urch wägbare Körper, und hier kann man wiederum unterscheiden diealle, wo der die Zersetzung bewirkende Körper sich selbst dabei nichtc nemi sc h verändert, und die, wo er selbst eine chemische Aenderung^leidet. Zu den ersteren Fällen gehören die, wo ein Körper mecha-ni »ch, beim Reiben oder Schlagen mit demselben, auf eine Verbindungeinwirkt und wahrscheinlich durch Wärmeentwickelung Zersetzung der-8 ®‘ben einleitet. Es gehören ferner dahin die sogenannten Contact-Wirkungen oder Zersetzungen durch Katalyse, wo die blosse Anwesen-heit eines Körpers Zersetzung zu bewirken scheint (dass z. B. viele•ein zertheilte Metalle und Metalloxyde das Wasserstoffsuperoxyd zer-setzen, ohne sich selbst dabei zu verändern). Es schliessen sich an diev on einigen Chemikern als wenigstens theilweise mit den eben bespro-°henen Fällen zusammenfallenden Zersetzungen durch Flächenwirkung(Ausscheidung gewisser Bestandtheile von Verbindungen an Körpern,Welche im Verhältniss zu ihrer Masse eine sehr grosse Oberflächehaben, und zwar ohne dass diese Körper dabei in chemische Verbin-dung eingehen; Ausscheidung von Farbstoffen, von Salzen z. B. ausLösungen durch poröse Kohle). Und an diese Zersetzungen reihen sichdiejenigen, welche bei der erst in neuerer Zeit erkannten Dialyse*)v °r sich gehen: die Scheidung mehrerer in derselben wässerigen Lösungenthaltenen Körper auf Grund des Vermögens gewisser Substanzen(tierischer Membranen, des sogenannten Pergamentpapiers z. B.) ge-wissen in wässeriger Lösung befindlichen Körpern (den sogenannteni^rystalloiden : vielen unorganischen und organischen Säuren, Salzen,Mucker u.‘a.), mit welchen sie einerseits in Berührung sind, den Durch-gang zu andererseits befindlichem Wasser zu gestatten, nicht aber ge-wissen anderen Körpern (den sogenannten Colloiden: Leim, Albumin,^Ummi, löslichem Kieselsäure- oder Thonerdehydrat u. a.).
Auch die Zersetzungen, bei welchen ein wägbarer Körper init-W'rkt, indem er selbst chemische Veränderung erleidet, können mehr-facher Art sein. Wir erwähnen hier zuerst der sogenannten Zersetzungd'irch Uebertragung der chemischen Bewegung. Nach der Ansichtv, eler Chemiker kann eine in Zersetzung begriffene Verbindung die-S( dbe Zersetzung auf eine andere Verbindung übertragen. SilberoxydErsetzt das Wasserstoffsuperoxyd durch Contact wie sich häufig aus-Sedriickt wird; aber die Sauerstotfentwickelung überträgt sich nun auchWif das Silberoxyd, welches zu Silber reducirt wird, und man sprichtWer von einer Zersetzung des Silberoxyds durch Uebertragung derGemischen Bewegung. Denselben Ausdruck braucht man zur Charak-^tisirung der Zersetzung gewisser organischer Verbindungen, wenndieselbe durch in ähnlicher Zersetzung begriffene andere VerbindungenWfigeleitet werden (Uebertragung der Zersetzung von faulendem d. i.Witer Bildung von Ammoniak und Kohlensäure sich zersetzendem thie-JWchem Schleim auf Harnstoff, so dass dieser unter Bildung derselbenf^oducte zersetzt wird; vergl. bei Gährung in Bd. III, S. 230).
Besonders häufig sind aber die Zersetzungen von VerbindungenWlter Mitwirkung eines dabei selbst sich chemisch verändernden Kör-pers, bei welchen der letztere oder ein Theil desselben sich mit einemA’heil der bisher bestandenen Verbindung zu einer neuen Verbindung
s l) Vergl. Graham über Dialyse in den Annal. d. Chem. n. Pharm. Bd. CXXI,1; Kopp u. Will’s Jabresber. f. 1861, S. 71.
Verwandtschaft, chemische.
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