Armringe, Ohrgehänge, Stirnbinden, Kronen u. s. f. Nach Köhler haben sie einen ausser-ordentlichen Werth *}.
Es gibt in der That nicht leicht graziösere Schmuckgegenstände, als die Goldplattemit viermal sich wiederholender Cybele, welche mit der rechten, Hand einen Zweig fasst,und in der linken Hand eine Rose hält; die äussersten zwei Ränder sind mit je vier Lö-wenköpfen verziert. Ferner der Medaillon mit dem Kopfe der Pallas und die Torques mitSphinxen; vorzüglich auf der grossen Torques, deren schöne Schlüsse zwei skythische Rei-ter bilden; so auch der Schild mit übereinander gestellten Medusen und Venus-Masken; dasäusserst merkwürdige Gefäss aus Electrum, worauf sieben Skythen vorgestellt sind, vonwelchen zwei verwundet. Diese Gegenstände wurden in der Krimm, nahe bei Kertsch, imTumulus zu Kouloba gefunden 0*
Die bedeutendste Entdeckung von Goldgefässen ausser denen zu St. Miklos in derTorontaler Gespanschaft ist jene zwischen Buzeu und Brailow auf der Strasse nach Bille-cocq in der Wallach ei 1838. Dem Fürsten Michael Ghika verdanke ich seit März 1846 dieMittheilung der Lithographien der vorzüglichsten dieser Gegenstände, welche sich im inne-ren Wertlie auf 40 l5 / 64 Leipziger Pfunde belaufen. Das Merkwürdigste darunter ist einetiefe Schale, in deren Mitte Libera? als Statue in einem Kreise sitzt; innerhalb desselbenliegt ein Mensch, die rechte Hand unter dem Kopfe auf einem Kissen, zwischen 6 Thieren,worunter zwei ruhig schreitende, ein Löwe und eine Löwin. Den äusseren Rand diesesKreises bildet eine, wie eine Torques gewundene Verzierung 3 }. — Die zweite Umgebungbildet einen Kreis von 16 Göttern, deren hellenische oder römische Abkunft nicht zu ver-kennen, die aber mit barbarischen Elementen versetzt sind. — Unter den Göttern dürfteApoll durch Leier und Greif am leichtesten zu erkennen sein; undeutlicher sind Neptun(durch einen unten angebrachten Fisch}, Ceres und Proserpina durch eine Fackel, Bacchus?von Ariadne? gekrönt, die Dioscuren? durch Geisseln? charakterisirt; den äusseren Randbildet eine Verzierung von Weinlaub und Trauben; einer Lepaste ähnlich, jedoch ohneHenkel. Diese Schale wiegt 4 5 / 32 Leipziger Pfund oder 600 Ducaten.
Das zweite Gefäss hat die Gestalt eines sehr tiefen achteckigen Korbes, dessen eineHandhabe einen Panther vorstellt; die andere ist abgebrochen. Sonst sind auf derselbensehr viele rothe Glaspasten angebracht. 5°f 32 Pfund im Gewicht.
Eine Stirnbinde von 15 4 Leipziger Pfunden im Gewichte ist der dritte merkwürdigeGegenstand dieses Fundes.
Der vierte ist eine Torques mit einer Schrift von fünfzehn Buchstaben versehen ,welche der Schrift auf den Wiener Gefässen ähnlich ist. Diese Torques wiegt 1 7 /i« Pfund.Die zweite Torques 25 / 64 Leipz. Pfund 4 }.
') Köhler (K. H. E.) schrieb am 2. Oct. 1835 an K. Morgenstern (Karl Morgenstern. Heinrich Karl Ernst Köhler. Zur Erinnerung an denVerstorbenen. S. 119 n. 98): »Unter Andenn werde ich für die hiesige Akademie eine Abhandlung über die goldenen und silbernen»Gelasse, Schmuck u. s. w. bei den Alten vollenden, weil die hiesige kaiserliche Sammlung von allen ähnlichen jetzt die schönste und»wichtigste ist.« Bekanntlich ist dieser Schatz jetzt in einem der Durchgangszimmer der kaiserl. Eremitage nach der Newaseite zu, inGlasschränken aufgestellt, von wo auch Ref. ihn mehrmals zu betrachten Gelegenheit hatte.
2 ) Fred. Dubois de Montpereux. Voyage autour du Caucase. Vol. V. p. 208 etc. Atlas. Serie d'ArcheoIogie fol. XX. XXI. XXII. XXIV.
} Der Sitz der Libera ist mit Weinlaub auf eine Art verziert, wie der Kryslallbecher, der in Siebenbürgen gefunden wurde. Arneth.Cameen. XXXIII. 6.
4 ) Gestochen nach einer Mittheilung von mir in: Micali Gius. Monumenti inediti. Firenze 1844. Tav. LIII. 3 — jedoch mit der irrigen An-gabe p. 337: »Esistente nell’ I. e R. Museo delle Antichitä di Vienna,« wo es nicht ist und nie war. — Daraus floss auch die irrige
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