282 Violursäure.
ßeducirende Substanzen, Schwefelwasserstoff, Jodwasserstoff u. »•>verwandeln die Violursäure in Uramil d. i. die Amidoveränderung derBarbitursäure; so giebt Schwefelwasserstoff:
C 8 H 3 (N0. 2 )N 2 0e + 4HS = C 8 H 3 (NI1 2 )N 2 0 6 -f 4S + 2HO-
Violursäure Urainil
Schwefligsaures Ammoniak giebt beim Erwärmen unter Bildungvon Schwefelsäure thionursaures Ammoniak.
Mit Dilitursäure verbindet sich die Violursäure leicht zu Violan*tin (s. d. Art. S. 278).
Die Violursäure ist eine einbasische Säure, sie zersetzt die essig'sauren Salze, nicht die Chlormetalle; die Salze sind RO. C s H 2 N 3 0 7 isie sind ausgezeichnet durch ihre schöne und mannigfaltige Färbung)besonders durch die schön blaue Färbung des Kalisalzes, die aber m>*überschüssiger Kalilauge behandelt roth wird, und der tief blauen Lö*sung des Eisenoxydulsalzes.
Violursaures Ammoniumoxyd, NH 4 O.C 8 H 2 N 3 0 7 , krystall*'sirt in schön dunkelblauen wasserfreien Prismen.
Violursaurer Baryt, Ba0.C 8 H 2 N 3 0 7 -)- 4HO, fällt aus g e 'löstem violursauren Kali mit Chlorbarium in rothen glänzenden qu»'dratischen Tafeln, die in kaltem Wasser beinahe unlöslich sind; sie ver*lieren das Krystallwasser bei etwa 230° C. vollständig.
Violursaures Bleioxyd, Pb 0. C 8 H 2 N 3 0 7 -)- 4HO, wird mit'telst doppelter Zersetzung in kleinen rothen Krystallen erhalten, <h ebeim Trocknen dunkelroth werden.
Beim Fällen von violursaurem Alkali mit Bleiessig bildet sich ei°röthliches basisches Salz (es enthielt 68 Proc. Blei und 0,5 Proc. Wasse r 'Stoff), welches einer einfachen Formel nicht entspricht.
Violursaures Eisenoxydul. Essigsaures Eisenoxydul gi®^auf Zusatz von Violursäure eine tief dunkelblaue Lösung, aus welch® 1 "Alkohol violursaures Eisenoxydul in sechsseitigen Tafeln mit rothen 1Metallglanz abscheidet; sie lösen sich leicht und mit dunkelblauer Farbein Wasser.
Violursaures Kali: K0.C 8 H 2 N 3 0 7 -j- 4HO. Das Salz bd'det tiefblaue Blätter oder Prismen; es löst sich viel leichter in heissen 1als in kaltem Wasser; die Lösung ist tiefblau. Das Salz wird bei ll 3bis 120° C. wasserfrei und ist dann grünlichblau. Mit überschüssig^Kalilauge versetzt wird die gelöste Violursäure roth, vielleicht durcBildung eines basischen Salzes; doch gelang es nicht ein solches d» 1 "'zustellen.
Aus einer Lösung von violursaurem Kali in heisser concentrirt erSalzsäure krystallisirt beim Erkalten eine Verbindung 2 (KGl.CgHäNii^-|- HGl -f- 12 HO in farblosen grossen glänzenden Prismen, die a °der Luft schnell verwittern, in Wasser leicht in Alkohol aber wen 1 /löslich sind; bei 100° C. verlieren die Krystalle das Wasser und d ieSalzsäure, die zurückbleibende Verbindung ist K€l.C 8 H 3 N 3 0 8 .
Violursaurer Kalk bildet ziegelrothe Krystalle.
Violursaures Kupferoxyd ist ein amorpher olivengrüner N iederschlag. .
Violursäure Magnesia, MgO.C 8 H 3 N 3 0 7 -(- 6 HO, wird d ul ’® rFällen von Violursäure oder dem Kalisalz derselben mit essig saurMagnesia erhalten; beim Vermischen verdünnter warmer Lösung