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Neunter Band.
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Wärmewirkungen bei

chemischen Vorgängen.

die

Die Wärm e wir ku n g e n bei der Umwandlung Eiu erModification eines Körpers in eine andere gehören streng S e ~nommen nicht zu denen, die als Wärmewirkungen bei chemischen Vor*gängen bezeichnet werden. Aber ein gewisser Zusammenhangstatt; bei der Betrachtung der Wärmewirkungen bei chemischen Vor-gängen ist darauf, dass die verschiedenen Modificationen derselben Sub-stanz bei der nämlichen Temperatur ungleiche Mengen Wärme in sicenthalten, Rücksicht zu nehmen. Es mag deshalb, was die Erkennt"niss des letzteren Gegenstandes betrifft, hier zunächst in Erinnerunogebracht werden.

Bei dem Uebergang eines Körpers aus dem amorphen in den kry'stallinischen Zustand zeigt sich häufig Wärmeentwickelüng. Dieselb®ist weniger wahrnehmbar, wenn der Uebergang nur sehr allmälig ef ’folgt und die bei der Umwandlung frei werdende Wärme in demMaas se ’wie sie frei wird, sich weiter verbreitet; sie kann aber wahrnehrnb® 1 ’gemacht werden dadurch, dass die Umwandlung durch begünstigetUmstände — angemessene Temperaturerhöhung z. B. oder Vergr« sserung der Oberfläche, von welcher aus die Umwandlung vor sich geht'"auf einen kürzeren Zeitraum zusammengedrängt wird. Amorpher Sch 1 ^®fei wird bei 93°C. rasch zu krystallinischem umgewandelt undTemperatur des Schwefels erhöht sich dabei bis auf 110°C.; amorph® 3Selen wird bei etwa 100°C. rasch krystallinisch und ein davon umgebe 11 ® 3Thermometer steigt dabei auf 210° bis 215°C.; amorpher Zucker n a 'dem Schmelzen während er noch zähe ist zu feinen Fäden ausgezog efl ’wird jetzt rasch krystallinisch, und hierbei ist Temperaturerhöhung 138°bis auf80°C. beobachtet. — Auch bei dem Uebergang eines Körpf,aus dem einen krystallinischen Zustand in einen anderen wesen » 1von dem ersteren verschiedenen (bei dem Uebergang Einer Modific 011 .einer dimorphen Substanz in die andere) findet Wärmewirkung siadie sich auch wieder deutlich zeigen kann, wenn der Uebergangschleunigt wird. Wird rhombisches (gelbes) Jodquecksilber in e1 ' ‘grösserer Menge rasch durch Umrühren und Drücken in die q» a g ,tische (rothe) Modification übergeführt, so steigt ein von ihm 11111benes Thermometer um mehrere Grade; bei dem Uebergang de3Krystallisation aus dem geschmolzenen Zustand erhaltenen) mono» 11 ,metrischen Schwefels in den rhombischen — welcher Uebergang llUZusammenbringen des Schwefels mit einer gesättigten Lösung von Sch ^fei in Schwefelkohlenstoff sehr rasch bewirkt werden kann —' e

so viel Wärme frei, dass sie die Temperatur der angewendeten M®Schwefel um 12°C. erhöhen kann. — Für solche Wärmewirkung en ’züglich deren aus der grossen Zahl bekannter Beispiele hier r ' ur . e .wenige erinnert wurde, bietet sich zur Erklärung oder als a,llg er ° e üC tirer Ausdruck am Einfachsten die Annahme, dass derselbe Körp er ’ a e rfür denselben Aggregatzustand, je naph der Modification, in weh' 11 ® .

existirt, ungleiche Mengen Wärme i n sich enthalten kann 1 ). Die V g ; n eSnannten Beispiele erläutern dies für verschiedene Modificationen e ^ gf] ,und desselben Körpers für den festen Zustand. Einzelne Thatsac^

welche weiter unten zu besprechen sind, deuten darauf hin,zelne Körper selbst in den verschiedenen Modificationen, welche

dass,sie

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x ) Vergl. Graham in Poggend. Annal. Bd. XLYIII, S. 344; K°PPtheoretischer Chemie (Braunsehweig 186:;), S. 130.

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