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Neunter Band.
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236 Verwandtschaft, chemische.

nennen, betrachten die Anderen nicht diesen Zustand als solchen, s011dern dass die Substanz im Entstehungszustand zugleich in einer bes° nders zu unterscheidenden activen Modification auftrete, als das die Z erSetzung eigentlich Bedingende. Wo die Einen bezüglich der eben t,rwähnten Lösung des init Silber legirten Platins in Salpetersäure Ueb ß ftragung der chemischen Bewegung annehmen, erklären Andere ^' eZersetzung der Salpetersäure durch das Platin aus der äusserst fei° e ®Zertheilung, in .welcher hier dieses Metall auf die Säure einwirke. Abfnicht bloss für einzelne Fälle, sondern auch darüber, ob überhaupt 1 ®einer gewissen Weise Zersetzung durch Wahlverwandtschaft vor s’ cgehen könne, herrscht Unsicherheit oder werden ältere Ansichten dm" cneuere bestritten. Lange Zeit nahm man ohne Widerspruch an,Zersetzung einer Verbindung AB durch einen Körper C könne eing cleitet werden unter Mitwirkung der prädisponirenden Verwand'Schaft, welche ein gleichzeitig vorhandener Körper D ausiibe; W eI) ®

die Verwandtschaft von C zu A (des Zinks zum Sauerstoff" im Was= e

um Zersetz« 0 '’. „ s ozu

bei gewöhnlicher Temperatur) auch nicht so gross seivon AB (Wasser) unter Bildung von A C (Zinkoxyd) zu bewirken,könne als die Zersetzung begünstigend noch hinzukommen die Geg e °wart eines Körpers D (Schwefelsäure), welcher zu dem eventuellstehenden Zersetzungsproduct A C (Zinkoxyd) Verwandtschaft habe 1,0deshalb C (das Zink) zur Bildung desselben disponire. Jetzt sindmeisten Chemiker der Ansicht, ein Körper könne nur Verwandtsch«äussern zu einem bereits bestehenden, nicht zu einem der sich erst no cbilden soll, und also auch keine sogenannte prädisponirende Verwan«Schaft ausüben; für die Zersetzungen, zu deren Erklärung man frü°die Annahme prädisponirender Verwandtschaft als ausreichend betra c °tete, geben oder suchen jetzt die meisten Chemiker andere Erkb*rungen.

Die Aeusserung der Verwandtschaft zwischen zwei Körpern, ^dass Verbindung derselben erfolgt, wird, wie das Vorstehende z el », tdurch ganz dieselben Umstände begünstigt, welche Auch umgekeb 1Zersetzung der Verbindung bewirken können. Derselbe Umstand k» 0 ' 1 ’je nach seiner Intensität, zwei Körper sich verbinden oder die V®^bindung aus ihnen wiederum sich zersetzen lassen. Namentlich 8*dies für die Wärme. Quecksilber verbindet sich bei gewöhnlE^Temperatur nicht mit Sauerstoff; Erhitzen des Quecksilbers bis z1 "',Siedepunkt lässt es Verbindung mit Sauerstoff" eingehen; noch stär^res Erhitzen zersetzt wieder diese Verbindung zu freiem Quecksil 1 ^und freiem Sauerstoff. Ganz Aelinliches gilt für Wasserstoff" und S« 013 ^Stoff", die bei gewöhnlicher Temperatur sich ohne Verbindung niisc* 1 ^lassen, bei ßothgliihhitze Verbindung zu Wasser eingehen, bei äC '

hohen Temperaturen wiederum unter Zersetzung des Wassers i«

freien Zustand übergehen und in diesem neben einander exisb) 0 ^Ganz Aelinliches gilt für viele Paare von Körpern. Man drücktErkenntniss aus indem man sagt: durch denselben Umstand oderselbe Agens, je nach der Intensität desselben, könne die VerWä 1 ’ 1 ^Schaft zwischen zwei Körpern vergrössert und zur Aeusserung gel»' 9 ^,oder auch verkleinert und selbst aufgehoben werden. Aber fü r .jjtschiedene Paare von Körpern kann dieselbe Aenderung der Inte«eines gewissen Umstandes oder Agens in ganz entgegengesetztem &