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Die antiken Gold- und Silber-Monumente des K.K. Münz- und Antiken-Cabinettes in Wien / beschrieben von Joseph Arneth
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Wie viel zur Zeit der römischen Kaiser gefunden wurde, zeigen die vielen Verord-nungen derselben «de Thesauro *) und insbesondere die 51. Novelle des Kaisers Leo «Deinvento Thesauro cujus esse debeat. Die merkwürdigeren Funde, die bekannt geworden, sind:

Im Jahre 1555 wurden zur Zeit des Papstes Paul IV. von einem Weinbauer beiSt. Vital eine ausserordentliche Menge Goldmünzen und Edelsteine gefunden. Der Finderflüchtete damit nach Venedig, und erhielt dort lebenslängliche Pension und das Bürgerrecht * 2 ).

Nach Lazius 3 ) wurden in Siebenbürgen 40,000 Goldmünzen, die meisten von Lysi-machus, gefunden. Als diess kund wurde, liess Georg Martinuzzi Nachforschungen halten,und in der That fand man 1000 derselben beim Cardinal Martinuzzi nach dessen Tode 4 ).Bei Tournay wurde am 27 . Mai 1653 ein Schatz gefunden, dem Erzherzoge Leopold Wil-helm übergeben und von Chifletius beschrieben 5 ). Nach dem Tode des Erzherzogs erhieltdiesen Fund vom Kaiser Leopold I. Philipp von Schoenborn, welcher ihn dem Könige vonFrankreich, dem er grosse Verbindlichkeiten schuldig war, im Jahre 1665 schenkte. Er kamdann in das Medaillencabinett im Louvre und von da in die königl. Bibliothek 6 ), woraus erbeim grossen Diebstahle im Jahre 1831 mit so vielen Sachen verschwunden ist 7 ).

Im Jahre 1714 wurde in der Nähe von Modena eine grosse Menge von Goldmünzengefunden; der Finder brachte sie nach Venedig, verkaufte dort die meisten (unter andernan Dominic Tiepolo, so dass durch den Kauf dieser Sammlung wahrscheinlich die schönenGoldmünzen der Familie Cornuficia und Domitia im k. k. Cabinette stammen). Man glaubt,der ganze Fund habe 80,000 römische Goldmünzen betragen, von denen die ältesten 707V. C. = 47. A. Ch. und die jüngsten 717 V. C. =37 A. Ch. geprägt waren, es waren nur32 Verschiedenheiten darunter 8 ).

Pellerin 9 ) sagt, dass bei Lataky in Syrien ein bedeutender Schatz griechischer Mün-zen gefunden wurde (worunter vielleicht auch die schönen Münzen von Smyrna, die nir-gends so viel und so vorzüglich als in Paris).

Im Jahre 1715 wurden zu Velperg bei Arnheim interessante Münzen gefunden, wel-che Cuper Gisbert 10 * ) beschrieb.

Ferner erzählt Pellerin), dass im Jahre 1760 bei Brest in der Bretagne bei 30,000Münzen gefunden wurden. Bei Foix wurden 60,000 Münzen gefunden, unter welchen Tran-quillina, Cornelia Supera, zwei Pacatiani 12 ), keine war jünger als Gallienus.

') Digest. L. XLI. Tit. I. 31. vel Codex L. X. T. XV. Codex Theod. X. Tit. XVIII.

) Montfaucon. LAntiquite expliquee. VIII. 136.

) Lazius (Reipublicae Rom. Comment. 1. XII. Edit. Frankf. p. 927) erzählt, dass walachische Schiffer um das Jahr 1540 aus der Ma-rosch in den Strig fahrend, in die Nähe eines Baumes ihre Schiffe gebracht, viele Münzen gesehen und die grosse Entdeckunggemacht haben.

4 ) Hammer. Geschichte des osmanischen Reiches III. 725. zweifelt daran, aber mit Unrecht; denn sie sind nicht nur nicht selten, son-dern sehr gemein. Bucholtz Geschichte Ferdinands I. B. IX. führt eben die 1000 Stück an; sie sind auch in dem Verzeichnisse derSchätze Martinuzzis aufgezählt, welches das k. k. geh. Haus-, Hof- und Staatsarchiv bewahrt.

) Opuscula varia. T. II. Anastasis Childerici I. Francorum regis. Antwerp. 1655. p. 1 330.

) Mabillon. Memoires des Inscr. et B. L. T. II. p. 638.

7 ) Temps. Lundi 26. Oct. 18.35 Dumersan Notice des monuments. p. 37. Paris 1824. Dumersan Histoire du Cabinet des medailles. Paris 1838.

8 ) Montfaucon. Lantiquite expliquee VIII. 136 _141. Cavedoni. Marmi Modenesi p. 44. Famiglie Romane p. 5.

9 ) Mel. I. p. 104.

°) Lettres de critique. Amsterd. 1742. 4 ° p. 179 etc.

") Recueil III. p. XLIX.

2 ) Eckhel. Doctr. I. p. Lxxxn

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