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lm Turiner Universitäts-Museum befinden sich vier Schalen, die hier (S. VIII.) imStiche initgetheilt werden; im Po wurde eine Silberschale gefunden, auf welcher ein Bas-relief mit dem Kampfe der Amazonen gegen Hercules vorgestellt ist; dasselbe hat Tarin *)erklärt.
ln Como wurde 1843 silbernes und vergoldetes Geräthe gefunden * 2 ).
Viele Silberarbeiten befinden sich in Frankreich, zumal in Paris. In der Normandiewurden unweit Beruay am 21 . März 1830 viele Silbergefässe gefunden, und von den Her-ren Lenormant 3 ), Raoul-Rochette 4 5 * ), Le Prevost ä ) beschrieben. — Nach den von Lenor-mant fi ) und Raoul-Rochette 7 ) mitgetheilten Zeichnungen zu urtheilen, enthält dieser Fundnicht nur keine griechischen, sondern auch nicht aus der ersten Zeit der römischen Kaiserherstammende Arbeiten.
Unweit Avignon wurde 1656 der sogenannte Schild des Scipio in der Rhone gefun-den ; er ist nun im Antiken-Cabinette in Paris 8 ).
In der Dauphine wurde 1714 eine Silberschale gefunden und in den Werken derfranzösischen Akademie mitgetheilt 9 ).
Einer der bedeutendsten Gegenstände der Art ist das Kästchen im Besitze des Her-zogs von Blacas. Dasselbe ist beschrieben und gestochen 10 ). Es ist aus dem vierten undfünften Jahrhunderte unserer Zeitrechnung, und enthält Inschriften wie auf der Gold-fibula im k. k. Cabinette ((*• IX.) worauf VTERE FELIX; dort heisst es: PELEGRINAVTERE FELIX; ferner: SECVNDE ET PROIECTA VIVATIS IN CHRISTO. — Be-sonders sind die Personificationen der vier Hauptstädte des damaligen römischen Reiches:Rom, Constantinopel, Antiochia und Alexandria merkwürdig.
Unter diesen Silbergeräthen ist auch ein dem unseren CS. I.) ähnlicher Pferdeschmuck.
In England sind sehr merkwürdige Silbergefässe und Bruchstücke von solchen. PayneKuight hat sehr interessante Handhaben zu Silberschalen stechen lassen ”). Auf der erstenderselben die Thaten des Hercules (vielleicht war auf der beschädigten Stelle ein Cameemit der Büste des Hercules, denn unten sieht man noch die übrig gebliebenen Theile derLöwenhaut), dann der Nemeische Löwe, der Hirsch, der Eber, die Schlange, die Hydra;auf einem einzelnen Stücke Hercules den Antaeus erwürgend; oben zu beiden Seiten derBüste des wahrscheinlichen Hercules: Calatlius und Clava. — Auf XXXI. oben Büste derAbundanlia? zwischen einem Hirschen mit Lämmern und Wandersmann; Mercur sitzend,
') Memoires de l’Academie de Turin. 1803. 1804. p. 6—10.
) Bellani Conghiellure sopra un antico singolare arnese. Giornale dell’ I. R. Istituto Lombardo. 1848. p. 409.
3 ) Bullettino dell' Instituto di Correspondenza Archeologica. Maggio 1830. p. 97—111. Annali dell’ Instituto. 1834. p. 249—264.
4 ) Journal des Savants. Juillet et Aoüt 1830.
5 ) Memoires sur une eollection de vases antiques. Caen 1832.
li ) Annali dell' Inslit. 1. c.
7 ) Monuments inedits de l’Antiquite liguree. Paris 1833. Fol. pl. 52, 53. Nouvelles annales archeol. Paris 1838. PI. XVIII. 1. 2. 3. 4.,welche an die Reliefs der Säulen des Trajan und M. Aurels erinnern, wenn sie nicht noch später sind, da mir ihr Styl kein hohesAlter anzudeuten scheint.
8 ) Spon. Melanges d’Antiquites. Millin. Monumens inedits. 1.69. Waagen. Kunstwerke in Paris. 188. Nach Letronne: Achilles, Briseis,Phoenix, Ulysses. Revue archeol. 1847. 514. Letronne erklärt a. a. 0. mehrere Vasen vom Funde zu ßernay für griechische Arbeit.
n ) Histoire de l’Academie des Inscriptions et helles lettres. Paris 1736. T. IX. p. 152.
,u ) E. Q. Visconti. Lettera intorno ad una antica suppellettile d’argento scoperta in Roma nell’ anno 1793. Roma 1827, wovon es insofernzwei Auflagen gibt, dass die 24. tabula zweimal verschieden gestochen ist.
") Archaeologia Vol. XV. Pl. XXX. XXXI. XXXII.