Band 
[Erster und zweiter Theil.]
Seite
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Eingang zur griechischen Philosophie.

Unternehmen, den Grund aller Dinge zu erforschen, muß mandas Vollständigste, was davon auf unsere Zeit gekommen ist,die Aristotelischen Schriften über die Physik betrachten, die,nachdem sie ihr eingebildetes Ziel erreicht hatte, den menschlichenGeist, in allen Beziehungen auf jene hyperphysischen Gegenstände,durch beinahe zwei volle Jahrtausende in starren Fesseln schmach-ten ließ.

Jene ersten Philosophen Griechenlands schritten an ihrWerk mit einer Art, welche die Springkraft und das Selbst-vertrauen ihres jugendlichen Geistes bewies, der noch ungebeugtvon Nachtwachen und mißlungenen Versuchen kühn vorwärtsstrebt. Erst den spätern Zeiten war es aufbehalten, zu lernen, daßes dem Menschen nur gegönnt ist, langsam und geduldig, undStrich für Strich das Alphabet zu erlernen, in welchen dieNatur ihre Antworten auf unsere Fragen ertheilt. Jene jungenWeisen aber wollten, mit einem einzigen Blicke schon, denganzen Inhalt ihres großen Buchs übersehen. Ihre Absichtwar es, den Ursprung und die Elemente des Universums zuerforschen. Nach Thales war dieß das Wasser, nach Anapi-menes die Luft, und nach Heraclit endlich war das Feuerdie essentielle Quelle, aus der alle Dinge des Weltalls hervor-gegangen sind. Man hat, nicht ohne Wahrscheinlichkeit, dieVermuthung aufgestellt, daß diese Umwandlung der Philosophiein eine Cosmogenie eine Folge jener poetischen Weltbildunggewesen ist» in welcher sich die Dichter Griechenlands in einerviel früheren Periode so sehr gefallen haben. Auch waren dieseerhabenen, in undurchdringliches Dunkel gehüllten Gegenständeallerdings mehr für die düstere Hoheit der Dichtkunst, als fürdie Philosophie geeignet, die es nur mit dem scharf sichtendenVerstände zu thun hat. Wenn wir aber von den Principienaller Dinge sprechen, sv ist dieser Ausdruck, selbst jetzt noch,sehr vag und unbestimmt: aber wie viel mehr mußte er dieß beijenem frühesten Gebrauche solcher abstracten Begriffe seyn. DasWort, welches die Griechen gewöhnlich dafür brauchten, war apX'),das zuerst „den Anfang" bezeichnete, das aber bald, schon in seinenersten philosophischen Anwendungen, eine dunkle vermischte Be-ziehung aus die mechanischen, chemischen, organischen und selbsthistorische,, Ursachen der Natur in sich aufgenommen hat, nebstden theologischen, die damals nur kaum noch von den physischen