280 Violetter Lack. — Yiolursäure.
die Veilclienblumen zwei Säuren enthalten, eine rothe Säure und eineweisse Säure. Die letztere Säure soll in farblosen seidenglänzendenPrismen krystallisiren, bitter schmecken, sich in Wasser, Alkohol undAether lösen, sie soll mit Basen gelbe Salze bilden, welche die Hau*färben. Das Silber- und Eisensalz sollen löslich und krystallisirbafsein. ■ Fe.
Violetter Lack, violet vegetal, ein aus Blauholzabkochungdurch Thonerde gefällter Lack.
Violin. Viola-Emetin. Nach Boullay ist in allen Theile 11von Viola odorata in Blüthen wie in Blättern, Samen und Wurzeln ein edem Emetin ähnliche aber doch von ihm verschiedene brechenerregendePflanzen8ub.stanz, welche er Violin nennt. Die Substanz wird au sdem alkoholischen Extract der Pflanze dargestellt. Das Extract wirdmit Aether gereinigt, der Rückstand mit Bleioxydhydrat gefällt, undder getrocknete Niederschlag mit sehr verdünnter Schwefelsäure ausg e 'kocht, die Lösung mit Alkohol ausgezogen, bei dessen Verdunsten Vin*lin als amorphes gelbes Pulver zurückbleibt. Das Violin ist schwer'löslich in Wasser, unlöslich in Aether, leichtlöslich in Alkohol, es schmecktbitter und scharf, und wirkt brechenerregend, nach Orfila giftig.
Das Violin soll sich von Emetin dadurch unterscheiden, dass eäleichter in Wasser, schwieriger in Alkohol löslich ist, besonders abe rdadurch, dass es geröthetes Lackmuspapier nicht blau, sondern gr*' 11färbt (?).
Das Violin ist noch nicht rein dargestellt, und nicht genau genuguntersucht, um zu sagen, ob es ein eigenthümlicher Körper ist; es ' ätwahrscheinlich im reinen Zustande identisch mit Emetin. Fe.
Viol in nennt Price 1 ) einen durch Behandeln von Anilin nidSchwefelsäure und Bleihyperoxyd erhaltenen blauen Niederschlag.
\ iolursäure 2 ) oder Nitrosobarbitursäure nennt B aey® 1ein von ihm entdecktes Derivat der Harnsäure, ein Mittelglied zWi'sehen Uramil (s. S. 29) und Dilitursäure (s. 2te Aufl. Bd. ILS. 467 und Annal. d. Chem. und Pharm. Bd. CXXVII, S. 211), wcl'ches er als Zersetzungsproduct der Hydurilsäure erhielt (s. Bd. HbS. 956; die Formel der Hydurilsäure ist nach ihm C 1P) H 8 !S 7 4 0 12 i ni®* 1 *wie dort angegeben C| 2 H 4 N 3 O i0 ). Die Violursäure ist C 8 H 3 Ns^, 8 ’oder H O . C 8 H 2 N 3 0 7 ; ihre rationelle Formel = C 8 H 3 (N0 2 ) N 2 0 8 ; f ,eenthält also Stickoxyd und entsteht aus der Hydurilsäure durch E 1 * 1 'Wirkung von Salpetersäure, von salpetriger Säure oder salpetrig * 5 ®' 1 ’rem Salz:
C 16 H 6 N 4 O i2 + N0 5 = C 8 H 3 N 3 0 8 -f C 8 H 2 N 2 0 8 + HO;
Hydurilsäure Violursäure Alloxan
oder
C 16 H 6 N 4 0 12 -f- K0.N0 3 2 N0 3 — KO.C 8 H 2 N 3 Oj -)- C 8 H 2
Hydurilsäure Violursaures Kali Afl° xan
—)- 2 HO -j— 2 N0 2 . jj
Die Violursäure bildet sich auch bei theilweiser Reduction v °
] ) Bepert. of Patent-Inv. 1860 Fevr., p. 159; Dingt, polyt. Jonrn.
S. 306. — 2) Annal. d. Chem. u. Pharm. Bd. CXXVII, S. 200.
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