Verwandtschaft, chemische. 231
K 193), ein viel grösseres Vereinigungsvermögen anderen gegen-über äussern, als wenn in grösseren Massen im freien Zustand darge-s te!lt. — Weiter noch unterscheidet man als besondere Art, wie ein dritterKörper die Vereinigung von zwei anderen begünstigen könne, dass erselbst sich mit einem derselben verbinde und die Bildung einer Ver-bindung mit diesem, als eine Art chemischer Thätigkeit oder Bewegung,a uf den andern übertrage. So fassen viele Chemiker die Tliatsache auf,dass Stickstoff, welcher für sich schwieriger mit Sauerstoff' durch Ilitzeverbindbar ist, leichter eine solche Verbindung eingeht, wenn er mitWasserstoff gemischt ist, welchen man gleichzeitig sich mit Sauerstoffverbinden lässt; die Bildung einer höheren Oxydationsstufe des Stick-stoffs bei dem Verbrennen von mit Stickstoff gemischtem Wasserstoff'vird oft als auf Uebertragung chemischer Thätigkeit oder Bewegung°der der Oxydation vom Wasserstoff auf den Stickstoff bezeichnet,während andere Chemiker weniger eine solche eigentümliche Wir-kungsweise eines dritten Körpers als vielmehr die bei Verbrennung desWasserstoffs hervorgebrachte hohe Temperatur, und dass die Gegenwartdes sich bildenden Wassers die Entstehung der Oxydationsstufe desStickstoffs begünstige, als das die Bildung der letzteren Bedingende
^trachten.
Es ist schon hiermit ein Beispiel dafür gegeben, wie bezügliche mer experimental festgestellten Erkenntniss, dass unter gewissen Um-ständen die Aeusserung der Verwandtschaft zwischen zwei Körpernbe günstigt sein kann, doch noch Unsicherheit darüber herrscht, welcherönter gleichzeitig vorhandenen und nicht wohl aus einander zu halten-Umständen eigentlich der die Bildung der Verbindung begünstigendeSe b und mehr noch als früher herrscht jetzt Unsicherheit darüber, wel-cher von den verschiedenen Kategorien sogenannter die Bildung vonVerbindungen begünstigender Umstände, die hier aufzuzählen waren,eia bestimmter Fall, wo solche Verbindung vor sich geht, zuzuzählenSei i seitdem für mehrere Elemente die Existenz sogenannter activer°der erregter Modificationen d. i. von Zuständen, in welchen sie leich-Verbindungen eingehen, im Gegensatz zu den sogenannten inactiventodilicationen, wo sie denselben Substanzen gegenüber solches Vereini-| u ngsbestreben nicht zeigen, erkannt ist. So z. B. für den Sauerstoff,ass er in der sogenannten activen oder erregten Modification (vergl.zon Bd. V, S. 835, und Sauerstoff ozonisirter, Bd. VII,• 2G5) ein viel grösseres Verbindungsbestreben hat, als in der inacti-ven Modification, wie er mindestens zum weit überwiegenden Theil ino 61 Atmosphäre enthalten oder bei der Zersetzung sauerstoffhaltiger^ubstanzen durch Hitze darstellbar ist. Dass die Umwandlung einesorpers aus der inactiven in die active Modification durch sehr ver-iedene Umstände bewirkt werden kann — die sogenannte Ozonisi-^ un g des Sauerstoffs z. B. durch unwägbare Agentien wie Elektricität,urch chemische Veränderung in ihm enthaltener wägbarer Körper1 an gsame Oxydation feuchten Phosphors z. B.), durch Ausscheidung ausgewissen Verbindungen (dem Bariumsuperoxyd, dem übermangansaurena i z. B.) bei niederer Temperatur u. a. — lässt es als möglich unda ischeinlich betrachten, dass in einzelnen Fällen von Begünstigungtra trUäC ^ ler Verbindung, wo man bisher die Elektricität oder Ueber-8tiJ' Un f’ c k eni iseher Bewegung oder den Entstehungszustand als begün-en en Umstand bezeichnete, es vielmehr die Ueberführung des einen