260 Verwandtschaft, chemische.
wenn in V erbindung mit der letzteren den elastisch-flüssigen Zustand an -nimmt. Man hat auch versucht, einen Ausdruck der Grösse der Vef'wandtschaft, mit welcher flüchtige Substanzen in Verbindungen (Wasselz. B. in den Verbindungen mit Salzen) gebunden sind, auf die Betrach'tung zu gründen, bei welcher Temperatur eine solche Substanz aus der jVerbindung entweicht und einer wie hohen Quecksilbersäule dabei d ,e !Spannkraft ihres Dampfes das Gleichgewicht hält d. h. die Verwandt' |schaft mit dem Druck einer Quecksilbersäule zu vergleichen r ). F' iralle diese Versuche liegt ein Hinderniss darin, dass sie die Verwandt'Schaft zweier Substanzen zu einander als eine constante Grösse b®'trachten, zu deren Ueberwindung ein mehr oder minder hoher Hitzgradgenügen könne. Verwickelter wird die Betrachtung, wenn man eü> eAenderung der Grösse der Verwandtschaft zwischen zwei Substanze 11mit der Temperatur annimmt; und diese Annahme lässt sich nach den 1 ’ !wie die Wärme Verbindungen einleiten kann (vergl. S. 230 u. 236)’nicht wohl abweisen.
Etwa von dem Jahre 1840 an hat man die Wärmeentwickelung eI)bei der Bildung von Verbindungen für eine grössere Zahl derselben z [1bestimmen gesucht. Die ersten Versuche in dieser Richtung ergäbe 11Manches, was später als irrig erkannt wurde; bald wurde behauptet’die Wärmemenge, welche eine und dieselbe Säure bei der Verbindungmit verschiedenen Basen entwickele, sei stets gleich gross, bald dass b elder Verbindung äquivalenter Gewichtsmengen verschiedener Säure 11mit derselben Basis gleich viel Wärme frei werde. In dem Maas? 8 ’als die Bestimmungen der Wärmeentwickelung genauer und weiter a« 3 'gedehnt wurden, erkannte man für eine wachsende Zahl von Fällen, daS’ein Körper zu derjenigen unter mehreren mit ihm verbindbarenstanzen die grösste Verwandtschaft zeigt, durch deren Verbindung nlltihm auch die grösste Wärmemenge entwickelt wird; man begann ( ß t"' äum 1844) die bei Verbindungen statthabende Wärmeentwickelung a *ein Maass der chemischen Verwandtschaft zu betrachten. Vieles spri® 11für die Zulässigkeit dieser Betrachtungsweise, wenn auch zahlreich 0Funkte, namentlich was die Schwankungen betrifft welche für ,eGrösse der Verwandtschaft zwischen denselben Körpern bei verschi®denen Temperaturen möglich zu sein scheinen, noch nicht aufgeklä 1 "sind. Es können hier nicht specieller die Einzelbestimmungen, wel c h efür die Wärmeentwickelung bei chemischen Vorgängen erhalten V° rden sind, mitgetheilt werden (vergl. Wärmewirkungen bei ch®'mischen Vorgängen), und es lässt sich deshalb hier noch nicht 1,1speciellerer Weise an Beispielen zeigen, wie der eben angeführte allg®meinere Satz in einer Menge von Fällen zutrifft 2 * * S. * * ).
Man versteht unter Verwandtschaftsgrösse eines Körp® rämanchmal etwas Anderes als die Intensität, mit welcher er einen aI1 '
l) Vergl. Mitscherlich’s Lehrb. d. Chem. 4. Aufl. Bd A, 1. Abtbl. S. 562 n.
Am Umfassendsten sind die Grundzüge eines thermochemischen Systems
wickelt von Thomsen, welcher von den Grundsätzen ausgeht, dass die Intens 1der chemischen ICraft in demselben Körper bei unveränderter Temperatur cü eseist und dass die ganze durch eine chemische Wirkung erzeugte Wärmemen£ e ^
Maass für die bei dem Process entbundene chemische Kraft ist. Vgl. dessenhandlungen in Poggend. Annal. Bd. LXXXVIII, S. 349, Bd. XC, S. 261, irf’
S. 83 u. Bd. XCII, S. 34; im Auszug in Annal. d. Chem. u. Pharm. Bd. LXXK ^
S. 141 u. XCII, S. 178, auch in Liebig u. Kopp’s Jahresber. f. 1853, S. 30 l1,
1854, S. 29.