Versilbern. 217
v on Wasser bei hoher Temperatur oder auf irgend andere Weise; imen geren Sinne wird so die Zerlegung der Fette durch alkalische Ba-8en bezeichnet, welche erfolgt unter Bildung von Seifen (s. d. Art.Bd - VII, S. 748).
Versilbern (s. Art. Silber Bd. VIII, S. 898 und Art. Gal-vanoplastik Bd. III, S. 310, Art. Thonwaaren Bd.VlII, S. 787).
ist nur Weniges noch hinzuzufügen; die mechanische Versilberungün d die Feuer Versilberung werden ähnlich wie die Vergoldungen aus-geführt.
In neuester Zeit hat Martin 1 2 ) die Anwendung von Rohrzucker,Welcher durch Kochen mit Salpetersäure in sogenannten Invertzuckerärnge W andelt ist, zur Abscheidung des Silbers aus alkalischer Lösung111 Spiegelform auf Glas empfohlen und es gelingt dies Verfahren leicht,^enn man genau nach seiner Vorschrift verfährt:
Man bereitet sich folgende Lösungen: 1. 10 Grm. Silber in 100 C.C.destillij-tem Wasser, 2. 20 Grm. reines Aetznatron in 500 C.C. Was-8er , 3. 25 Grm. Rohrzucker in 200 C.C. destillirtem Wasser werdenänt 1 C.C. Salpetersäure versetzt und 20 Minuten lang gekocht, nachjlem Abkühlen 50 C. C. Alkohol von 90° Vol.-Proc. und soviel destil-brtes Wasser zugesetzt, dass man 500 C. C. Flüssigkeit erhält.
Endlich bedarf man noch reines Aetzammoniak von 0,984 specif.Gewicht = 3,5 Proc. Ammoniakgehalt. Man giesst nun zu 12 C.C.
obigen Silberlösung 8 C. C. der Ainmoniakfliissigkeit, daun 20 C. C.^atronlösung und fügt destillirtes Wasser zu um 100 C.C. LösungZl1 erhalten.
Waren die Verhältnisse gut beobachtet so bleibt die Flüssigkeit''ar, der erste zugesetzte Tropfen Silberlösung aber muss einen Nieder-schlag erzeugen. Die Mischung lässt man 24 Stunden stehen bevor^an sie verwendet.
Das Glas, welches man versilbern will, putzt man mit Salpeter-säure von 36° B. und einem Baumwollbäuschchen, spült mit Wasser undle gt es in die Versilberungsflüssigkeit, welche man aus obiger Mischung’h'ter Zusatz von l j V) bis 1 / 12 Vol. der Zuckerlösung darstellt.
Die Flüssigkeit färbt sich unter dem Einfluss des zerstreuten Lich-ts erst gelb, bald braun und in 2 bis 5 Minuten erscheint die ganzeGlasfläche mit Silber belegt. In 10 bis 15 Minuten hat die Silber-s chicht genügende Dicke erlangt; man spült gut mit Wasser ab, lässt^las abtropfen und an der Luft trocknen.
Die Silberfläche erscheint zwar polirt aber wie mit einem leichtengissen Schleier überzogen, fährt man nun mit einem Ballen von Gems-e der darüber hin, worauf man etwas feinstes Polirroth gestreut hat, soVerschwindet der Schleier und das Silber bildet einen tadellosenSpiegel.
Becquerel 3 ) hat gezeigt, dass man auch aus neutralen Salpeter-säuren Silberoxydlösungen das Metall in cohärenter Form auf elektro-nischem Wege niederschlagen kann. Es müssen nur sehr schwache6 lektrische Ströme benutzt werden und die Lösung sehr concentrirtSein. <-
*) Compt. rend. T. LVI, p. 1044; Dingl. polyt. Journ. Bd. CLXIX, S. 143.
2 ) Compt. rend. T. LV, p. 18; Dingl. polyt. Journ. Bd. CLXV, S. 373.