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Neunter Band.
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Wein.

Sauerstoff nur im Verhältnis seiner Menge erregend wirken könne undass derselbe Sauerstoff nicht zweimal hinter einander im selben SinH ewirken könne. Es war damit unerklärlich, dass die kleinste Bla*®atmosphärischer Luft eben so gut ein Stückfass Most als einen Fingei'h»voll in Gährung setzen könne!). Nun stimmt aber diese Erscheinung S erade vollständig mit der Vegetationstheorie, denn es ist die wesentlich* 1 ®Eigenschaft eines Keimes, dass wenn die passenden Stoffe vorhanden shj ’seine Vervielfältigung gar keine Grenzen hat. Nach Betrachtung aller <L eser Thatsachen und Schlüsse werden wir zu der Ueberzeugung gefiihr tdass die fraglichen Keime, welche unzweifelhaft in der Atmosphäre schw®ben, und von denen die Selbstgährungen eingeleitet werden, nicht*anderes sind, als die Sporen oder Samen von verschiedenen SchimW e ^gattungen. Von diesen ist bekannt, dass sie nicht nur unter den i |Ul1 ’nigfaltigsten Umständen sondern auch in ungeheurer Menge dernach gebildet werden, dass sie wegen ihrer Leichtigkeit ihrer so ;lUäserordentlichen Kleinheit und staubartigen Beschaffenheit sich besonde rSleicht in der Luft verbreiten und sich in ihr lange schwebend zu erhalt® 11vermögen. Weiter ist von diesen Sporen bekannt, daS3 sie ihre Ke 11 ’ 1kraft durch das Trocknen nicht verlieren, sondern dass diese dadurch o** 1noch länger erhalten bleibt. In dieser Richtung bedarf die Atiäi® _auch wohl keiner weiteren Begründung. Dagegen erscheint es n ot11wendig nachzuweisen, dass die Schimmelsporen wirklich die in B estehende Eigenschaft besitzen. Viele von denen, welche sich mitreitung von Obstweinen beschäftigen, werden aus eigener Erfahrup»wissen, dass der Obstmaisch, das zerquetschte Obst, zwei sehr versch 1 ®dene Veränderungen zu erleiden im Stande ist. Lässt man dicKObstmaisch bei massigem Luftzutritt ruhig stehen, so wird man schnach 48 Stunden auf der Oberfläche eine Schimmelbildung wahrn®men, die immer mehr um sich greift, ohne dass sich geistige Gähi'p^einstellt: der Obstmaisch verdirbt. Wenn man denselben aber « lC {ruhig stehen lässt, sondern täglich mehreremale gut umriihrt, so t jkeine Schimmelbildung sondern geistige Gährung ein in der K®$.j,nach 36 bis 48 Stunden. Ja noch mehr: lässt man die Schimine 1düng auf der Oberfläche erst Platz greifen und beginnt dann mit 1 ^Umrühren, so hört in den meisten Fällen jede Schimmelbildungund es tritt nicht nur geistige Gährung ein, sondern es verschon 3sogar der dumpfige widrige Geruch, der sich mit der Schimmelbil“ 1 ^®eingestellt hatte. Diese Thatsache beweist unwiderleglich, d asSSchimmelsporen, welche von der Luft auf die Oberfläche dessches ausgestreut werden, ganz verschiedene Erscheinungen hervo ^bringen im Stande sind, je nachdem man sie zwingt, in dieser 0jener Richtung hin ihre Lebensthätigkeit zu entfalten. Einmal kp 111 '^,sie sich ungestört zu neuen Gebilden derselben Art entwickeln, ein 'deres Mal bei Ausschluss eines Theiles der Bedingungen der Luft msie zu Hefenzellen. Ist der Apfel- und Birnmaisch dicklich, so sc | u ' nI J r jtter nur, weil die Schimmelsporen nicht einsinken können, und bei

1) Ueber die Wirkung des Sauerstoffs auf den Weinmost s. Pasteui brend. T. LVII, p. 936; T. LVIII, p. 93. Bechamp (Compt. rend. T \ , ’ lief« 11 '

giebt an, dass beim Gähren des Weinmostes an freier Luft sich verschiedene ^ M'arten bilden; dass beim Gähren des filtrirten Saftes in einer abgeschlosse ^ ge-

mosphäre sich nur eine Hefenart bilde, der gegohrene Saft sei dann °“®* enSchmack und Geruch sehr verschieden vom Wein, der an freier Luft g c £°