Band 
Neunter Band.
Seite
278
JPEG-Download
 

278 Viola. — Violantin.

teiri und 1 Thl. heissem Alkohol von 90 Proc., in 125 Thln. kalten 1und 4 Thln. heissem Aefcher; es ist in Chloroform, fetten und äthei' 1 'sehen Oelen leicht löslich.

Das Vinetin schmilzt bei 139° C. und zersetzt sich in höhererTemperatur.

Das chlorwasserstotfsaure Salz, C^H^IS O u . HCl -)- 4HO, kry*stallisirt in weissen Warzen; das essigsaure Salz krystallisirt nicht; dasoxalsaure Salz bildet schwerlösliche Krystallnadeln; das salpetersaureSalz enthält 4 Aeq. H 0 und ist schwerer löslich als das schwefelsaureSalz. Fe-

Viola. V. odorata L., das Veilchen. Die Bestandteile diese 1Pflanze sind höchst unvollkommen untersucht. Die wohlriechendenBlüthen sollen neben dem Farbstoff' geringe Spuren ätherisches Oebzwei Säuren (s. Violen säure), einen brechenerregenden Stoff (sieheViolin), Zucker und andere Stoffe enthalten. Der Farbstoff' der Bl' 1 "then wird durch Säuren leicht roth durch Basen grün gefärbt. Um deufür sich leicht veränderlichen Farbstoff haltbar zu machen, wird derfrisch bereitete mit reinem Wasser dargestellte Auszug mit hinreichendZucker versetzt erhitzt (der sogenannte Veilchensyrup Sympus violaruffl*der Apotheken); der wässerige Auszug soll sich auch ohne Zuckerzusatzeonserviren, wenn er in verstopften Flaschen allmälig bis zum Siede»erhitzt wird, und dann luftdicht verschlossen und gegen Licht geschütztaufbewahrt wird (Geiger). Nach Erdmann hält sich ein Auszugder Veilchen mit Essig in kleinen vollgefüllten Flaschen an einem küh"len Ort, und giebt vorsichtig mit Alkali neutralisirt eine schön bla ueLösung. Die Blätter und Samen wie die Wurzeln von Viola odor0&sollen auch Violin (s. d. Art.) enthalten, die Wurzeln enthalten ausser'dem Stärkmehl, eine ‘gelbfärbende Substanz und andere Stoffe.

Viola tricolor L., welche Pflanze als Herba jaceae officinell isbenthält einen gelbfärbenden Stoff’, Flarz, Pflanzenschleim und andei'ßSubstanzen, aber kein Violin (Boullay). Fe.

Violan von St. Marcell in Piemont, woselbst er mit de» 1Piemontit genannten Manganepidot vorkommt, soll nach Plattner sBestimmung 1 ) ein Silicat von Thonerde, Kalk, Magnesia und Natronsein, welches auch Eisen und Mangan enthält. Es fand sich derb «n din undeutlichen stenglig-körnigen Aggregaten, ist nach zwei Bichtu»'gen spaltbar, wobei die Spaltungsflächen nicht viel von 90° abweichen’ist dunkel violblau, glasartig glänzend, fast undurchsichtig, hat di eHärte = 5,0 bis 6,0 und das specif. Gewicht = 3,233. Vor dem Löth"rohre schmilzt es ziemlich leicht zu klarem Glase und färbt dabei d* eFlamme stark gelb, reagirt mit Borax und Phosphorsalz auf Mang» 0und Eisen, mit Soda auf Mangan und zeigt im Phosphorsalz ein K ie ‘selskelet. K-

\ iolantin 2 ) nenntBaeyer ein von ihm entdecktes Derivatde rHarnsäure, ein dem Alloxantin analoges Product, eine Verbindungvon Dilitursäure mit Violursäure. Formel des trockenen Violantin®C 16 H 6 N s Ojs; die krystallisirte Substanz enthält noch 8 HO.

!) Journ. f. prakt. Chem. Bd. XV, S. 329.

2 ) Annal. d. Chem. u. Pharm. Bd. CXXVII, S. 223.