366 Wärme.
Volum dasselbe bleibt, oder in der Sprache der Wärmelehre: die specih'sehe Wärme bei constantem Druck ist grösser als die specifische Wärm«bei constantem Volum und zwar um das Aequivalent Wärme der he*der Erwärmung unter constantem Druck geleisteten inneren und äusse -ren Arbeit. •
Es kann auch bei constantem Volum eine Aenderung der geg® nseitigen Lage der Atome eintreten, welche ebenfalls zu ihrer Hervot'bringung eine Arbeit in Anspruch nimmt, wie das z. B. bei der T° r 'sion eines festeu Körpers der Fall ist. Das Eis zieht sich zusamtn® 11wenn es schmilzt, andere Körper dehnen sich hierbei aus ; es lässt sie* 1ein Körper denken, bei dessen Uebergang aus dem festen in den trop 1 'barflüssigen Zustand weder Ausdehnung noch Zusammenziehung et 'folgt. In dem flüssigen Zustande müssen wir eine andere Anordnungder Theilchen annehmen als in dem festen; es wird eine innere Arb® 1 *erforderlich sein, um diese Umsetzung der Theilchen zu bewirken, u n ®dieser Aufwand an Arbeit kann dadurch geschehen, dass einem zweit® 11Körper von der lebendigen Kraft seiner Theilchen genommen und di®* 16zu jener Arbeit verwendet wird, dass der zweite Körper abg ekühl*wird, dass Wärme von ihm zu dem ersten Körper übergeführt wird-
Bei dem Schmelzen wird diese zugeleitete Wärme ganz zur Arb®^verwendet, ohne dass eine Temperaturerhöhung eintritt; man sagt di®zugeleitete Wärme werde latent. Ein ähnliches Verhältniss tritt b elder Verdampfung ein.
62. Ueber die Art der Bewegung der Atome der Körper, dur® 1
welche uns diese warm erscheinen, lehren die Wärmeerscheinung® 11sehr wenig, da sie uns nur die lebendige Kraft angeben, und die äebei den verschiedenartigsten Bewegungen dieselbe sein kann. Bei hsten Körpern müssen die Bewegungen oscillatorische sein, da wir a °nehmen müssen, dass die Atome dieser Körper eine gegenseitige Glei®^gewichtslage haben, welche die Mittelpunkte jener Oscillationen an g e 'ben. Bei gasförmigen Körpern scheinen die Atome im Mittel in ?0 "chen Entfernungen von einander zu sein, 'dass eine gegenseitigeZiehung nicht mehr merklich ist, und diese Atome werden daher, ^‘ lauf sie keine Kraft wirkt, sich mit der erhaltenen Geschwindigkeit g e 'radlinig und gleichförmig fortbewegen, bis sie in der Nähe eines and e "ren Atoms angekommen durch die gegenseitige Abstossung der Aetk® 1 *hüllen auf einander stossen und dann nach anderen Richtungen f° rt 'fliegen. Dabei ist aber eine Drehung der Atome um ihren Schwe r 'punkt nicht ausgeschlossen, auch bei den zusammengesetzten Gas® Dnicht die Bewegung der Bestandtheile eines Atoms um dessen je'*’ 611gen Schwerpunkt *). Wie sich hieraus der Druck der Gase erklä 1zeigt Clausius in folgender Weise. Stehen zwei ebene Plattensehr grossen Dimensionen in der dagegen sehr kleinen Entfernung '*einander parallel gegenüber, zwischen welchen das Gas sich befind® 1 *so erleidet jede dieser Platten von den sich bewegenden Lufttheil®^ 6 .Stösse, diese werden von der Platte zurückgeworfen, und bewegen slC gnun zu der anderen Platte, wenn sie nicht unterwegs schon auf and^Lufttheilchen treffen, welche ihre Bewegung wieder abändern.dieser verwickelten Bewegungen kann man eine einfachere einfi‘ lu ' en ’
!) Krönig, in Pogg. Annal. Bd. XCX, S. 316; u. Clausius, ebend.
S. 363.
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