Verkupfern. 211

feines Kupferchlorid, bereitet durch Lösung von kohlensaurem Oxyd10 Salzsäure und Verdünnung mit dem lOfachen Volumen Wassers an-w endet, sondern wie Löwe vorgeschlagen hatte, in Salpetersäure gelöstesKupfer mit Kochsalz versetzt. In dieser Lösung ist Königswasser ent-halten, was dünnes Gold löst und das unterliegende Kupfer blosslegt,Wa s zu Täuschung Veranlassung giebt.

Zur Unterscheidung der galvanischen Vergoldung von Feuerver-goldung bedient man sich nach Barral 1 ) verdünnter Salpetersäure,lichtet das Stück, wenn nöthig durch Anfeilen so her, dass die Säurehiß als Unterlage dienende Silber- oder Kupferlegirung wegätzen kann,^'ar die Vergoldung auf galvanischem Wege erzeugt, so wird ein Gold-blättchen sich ablösen, welches auf beiden Seiten schöne Goldfarbe zeigt,hei der Feuervergoldung hat sich aber, wie oben gezeigt, stets eineKegirung gebildet, namentlich an der Berührungfläche. Hier löst dieSäure obengenannte Metalle und lässt das Gold in schwammigem oderPulverigem Zustande mit brauner Farbe auf der Innenseite der Ver-goldung zurück. Enthielt die Legirung Zinn, so bleibt Zinnoxyd un-gelöst, was zu Täuschung Veranlassung werden kann. V.

Vergrünen, Deverdir nennt man die Eigenschaft der fertigenIndigkiipe beim Aussetzen an die Luft zuerst grün (dann blau) zu wer-den (s. unter Indigküpe Bd. IV, S. 25).

Verkalken, syn. Calciniren (s. 2. Aufl. Bd. II, 2,654).

V erknist ern, D ecr epitir eu, s. u. Abknistern.

Verkohlen, Verkohlung heisst die Art der Zersetzung0r gaiiisclier Körper durch Einfluss von Wärme bei Abschluss von Luft,hei welcher Kohle im Rückstand bleibt; solche Zersetzung erleiden dieUicht flüchtigen organischen Körper bei der trockenen DestillationG-d. Art. 2. Aufl. Bd. II, 3, S. 411); die Verkohlung findet im Grossenbesonders bei Holz, Torf und Steinkohlen (s. d. Art.) statt, ferner beitierischen Substanzen theils zur Gewinnung der flüchtigen Producte,Krnmoniaksalze u. dergl., theils zur Gewinnung der stickstoffhaltendenKohle behufs der Bildung von Cyanverbindungen besonders von gel-bem Blutlaugensalz (s. d. Art. 2. Aufl. Bd. II, 2, S. 184); das Ver-hohlen der Knochen giebt das Beinschwarz (s. 2. Aufl. Bd. II, 1, S. 767).

Verkupfern. Eiserne oder aus Zink gefertigte GegenständeWerden häufig mit Kupfer oder Messing überzogen, theils um dieselbenv °r Oxydation zu schützen, theils um ihnen das Ansehen von Kupfer°der Bronze zu geben. Bisweilen geschieht dies namentlich, wo esfleh um grosse Dauerhaftigkeit handelt, indem man entweder nachf y th erl eig h ’ s 2 ) Vorschlag die Gegenstände abbeizt und mit fein8 r anulirtem Kupfer oder Messing, dem man viel gebrannten und ge-pulverten Borax beimengt, bestreut, in einen Muffelofen schiebt, wo^as granulirte Metall auf der ganzen Oberfläche ebenso schmilzt undüberzieht wie das Loth beim Ilartlöthen die Schnittflächen. Bleche,langen, die so behandelt sind, kann man walzen und zu Draht ziehen,

x ) Compt. rend. T. XXIV, p. 820; Dingl. polyt. Journ. Bd. CV, S. 32.2 ) Dingl. polyt. Journ. Bd. CXLIX, S. 106.

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