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Neunter Band.
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244 Verwandtschaft, chemische.

Substanzen schrieb man derjenigen die grössere Verwandtschaft z«einem gewissen Körper zu, welche den letzteren seiner Verbindungmit der andern Substanz entziehen kann. Schon in der zweiten HäU tedes 17ten Jahrhunderts zog man aus solchen Zersetzungen durch ein*fache Wahlverwandtschaft Schlussfolgerungen auf die relativen Vor-wandtschaftsgrössen, welche einem Körper in Beziehung zu mehrerenanderen Substanzen zukommen, und namentlich im vorigen Jahrhundertbeschäftigte man sich viel mit der Aufstellung von Ver wan dts chaf ts*tafeln oder Affinitätscolumnen, der Ordnung mehrerer Sub-stanzen, welche der Verbindung mit einem und demselben Körper fähigsind, in eine Reihe, so dass jede in der Reihe vorstehende Substanzeine nachstehende aus der Verbindung mit jenem Körper abscheideboder in umgekehrter Ordnung, dass jede in der Reihe vorstehende Sub-stanz durch jede nachstehende aus ihrer Verbindung mit jenem Körp 0rausgeschieden wird. In solchen Verwandtschaftstafeln lässt sich dc fEinfluss, welchen das Mengenverhältnis zweier Substanzen, deren jed 0sich mit einem gewissen Körper verbinden kann, darauf ausiibt, welch 0von ihnen mit diesem Körper in Verbindung geht oder bleibt, ode rwelche frei wird oder frei bleibt, nicht angeben. Dem die relativ 0Grösse und die Ordnung der Verwandtschaften so wesentlich bedingende«Einfluss der Warme suchte man Rechnung zu tragen durch Unterschei*düng der Verwandtschaftstafeln für die Einwirkung der Körper a" 1nassem und auf trockenem Wege; für jeden Körper stellte man di 0verschiedenen der Verbindung mit ihm fähigen Substanzen zweimalReihen zusammen, einmal danach, wie sie sich bei Versuchen auf so-genanntem nassen Wege d. h. unter Anwendung von Lösungsmittel«und bei Temperaturen, welche von der gewöhnlichen nicht sehr wedverschieden sind, bezüglich ihrer (wie oben angegeben bemessene«)Grösse der Verwandtschaft zu jenem Körper in Reihen stellen, und so-dann auch danach, wie sie dies bei Versuchen auf sogenanntem trocke-nen Wege d. h. ohne Anwendung von Lösungsmitteln und in erhöht 0 *Temperatur einwirkend, thun.

Bei dieser Art, die Verwandtschaftstafeln aufzustellen, konnte eSnicht die Absicht sein, die relativen Grössen der Verwandtschafte«’welche verschiedenen Substanzen zu einem und demselben Körper z«*kommen, genauer in Zahlen auszudrücken, sondern nur für je zff 01Verwandtschaften anzugeben, welche grösser und welche kleinerdie andere sei. Und auch dafür wurde vorausgesetzt, der Erfolg d 0fEinwirkung einer Substanz auf eine Verbindung, zu deren einem B 0 'Standtheil sie Verwandtschaft hat, beruhe ausschliesslich darauf,diese Verwandtschaft grösser oder kleiner sei als die dieses Bestand”theils zu der anderen mit ihm bereits in Verbindung befindlichen S« b 'stanz. Dies wurde in der That in Bergman’s Verwandtschaft'lehre, welche von 1775 etwa an grosse Autorität bei den Chemik 0r(1gewann, angenommen. Nach Berginan kann der Anziehung defAtome zu einander (der Verwandtschaft) sehr wohl die allgemeine A«'Ziehung (Schwerkraft) zu Grunde liegen; nur sei die Anziehung d 01Atome zu einander anderen Gesetzen unterworfen als bei den übrig 0 ”Gravitationserscheinungen gültig sind, wegen der verschiedenen Gest«der Atome und wegen ihrer verschiedenen Stellung. Alle Körp erhaben Anziehung zu einander, aber je zwei verschiedene Paare ^o«