Band 
Neunter Band.
Seite
215
JPEG-Download
 

Vernonia. — Verplatiniren. 215

Ammoniak (Bd. VII, S. 551). Zur Bereitung der Lösung genügt esdas unreine im Handel vorkommende Nickelmetall in Salpetersäure zulösen, einige Zeit Schwefelwasserstoff durch die Lösung zu leiten, umKupfer und Arsen zu fällen, ans der klaren Flüssigkeit durch kohlen-saures Natron kohlensaures Nickeloxydul zu fällen und dieses nach gutemAuswaschen in verdünnter Schwefelsäure zu lösen und krystallisiren zulassen. Die festen gepulverten Krystalle löst man in Ammoniak underhält eine zu dem Zweck sehr taugliche schön blaue Lösung.

Nach Becquerel 1 ) braucht man nur der Lösung von schwefel-saurem Nickeloxydul etwas Ammoniak zuzusetzen und in dem Maasseals während des Processes die Lösung sauer wird, dieselbe durchNickeloxydul zu sättigen, um Nickelblättchen niederschlagen zu können.Mit Kobalt gelingt der Versuch ebenso.

Das Vernickeln wird in neuester Zeit statt des Verstählens vonKupferplatten angewendet. Der Nickelüberzug ist fast eben so hart wieder von Eisen, leichter und sicherer zu gewinnen, bequemer vor Oxy-dation beim Abwaschen zu hüten u. s. f., so dass man ihm in vielerBeziehung den Vorzug einräumen muss. Aber er ist, wenn etwa be-schädigt, schwieriger ohne Verletzung der Kupferplatte zu beseitigen,da er sich bedeutend schwieriger in verdünnter Schwefelsäure als dieVerstählung löst. V.

Vernonia. Der Samen von V. anthelminthica kommt unterdem Namen Calageri in den Handel (s. 2. Aufl. Bd. II, 2, S. 654).

Veronesererde, Veronesergrün, syn. Grün-er de (s. Bd. III, S. 709). ~

Veronesergelb, syn. Turner’s Gelb, s. Drei-fach-basisches Chlorblei (2. Aufl. Bd. II, 2, S. 51).

Verplatiniren. Das Ueberziehen von Metallflächen miteiner zusammenhängenden blanken Schicht von Platin mit Hülfe desgalvanischen Stroms gelingt schwieriger, als gleiche Ueberzüge vonSilber, Gold u. s. w. herzustellen. Wenn man jedoch Platinsalmiakin heissem Wasser löst und so viel Ammoniak zusetzt, dass die Flüssig-keit danach riecht, so erhält man bei Anwendung eines schwachengalvanischen Stromes ein genügendes Resultat. Man muss freilich dieFlüssigkeit erneuern, noch ehe alles Platin ausgefällt ist, was bei demgeringen Metallgehalt derselben lästig ist, und dafür sorgen, dass stetsfreies Ammoniak zugegen ist 2 ). Wenn 1 Thl. Platin in ChlorplatinVerwandelt in Wasser gelöst mit 1 Thl. Aetzkali in Wasser gelöst,gefällt, der Niederschlag mit 2 Thln. in Wasser gelöster Oxalsäure biszu erfolgter Lösung gekocht, mit 3 Thln. in Wasser gelöstem AetzkaliVermischt wird, erhält man ebenfalls eine zum Platiniren geeigneteLösung 3 ). — Eine noch empfelilenswerthere Vorschrift scheint fol-gende zu sein: 4 Thle. pyrophosphorsaures Natron in 16 Thln. Wassergelöst und versetzt mit einer Mischung, die entsteht, wenn 1 Thl.trockenes Platinchlorid in 4 Thln. Wasser gelöst mit 2 Thln. phosphor-

i) Compt rend. T. LY, p. 18; Dingl. polyt. Journ. Bd. CLXV, S. 373.

2} Fehling, Dingl. polyt. Journ. Bd. LXXXVIII, S. 359. — Böttger,

Rendas. Bd. XC, S. 367. — 3 ) Jewreinoff, Dingl. polyt. Journ. Bd. CXXXVI,

8. 4g4_