Zucker. 1087
entsteht Kohlensäure und Wasserstoff. Nach Pasteur wird die schlei-"'.'ge Gährnng durch eine eigenthiimlich organisirte Schleimhefe be-üln gt, welche Hefe aus rosenkranzartigen Kügelchen besteht.
Bei Schimmelbildung geht der Rohrz ucker vollständig in Invert-z ucker über (Beeh amp).
In einer Lösung von Zucker, welche etwas phosphorsaures Ammo-jüak enthält, tritt an der Luft bald eine mycodermische Vegetation baldälirung ein; bei dieser Gährung beobachtete Jodin zuweilen (vom 15.Ul 'i bis 15. September 1861) ein der Bierhefe nahestehendes Ferment,v ° n ihm Torula Pastorii genannt, welches bei Zutritt von etwas Luftünd bei Anwesenheit von phosphorsaurem Salz den Zucker nicht inöv ertzucker, sondern in zwei rechtsdrehende Zuckerarten umwandelt,v °n denen die eine amorph und der Glucose isomer ist, die andere kry-^Bisirbar und dem Rohrzucker C^HnOn isomer; Jodin nennt diese■ther Parasacharose, analog kann die erstere Paraglucose genannt"erden (nähere Beschreibung s. unten im Anhänge S. 1095 u. folgde.).~ Jodin 1 ) hat weiter beobachtet dass Rohrzucker in Lösung bei^ e gen\vart von phosphorsaurem Natron und Ammoniak unter gewissen'"ständen an der Luft sich in einen optisch unwirksamen Zucker um-' Va "delt, der nicht krystallisirbar ist, und die alkalische Kupferlösung"*cht reducirt; mit verdünnter Säure erhitzt verwandelt dieser inactive^"cker sich in verschiedene linksdrehende Zucker, die nicht mit Levu-° Se indentisch sind.
Der Rohrzucker zeichnet sich vor anderen Zuckerarten aus durch. le Fähigkeit grössere Krystalle zu bilden, durch die leichte Löslichkeit^ Wasser und die geringe Löslichkeit in Alkohol und die syrupartige, eäc haffenheit der wässerigen Lösung. Weiter ist charakteristisch die
'md Stärke des Rotationsvermögens nach Rechts, und die Urnände-
Art
^ Ull g des optischen und chemischen Verhaltens durch Einwirkung ver-. n nter Säuren oder Hefe. Der reine Rohrzucker wird durcli Ein-'KUng verdünnter Alkalien auch in der Wärme nicht merkbar ge-r m, eine schwache Färbung kann durch beigemengte Spuren am-j^etzten Zuckers verursacht sein. Concentrirte Schwefelsäure färbts - 0 schnell braun und bei gelindem Erwärmen schwarz, und es bildetist f k eine gepaarte Säure (Unterschied von Glucose). Eigentümlichy le 'ner das Verhalten gegen schwefelsaure Kupferoxydlösung; Roh-her bildet damit bei Gegenwart von hinreichend überschüssigemj. halt eine tief blaue Lösung, welche sich in der Kälte und beimj^ r "armen nicht verändert, erst nach längerem Kochen scheidet sich"pferoxydul oder metallisches Kupfer ab.e . Im Rohrzucker lässt sich beigemengte Glucose oder Fruchtzucker’ e nnen, dadurch dass diese durch Alkalien leicht stark gelb gefärbthil i 6n ’ un( I mit concenlrirter Schwefelsäure eine gepaarte Sulfosäureaüs > deren Barytsalz löslich inWa3ser ist. Ferner dadurch dass diesel*ch e , n ® r "Ralischen Kupferoxydlösung schon in der Kälte, augenblick-Ra 1 k eirn Erwärmen unter der Siedhitze Kupferoxydul abscheiden.v 0n 1 Beich findet beim Erhitzen einer heissen concentrirten Lösungs Gtt Sanrem chromsauren Kali mit reinem Rohrzuckersyrup Reductionb e i 1 ' v n^ ren d Rohrzucker der nur oder selbst '/ 8 Stärkezucker"mengt enthält, keine Einwirkung mehr zeigt. Ebenso verhindert
) Compt. rend. T. LVII, p. 434 ; Bullet, de la Sou. chim. Mai 18G4, p, 30«.