998 Zinnchlorosulfid. — Zinncyanide.
luftbeständigen regelmässigen Octacdern oder Cubooetaedern ab. Da 3Salz bildet sich auch bei Darstellung von Musivgold (aus Zinn Schwefelund Salmiak s. S. 1048) und sublimirt hierbei in durchsichtigen Octae-dern. Die Krystalle lösen sich in 3 Thln. Wasser von 14°C.; eine con-centrirte Lösung zersetzt sich nicht beim Kochen; eine verdiinntere zer-setzt sich dabei unter Abscheidung von Zinnoxydhydrat, bei Gegen-wart von Farbstoffen vereinigen sich diese hierbei mit dem Zinnoxydidaher dient das Salz als Beizmittel (s. unten). Beim Erhitzen destrockenen Salzes entweicht Zinnchlorid und es sublimiren dann weisseblätterige Krystalle (Wittstein).
Das Ammonium-Zinnchlorid wird in der Kattundruckerei verwen-det bei Herstellung rother Farben und hat hiervon den Namen Pink-salz (von dem Englischen pink, hellroth) erhalten (s. S. 990).
Das Pinksalz dient bei rothen Farben vorteilhaft statt der sau-ren Lösung von Zinnchlorid (Composition der Färber), es hat vor die-sen den Vorzug, dass es nicht freie Säure enthält. Nach Rung®werden vielleicht bei dem Tafeldruck die Pinksalztafelfarben die Thon-beiztafelfarben verdrängen, da die Farbstoffe in Pinksalzlösung löslichsind; die Pinksalztafelfarben sollen überdies reiner und klarer erscheinenals Thonbeizenfarben, da die Zersetzung und Abscheidung'der Farb-stoffe aus der Zinnlösung erst durch die Anziehung der Faser erfolg*’nicht wie bei den Thonbeizenfarben durch das Verdampfen einer flüch-tigen Säure (Essigsäure). Baumwolle und Seide nehmen die Zinn-beizenfarben am leichtesten auf, doch auch Leinwand nimmt sie gut an(Runge). Bei der Anwendung von Pinksalzfarben ist aber derUebel-stand, dass mit einer Pinksalzlösung verdünnt werden muss, weil bei** 1Verdünnen mit Wasser Zersetzung eintritt, dadurch werden die Koste* 1wesentlich gesteigert (Rammeisberg).
Kalium-Zinnchlorid: KGl . Sn Gl 2 . Das Salz wird ähnlichwie das Ammoniumsalz dargestellt; oder man schmilzt gleiche Atom eZinnsäure und Kalihydrat und löst in Salzsäure. Das Salz kryst&H^sirt in Octacdern, die luftbeständig sind; sie lösen sich in Wasser * lB “werden beim Erhitzen zersetzt (Bolley und Lewy).
Magnesium-Zinnchlorid, Mg Gl. Sn Gl -(- 5 HO, krystalli slftin Rhomboedern (Lewy).
Natrium-Zinnchlorid: NaGl . SnGl 2 -j- 5140. Daswird wie das Kaliumsalz dargestellt; es krystallisirt in rhombische* 1Blättchen, die in kalter Luft beständig sind, in warmer Luft verwitt ern(Bolley). Wittstein hat das Salz in wasserfreien Würfeln erhalt®* 1 ’die an der Luft zerfliessen.
Die Verbindungen von Chlorbarium, Chlorcalcium und ChlorStrontium sind krystallisirbar, und haben nach Lewy die Formel* 1,BaGl . SnGl 2 + 5HO; Ca Gl . Sn Gl 4- 5440; und Sr Gl . Sn+ 5440. Fe-
Zinnchlorojodür s. S. 1002.
Zinnchlorosulfid s. unter Zinnchlorid S. " 7 -
Zinncyanide. Diese Verbindungen sind noch nicht mit S*^cherheit bekannt; wird Zinnchlorür oder Zinnchlorid mit Cyankaim ^gefällt, so entstehen weisse Niederschläge, wie es scheint vonoxydulhydrat oder Zinnoxydhydrat; zugleich bleibt etwas Zinn im Cy<