216 Verprassein. — Verseifen.
saurem Ammoniak, welches in 12 Thln. Wasser gelöst war, zusammen'gegossen wird. Die Mischung aller dieser Lösungen mit dem zuerstentstandenen Niederschlag lässt man unter Ersatz des verdampfendenWassers 4 Stunden kochen, wobei Ammoniak entweicht und die FW 8 'sigkeit sauer wird J ).
Lösungen von Platinchlorid in Kochsalzlösung * 2 ) oder in Salmiak 3 )geben weniger gute Resultate.
1 Thl. Platinchlorid mit 20 Thln. Kochsalz in Wasser gelöst mitetwas kaustischem Natron versetzt, dient zur Verplatinirung von Kupferund Messing, welche man in der erwärmten Flüssigkeit in Berührungbringt (Frankenstein’s Contactmethode). Durch Einlegen derMetalle in eine auf 75° C. erwärmte Lösung von 1 Thl. Platinsalmiakin 64 Thln. Wasser und Putzen mit Kreide werden sie ebenfalls vonniedergeschlagenem Platin weiss. Auch durch Anreiben kann man diegenannten Metalle verplatiniren, wenn man gleiche Theile Platinsalmiakund Weinstein mit einem Korkpfropfen aufreibt. Stahl und Eisen lassensich schwach verplatiniren, wenn man sie in eine lange gekochte alkoho*lische Lösung von Platinchlorid taucht. Mit einer solchen Lösung lässtsich Glas durch Erhitzen platiniren (s. Aetherplatinchlorid 2. Aufl-Bd. I, S. 231).
Um Silber- oder Platinplatten mit einem anhaftenden Ueberzug evon Platinschwarz zu überziehen, wie man solche in der von Smee an-gegebenen Zusammenstellung galvanischer Batterien benutzt, machtman die Platten durch Reiben mit Smirgelpapier rauh und stellt sie ioein Glas, welches einen Thoncylinder mit verdünnter Schwefelsäuregefüllt enthält, in dem amalgamirtes Zinkblech steht. Das Glas ist un-gefüllt mit verdünnter Schwefelsäure, die man durch Zusatz von Platin-chlorid dunkel weingelb gefärbt hat. Sowie man die Platte mit demZink metallisch verbindet, schlägt sich Platinschwarz darauf nieder 4 )und haftet ziemlich fest darauf. . y
Verprasseln, syn. Verknistern.
Verpuffen, syn. Detonation ( s . 2. Auf!., Bd. II, 3,S. 417). Der Ausdruck „Verpuffen“ wird häufig auch von dem beimraschen Erhitzen eines Gemenges eines brennbaren Körpers mit sauer-stoffreichen Salzen eintretenden Verbrennen gebraucht, z. B. ein Ge-menge von Schwefelantimon mit Salpeter wird verpufft; Schiesspulveroder ein Gemenge von chlorsaurem Kali mit Kohle und Schwefel ver-pufft beim Entzünden u. s. w.
Verquicken, syn. Amalgamiren, s. Amalgama'
tion 2. Aufl. Bd. I, S. 654.
Verschlucken. Von Gasen durch starre oder flüssige Kör-per (s. Absorption 2. Aufl. Bd. I, S. 19).
V e r S e i f e n. Die Zerlegung der Fette unter Bildung von Fett-säuren überhaupt sei es durch Einwirkung von Alkalien von Säuren ode f
!) Böttger, Koseleur’s verbesserte Vorschrift, Bd. CXXXVIII, S. 318.
2 ) Landois, ebendas. Bd. CXLII, S. 157.
3 ) Wildt, ebendas. Bd. CLIly s. 238; alte Vorschrift von Petzholdt.
4 ) Böttger, Dingl. polyt. Journ. Bd. CXLII, S. 157.