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heit gesammelten Stellen bei Plinius u. A. wir nichts mehr übrig haben, als zwei Briefe:einen an die Epheser, und den andern an die Kyrenaeer, die ihn als freundlichen, staats-klugen Alaun zeigen 1 ).
In den verlorenen Schriften desAgrippa sind uns Werke von einem Manne enirissenworden, den Seneca so trefflich schildert, indem er sagt 2 ): „Agrippa, ein Mann von dengrössten Geistesgaben (vir ingentis animQ war unter allen, welche durch Bürgerkriege be-rühmt und mächtig geworden sind, der Einzige, der es zum Wöhle des Staates ward.” —Denn in der Thal war Agrippa’s tliatenvolles Leben den grössten Geschäften gewidmet: alsStaatsmann im Hathe des Augustus, den er nach Rom zu gehen bewogen, dessen Rathge-ber, Mitregent und selbst vermuthlicher Nachfolger er in der Krankheit des Augustus wurde,ferner als Praetor, Aedil, Censor, dreimal Consul, Befehlshaber der Flotte, Praefect von Rom,Volkstribun und Quindecemvir; — als Feldherr befahl er im Perusinischen und Galli-schen Kriege, dann in jenem gegen Pompejus, im Illyrischen Kriege, in dem gegen Anto-nius; dessen Besiegung bei Actium war vorzüglich Agrippa’s Werk; im Cantabrisclien, Pan-nonischen Kriege. Als Kunstfreund zeigen den Agrippa der Julische Hafen, die hundertvon ihm erbauten Brunnen, die drei bis vierhundert Statuen, welche diese schmückten, dievielen Wasserleitungen, die Gärten, die Strassen in Gallien, und vor Allem das Pantheon.
Gewiss hatte nie ein Mann einem andern so beigestanden seine Herrschaft zu grün-den, wie Agrippa dem Augustus, gewiss genoss nie Einer solcher Ehren, als mit welchenAgrippa vom Augustus ausgezeichnet war.
Münzen gehören zu den vorzüglichsten Monumenten der öffentlichen Gewalt, sie sindein Ausfluss der Regierung. Selbst auf in Rom geprägten Münzen erscheint auf einer Seiteder Kopf des Augustus, auf der andern der des Agrippa; oder der Kopf des Augustus, aufder andern die Statuen des Augustus und Agrippa; oder der Kopf des Augustus, auf derRückseite der Kopf der Julia, der Gemahlin Agrippa’s, zwischen den Köpfen ihrer Söhne 3 );in Nemausus 4 ) (NismesJ die Köpfe des Augustus und des Agrippa auf einer und dersel-ben Seite.
So viele monumentale Beweise und die der Schriftsteller, als: Plinius 5 ), Suetonius 6 ),Tacitus 7 ), Horatius 8 ), Ovidius *), Virgilius 10 ), Seneca 11 ), Veliejus Paterculus 12 ), und insbe-sondere des Dio Cassius 13 ), seine Reisen und Einrichtungen sprechen für die Möglichkeit,dass Agrippa den Clypeus votivus an die Ceres habe machen lassen — als ein Symbol sei-ner Ergebenheit für dieselbe, welche die Menschen Gesetze und Ackerbau gelehrt.
■) Jos. Flav. de Antiquit. Jud. XVI. 6.
3 ) Epist. 94.
3 J Arneth. Synopsis nimm*, rom. 41.
«) Arneth. Synopsis numor. graec. 4.
5) h. N. III. 1. 2. 3. 4. 8. 10. 26. IV. 11. 12. 13. 14. 16. 17. 22. V. 1. 6. 11. 27. VI. 1. 13. 17. 27. 29. 33.,J ) Augustus. 16. 25. 29. 35. 42. 94.
o Hist. I. 15. IV. 40. Ann. I. 3. 41. III. 56. XII. 27. XIV. 53. XV. 37.
8 ) Canu. I. c. 6.
9 ) De arte am. III. 392.
10 ) Aen. VI. 84.
") De Beneflciie III. 32.
' 0 II. 79.
,3 ) Edit. Hamburg 1752. pp. 540. 71. 546. 21. 564. 40. 565. 68. 570. 52. etc. etc. usque ad 759. 74.
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