310 Wachholdercamphor. — Wachs.
das Oel mit Kreide und Chlorcalcium behandelt und mit Thierkohle g e 'reinigt, so ist das farblose Oel C 30 H 2 4 . 2H€l; sein spgcif. Gewichtig1,029 und sein Rotationsvermögen— 2,86 0 (Soubeiran u. Capitaine)’Die Ausbeute der Wachholderbeeren an Oel wird sehr verschiedenangegeben; nach Trenn lieh erhält man 0,77, nach Martius 0,65Proc. Oel; nach van Hees aus reifen wie aus unreifen Beeren 0,6Proc.; nach Blanchet aus einjährigen reifen Beeren 0,4 Proc., auSguten reifen Beeren (beim Destilliren mit Wasser und Kochsalz) 1,5^Proc., nach Steer geben die ganzen Beeren unmittelbar mit Wassel'destillirt etwa 0,4 Proc. Oel, zuerst mit Wasser ausgewaschen unddann destillirt geben sie 0,75 Proc.
Eine Auflösung des Wachholderöls in Branntwein ist der Wach'holderbranntwein oder Genever der Holländer wie der Engländer.
Das Oel wird als harntreibendes Mittel angewendet; innerlich g e 'nommen ertheilt es dem Harn Veilchengeruch. Fe-
Wachholdercamphor, WachholderölcaWphor, s. oben S. 309.
Wachholderholzöl, brenzliches Kaddigöl, Kadde-ö 1, Oleum juniperi empyreumaticum. Ein dünnflüssiger Theer, welcherdurch trockene Destillation oder Schwelung von harzigem Wachholde r 'holz von verschiedenen Juniperusarten gewonnen wird. Es ist ein dun'kelbraunes dickflüssiges Oel von wachholderartigen und zugleich brenZ'lichem Geruch. Es wird äusserlich zu Einreibungen bei Rheumatismus.Hautkrankheiten u. s. w. besonders in der Thierheilkunde angewendet.
"W a ch S. Diese ursprünglich dem Bienenwachs allein gehörendeBezeichnung hat man später als Gattungsnamen auf eine grosse Reihevon Körpern ausgedehnt. Man bezeichnet daher jetzt mit demmen „Wachs“ im weiteren Sinne Verbindungen theils pflanzlichen theü 9thierischen Ursprungs die den Fetten nahestehen, aber nicht wie dies®Glyceride sind (daher gehört das sogenannte japanische Wachs nid 1 * 1zu den eigentlichen Wachsarten). Von diesen Wachsarten sind wenig ehinreichend genau untersucht, um mit Sicherheit über ihre chemisch 6Zusammensetzung entscheiden zu können; sie sind sauerstoffarme Vei"bindungen und enthalten die höheren Glieder der Fettsäurereih 6C„ H„0 4 zum Theil wenigstens frei, zum Theil mit Alkoholradical 611verbunden. Sie sind in der Kälte mehr oder weniger hart, in de>Wärme weich, unter 100° C. schmelzbar; nicht in Wasser löslich’schwerlöslich oder unlöslich in Alkohol, löslich in Aether, flüchtig 60und fetten Oelen, in Schwefelkohlenstoff, Chloroform u. s. w. Sie sm^nicht ohne Zersetzung flüchtig, an der Luft erhitzt verbrennen sieleuchtender Flamme. Durch wässerige Alkalien sind sie nicht leid 1 *verseifbar, leichter beim Schmelzen mit Kalihydrat.
1. Pf 1 anz en w a chs.
Wachs findet sich im Pflanzenreich sehr allgemein, es findet sid 1häufig als Ueberzug auf Pflanzentheilen, so auf den Stengeln, aufFrüd 1 'ten, auf Blättern u. s. w.
Die wichtigeren der bis jetzt wenn auch meistens nur unvollständiguntersuchten Pflanzen wachsarten sind etwa folgende: