250 Verwandtschaft, chemische.
können sich alle mit Verwandtschaft zu einander begabten Körper nachallen möglichen Verhältnissen mit einander zu chemischen Verbindun-gen vereinigen, wenn nicht die Cohäsion oder die Elasticität der ~V er-bindung oder eines Bestandtheils den Verbindungsverhältnissen Grenzensetzt., wo dann Verbindung nur nach einem Verhältniss oder innerhalbgewisser Verhältnisse stattfindet. So z. B., wenn einem Verhindern gs-verhältniss (des Wasserstoffs und Sauerstoffs zu Wasser) eine ganz andereElasticität und überhaupt andere physikalische Eigenschaften zukommenals den Bestandteilen, namentlich auch ganz andere Cohäsion; zwe Jlösliche Körper wie Baryt und Schwefelsäure vereinigen sich nachEinem Verhältniss zu unlöslichem schwefelsaurem Baryt. Ein einzige 5Verbindungsverhältniss zu einem neutralen Salz existirt auch, wenndieses sowohl als seine Bestandteile löslich sind. Ein löslicher Bestand-teil eines Salzes eine Säure z. B., braucht, um in eine unlöslich®Verbindung mit einer Basis gebracht zu werden, eine gewisse Meng evon der letzteren; aber wenn die Basis selbst eine unlösliche ist, könn®sie auch in noch grösserer und sich stetig ändernder Menge in die Zn'sammensetzung einer aus diesen Bestandteilen sich zusammensetzendcnunlöslichen Verbindung eingehen. Hier sei ein Grenzverhältniss nacheiner Seite gegeben; auch nach beiden Seiten können solche Grenz'Verhältnisse existiren. Für die Ueberwindung der Cohäsion des Eisen 5bei seiner Verbindung mit Sauerstoff sei auf eine gewisse Menge Eiseneine gewisse Menge Sauerstoff, fiir die Ueberwindung der Einstich”®des Sauerstoffs auf eine gewisse Menge desselben eine gewisse Meng”Eisen als die geringste diese Wirkung noch ausübende notwendig»zwischen diesen beiden Grenzen können sich aber Eisen und Sauersto"nach jedem Verhältniss zu einer gleichartigen Verbindung vereinig®”'
Schon in dem ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts wurd®”Berthollet’s Ansichten über die ZusammensetzungsVerhältnisse d efchemischen Verbindungen widerlegt. Namentlich Proust zeigte, das 9die Bildung der Oxyde, der Schwefelverbindungen und der Salze g a ” zallgemein an feste und unveränderliche Verbindungsverhältnisse geb””den ist und dass scheinbare Ausnahmen hiervon nur auf mechanisch®®Mengung von Verbindungen nach festen Proportionen beruhen,der genaueren Erkenntniss und Anerkennung der stöchiometrischen G esetze wurden Berthollet’s Ansichten über die quantitativeZusamt”® 1 ^Setzung definitiv beseitigt. Es war dies von Einfluss darauf, da-Berthollet’s Verwandtschaftslehre im Ganzen wieder mehrbezwen®wurde und die ohnehin einfacher erscheinende B ergman’sche L e ”erneute Zustimmung fand; wie denn auch jetzt noch für die mei äte ^chemischen Vorgänge, bei welchen die Zersetzungen und Verbind””gen mit grosser Energie und meistens in demselben Sinne vor sich S ehen, man eine Erklärung nach den von Bergman ausgesproche” e _Ansichten giebt, welche Erklärung allerdings häufig nur eineSchreibung des empirisch erkannten V organgs ist. Aber für viele F” ^wo sich die Erklärung nicht so leicht lediglich auf Grund gevvi 99 ^Annahmen über die Verwandtschaftsgrössen geben lässt, und nar ”° g j,lieh für die Fälle der sogenannten reeiproken Verwandtschaft ( ve ^S. 237) hat man das, was Berthollet bezüglich des Einflussesanderer Umstände auf das Resultat der chemischen Einwirkung ^schiedener Körper unter einander lehrte, nicht zu entbehren oder d” 1