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Die antiken Gold- und Silber-Monumente des K.K. Münz- und Antiken-Cabinettes in Wien / beschrieben von Joseph Arneth
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Sammlungen der Monumente in Silber.

In manchen Gegenden wurden mehr Silber- als Goldmonumente gefunden; in derRegel sind auf jenen die Arbeiten schöner. Zu den vorzüglichsten Silbermonumentenrechne ich das Relief im k. k. Münz- und Antiken-Cabinette CS. V.) mit dem Opfer, welchesder Ceres dargebracht wird und das in Aquileia gefunden wurde. Ferner daselbst die inUngarn gefundene Schale mit den Bacchus-Vorstellungen. (S. UI.) Wenn schon nicht durchKunst besonders ausgezeichnet, so doch sehr merkwürdig sind die in der Bukowina vomWoloker Unterthane Michalasz Sadowey auf der Religions - Fondsherrschaft Kuczurmare8 Zoll unter der Erde beim Ackern im August 1814 gefundenen Gefässe, deren Silber fünf-zehnlöthig ä 1 fl. 20 kr. C. M. und von 184% Loth im Gewichte. (S. VIII.) Das Feld aufeiner Anhöhe, an deren Fusse der Bach Beretka, heisst Dumbrawa (Eichenwald ?), ist etwa% Stunde von jenen Schanzen (Horodiszere) entfernt, die Sobiesky auf seinem Rückzugegegen die Türken aufwerfen liess. Der Sage nach sollen in dieser Gegend schon mehrmalsSchätze gefunden worden und noch zu finden sein.

Vortreffliche Arbeiten in Silber werden in Neapel auf bewahrt, unter andern dieApotheose Homers, aus der Zeit der römischen Kaiser, welche Millingen 1 ) stechen liessund beschrieb; dann die Silberschale, auf deren einer Seite ein Mann, auf der anderen Mi-nerva auf einem Zweigespann daherstürmt. So sind daselbst Becher und Schale ohne Figu-ren; zwei andere Becher, von denen einer mit Figuren, der andere mit Verzierungen 2 ).

In Rom sind mehrere Silberwerke, z. B. in der Vaticanischen Bibliothek eine Schale,in deren innerem Raume eine Eberjagd. Abbildungen von Silbergefässen Hessen stechendie Gelehrten Winckelmann 3 ) das berühmte, worauf das Urtheil des Areopags über Orestesvorgestellt ist, zu dessen Gunsten Pallas ein weisses Loos in die Urne wirft; Oderici 4 )eine Schale, worauf Hercules, der den Nemäischen Löwen niederreisst; Alexander Vis-conti 3 ) eine Schale mit Eidechsen, Schlangen, Arabesken u. s. w.

Ausserordentlich ist der Reichthum an Silbergegenständen im neu errichteten MuseoGregoriano aus den Funden in den etruskischen Städten, besonders von Caere eine grosseSchale ohne Henkel, worauf ein Held wilde Thiere bekämpft. Diese Schale ist abermalsein Beweis der Verbindung zwischen Italien und Ägypten ').

Unweit Bologna wurde 1833 eine Silberschale mit einem Bacchanale gefunden, wel-che Bianconi 7 ) stechen liess und erklärte.

') Ancient unedited Monuments. London 1822. P. U. p. 25, 26 Tab. X1H. ^ yq r r a v.XLVIIL Vol. VIII. lav. XIV. Vol. X.

2 ) Viele antike Silberarbeiten Neapels sind gestochen in: Real Museo Borbomco Napo i Vol . X III. T. XL1X. Ed. Gerhard und

Tav. XIV. XLVI. Vol. XL Tav. XLV. und die schönen Gefässe mit den Kentauien wurden Mischgeffisse, Becher, Schalen, Spie-

Th. Panofka. Neapels antike Bildwerke 1 438 441. Im Hause des ^ q Via ttordici Vasi dargento dissotterrati in Pompei.

gel, dann 14 mit Kentauren und Kentaurinnen geschmückte Gefässe ge p e a Mr. de Salvandy. Revue de Paris. Annee

Discorso del Caval. Quaranta. Napol. 1837. Raoul * Rochette. Les Fouilles1841. T. IX. Sept. p. 22, 23.

3 ) Monumenti antichi inediti. Roma 1767. Fol. T. 151. P- 203207.

4 ) De argenteo Orcitirigis numo. Roma 1767. 4° p. 64. j ( 304-315. (Museo Chiaramonti. Ediz. Milan. LT. a. III. 8.p. 326).

5 ) Attidell Accademia Romana dArcheologia. Roma 1823. T. I.P. Revue (le Par j s . 1841. T. X. p. 56.

ö ) R. Rochette. Les Fouilles de Pompe! et les Musees de Naples e

7 ) Annali dell Instituto. Vol. IV. 1832. p. 304311. pl. XLV. B.

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