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Die antiken Gold- und Silber-Monumente des K.K. Münz- und Antiken-Cabinettes in Wien / beschrieben von Joseph Arneth
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Ausser diesen wurden noch gefunden eine runde ziemlich seichte Schale von 15 6 /i bL eipz. Pfunden, eine zwölfeckige von 3*/ 4 Pf.; eine Lampe mit einem Falkenkopfe von 1 3 / 4Pfund; eine andere mit einem Ibiskopfe von l 5 / 32 Pfund; dergleichen von 1'4 Pfund; einekleinere ohne Figur von 7 /i6 Pfund; eine Urne mit Handhaben von 3 43 / 64 Pfund und Bruch-stücke von P/is Pfund; das Ganze also von 40 15 / 64 Leipz. Pfunden im Gewichte, also einungefährer Betrag von mehr als 5000 Ducaten.

Der Frau Bar. Josika verdanke ich einen Brief des Herrn A. Kurz in Kronstadt,vom 25. Dezember 1847, welcher in vielem mit den Mittheilungen des Fürsten Ghika über-einstimmt, nur benennt er den Ort Pietraossa genauer, und gibt den Goldwerth auf 8000Ducaten an. Nach Herrn Kurz trägt eine Torques die Aufschrift: XAIPE KAI IHNE. Die Eu-ganeische Schrift ist ähnlich aber nicht genau wie die auf der Lithographie. Ferner gibtHerr A. Kurz die Zeichnung des sehr hohen Gefässes; eines andern mit einem Adlerkopfeverzierten, einer Lampe wie die gewöhnlichen Thonlampen. In der Nähe des Fundortes istein sehr erkennbarer Wall von viereckiger Gestalt, dessen jede Seite 715 Fuss Längehält. Auf der Spitze des höchsten Berges über dem Dorfe ist ein Ringwall, 20 Fuss imDurchmesser, welchen die Wallachen die goldene Scheune heissen. Bei dem Graben imInneren fand man Steinpflaster, und in der Umgebung mehrere in Reihen gemachte Gruben,Grundmauern von Gebäuden, Scherben von Gläsern, Ziegeln und dünnen Marmorplatten.Eine benachbarte Quelle wird jetzt noch die Quelle des Adlers genannt.

Die Funde der Goldmonumente in Neapel, auf den griechischen Inseln, in der Krimm,bezeichnen die Ausdehnung der griechischen Bildung, so wie jene Monumente, welche vonIrlands und Englands Küsten und von jenen Frankreichs bis in die Binnenländer, Deutsch-land und Ungarn die Wege durch die Länder bezeichnen, in denen die Kelten gleichzeitigwie die Etrusker in Italien geherrscht, wie uns die Erde in wenig getrennten Tagen Zeu-gen der Reichthümer dieser Völker wiedergibt, Reichthümer, die uns glauben machenkönnten, dass in Europa eine ähnlich grosse Goldmenge in frühesten Zeiten gewesen, wiein America bei Entdeckung dieses Welttheiles, denn jetzt füllen die Goldschätze der Etrus-ker die Museen Roms und die diesseits der Alpen die Überbleibsel keltischer Macht.

Auf gleiche Weise sieht man die Spuren der Römerherrschaft über der Erde ver-breitet; dann die der Völker, die sich auf ihrem Erbe entweder nur vorübergehend oderauf lange Dauer niedergelassen haben.

Angabe in Micalis Recension vonE. Braun in: Annali dell Instituto d. C. A. XV. 365, der die in Steiermark gefundenen Helme und dieseTorques als in Wien beisammen glaubt, indess nur die ersteren hier sind; ein gleicher Irrthum auch in der Gott. g. A. 1847 S. 12, 13,wo Hr. Wieseler sagt: »Die 168 Ducaten schweren goldenen Torques mit euganeischer (von dem Herrn Verfasser gar nicht erwähnter)Inschrift,« und citirt ausser den eben angeführten Werken auch Secchi Bullett. 1843. p. q. 3., wo aber der gelehrte Secchi, demich selbst die Durchpausung der Inschrift schickte, sie mit dem Beisatze bekannt macht: »il lucido duna collana doro trovata in Valla-chia, di cui leggesi una chiara ed indubitata iscrizione euganea.« Ich konnte daher die Inschrift nicht anführen, da sie sich leider nichtauf unserer Torques, sondern auf der in der Wallachei gefundenen und in Bukarest aufbewahrten vorlindet.