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560 Wasserglas.

seiner Billigkeit, sondern auch wegen seiner dünnflüssigen Beschaffe 0 'heit den Vorzug verdient, obgleich andererseits nicht zu leugnen ist, dassdas Kaliwasserglas, besonders wo es darauf ankommt, die Festigkedder Masse zu erhöhen, bessere Dienste leistet. In einem solchen Fall eist es sehr zweckmässig, das Doppelwasserglas zu verwenden. —■ Es lS *ausserdem einzusehen, dass man in allen Fällen, in welchen man d eDAuswitterungen 1 ) Vorbeugen muss, nur Kaliwasserglas verwenden kann!

so z. B. darf bei der Stereochromie, wenn die Bilder rein bleiben sol'len, nur Kaliwasserglas gebraucht werden.

Die erste technische Verwendung, welche das Wasserglas erfuhrtwar als Schutzmittel gegen Feuergefährlichkeit. Fuchs 2 ) verwendet®es hierzu schon im Jahr 1826, und zwar imprägnirte er damit das be ir ®Münchener Theaternenbau verwendete Holzwerk, ferner gebrauchte etes zum Bestreichen der leicht brennbaren Coulissen u. s. w, Zu le* 2 'terem Zwecke diente eine verdünntere Wasserglaslösung und Flieh 9 *erlangte die gehörige Stärke des Ueberzuges durch mehrmaliges £>®’.streichen. Ist nämlich die Lösung nicht zu sehr concentrirt, und wi fein neuer Anstrich nur auf den völlig trockenen vorhergehenden A 0 'strich aufgetragen, so wird der Ueberzug weder rissig noch sprioSer, auch werden Gegenstände von Leinwand und ähnliche nicht steif uozerbrechlich. — Seitdem wurde die Verwendbarkeit des Wasserglas®'zum schwerer Verbrennlichmachen leicht entzündlicher Stoffe vielfa^aufs Neue erprobt und besonders die Versuche, welche die englischAdmiralität 3 ) auf dem Schiffswerfte von Portsmouth anstellen lie s9 ’fielen günstig aus^ der Werth des Wasserglases zu genannten Zweck® 11ist durch diese Versuche ganz ausser Zweifel gestellt. Zweckmässig®*noch als blosses Wasserglas, erwies sich bei dem Versuche einWass® 1,glasüberzug combinirt mit einem gewöhnlichen Kalkanstrich; WasSübte auf einen solchen Ueberzug kaum einen bemerklichen Einfh pS '— In dem citirten Berichte wurde ausserdem noch hervorgehobe ,,,wie vortrefflich ein Wasserglasüberzug oder ein Kalk - Wasserglas iib® 1 ^zug zum Conserviren des Holzes wirkt; er schützt beinahe vollko 1 ®men gegen den Einfluss der Feuchtigkeit und d«r Atmosphärilien. ^conservirende Eigenschaft des Wasserglases für Holz wurde iibrig ePauch von anderer Seite bestätigt 4 ).

Eine sehr wichtige Anwendung des Wasserglases ist die für ® jStereochromie 5 6 * * ); so nannte Fuchs Wand- oder Momurnentalmal® 1 '

!) Fuchs, Kastner’s Archiv f. Naturwissenschaft, Bd. V, S. 385; Gesamn 1 ^

Schriften, S. 86 . — 2 ) Mechanics Magazine 1857, Nr. 1793; Dingl. polyt.

Bd. CXLIX, S. 194. — 3) Dingl. polyt. Journ. Bd. CXL1V, S. 194. — 4 )

ger’s Erfahrungen im berg - und hüttenmännischen Maschinenbau etc., 186 ^ ^

6 ) Fuchs'. Berichte der naturwissenschaftlichen Commission der bayer. ' öf

Wissenschaft. München, Cotta 1857 ; Gesammelte Schriften v. Fuchs, S. 272,

Cotta 1856; Dingl. polyt. Journ. Bd. CXLIII, S. 365 u. 427. Pettenkofer

der Augsb. Allg. Zeitg. 1861, Nr. 350 u. 351; nach Kuhlmann, die Anwendung d eS pe

Berglases, übersetzt von W. Hertel, Weimar 1859, S. 158 u, 162) hat durchVersuche die Technik der Stereochromie wesentlich verbessert. Seine Verbe sS ® ^gen erstrecken sich auf den Malgrund, das Fixirungswasserglas un ^Wasserglasspritze. Ein äusserst starke Saugkraft zeigender Malgrund)bedeutender Festigkeit, wurde durch Portland-Cement und Sand erhalten;

Cement 3 Vol. Sand.— Als Fixirungswasserglas wendet Pettenkofer reinesWasserglas mit etwas überschüssigem Kali an; nur die schwerer fixirbarenChromroth, Schwarz und Kobaltblau, werden durch ein mit Kieselsäure & eß& $$Kaliwasserglas ohne überschüssiges Kali, befestigt. — Die Wasserglasspritze e