Band 
Erster Theil. A - Be.
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Kayserthums unter Constantino N. andeuten; andere wollen,es ziele auf die zwey adler, welche die Teutschen unter ihremGeneral Arminio den Römern abgenommen, als sie zwey legio-nen derselben unweit der Weser erschlagen; dann den adler vonder dritten legion hätte man in einem morast versteckt. Aberdieses ist ungewiß: merckwürdig hingegen, daß ein dergleichenzweyköpfigter Reichs - adler, eben wie das heutige Reichs-wa-pen fornnret, schon in der berühmten Lolumna tlmonini aufdem schild eines da abgebildeten Römischen soldaten vorkommt,wovon die Muthmaßung Lipsii, als die wahrscheinlichste, dahingehet; daß dieses zeichen auf denen schilden der Römischen le-gionen habe dienen sollen, um anzuzeigen, wie deren zwey ineine waren zusammen gestoßen worden. Es erhellet aus allenumständen so viel, dass der zweyfache adler eher auf müntzen,als insiegeln gebraucht worden. Kayser Ludovicus IV. be-diente sich auf seinen siegeln zuerst des doppelten adlers, doch so,daß er zwey unterschiedene adler auf beyde leiten des thronsstellen ließ, welches auch Carolus IV. that. Sigismundus sollzuerst diese beyden adler zusammen geschmoltzen, und den zwey-röpfigten erfunden haben; man findet aber in Becmanns An-hältifcher Historie auch schon von Wenceslao ein flegel mit dieserfigur. Nach dieser zeit ist der doppelte adler beständig beybe-halten worden, mit dem unterschiede, daß die Kayser, ehe siezu Rom gecrönt waren, nur mit einem einfachen, hernachaber mit einem doppelten adler siegelten, welches jedoch, nach-dem die Römerzüge aufgehört, ebenfalls verschwunden. Sonstist dieses gewiß, daß dre Orientalischen Kayser lange vor den-Qccidentaiischen den doppelten adler geführt, dadurch sie viel-leicht diesen anlas gegeben, ein gleiches zu thun. Ob abersolches wegen der theilung des Orientalischen Kayserthums indas Trapezuntische und Constantinopolitanische, oder aus an-dern Ursachen geschehen, ist ungewiß. Der Czaar hat auchden zwiefachen adler in seinem wapen, wie man meynt darum,weil sie ihr geschlecht von den Griechischen Kaysern zu Constan-tinopel herfuhren. Vormals hatte der Rußische adler die flugelunter sich gekehrt, wieaus Olearii reise-beschreibung zu ersehen,jetzo aber sind sie überwarts ausgestreckt. Icisnceäss

armes. opus keralä. //«»eccrr l^nt:a§ms äs llgillls

c. y. o/eaw Mvseow. reiseb. 1708. p. 219. Ig. *

Adler , der weiße Adler , ist ein Ritter - orden, welchenKönig Augustus in Polen an. 170 ?. gestiftet. Das ordens-zei-chen ist ein roth emaillirtes güldenes creutz, welches auf art ei-nes Maltheser-creutzes verfertigt ist, mir einem weißen rande.Aus jedem von den vier winckeln des creutzes geht eine silbernemit diamanten versetzte flamme. Auf dem creutz ist ein weißeradler, mit güldener crone, äugen, fchnabel und süßen ausge-breitet, welcher auf der brüst einen güldenen schild halt, in wel,chem ein silbernes creutz, und hinter demselben zwey rothe creutz-weise geschrenckte schwerdter mit aufwärts gekehrten spitzen er-scheinen. Der revers ist ebenfalls roth mit eurem silbernen rau-be, die flammen gülden, in der mitte stehen die zusammen gezo-gene buchstaden L.X.weiß emaillirhmit einer crone darüber,nebstden herumstehenden Worten, pro XeZe L Xsge. Das ordens-band ist blau. Es soll bereits rm XIV. Lcuio ein orden des weistsen adlers in Polen gewesen seyn, den König Vladislaus I-oski-eus auf dem beylager seines sohnes Casimiri N. mit der Hertzo-gin Anna aus Litthauen an. rzr;. gestiftet, wieFavin vorgiebt,welchem hernach andere gefolgt sind; die aber Gryphius wider-legt , weil weder Michovms noch Cromerus, darauf sich dochdiese berußen, mit einem Worte solches ritter-ordens gedencken.Es kan also die ursach des gantzen irrthums vielleicht daher rüh-ren , weil das Königreich Polen einen weißen adler im wapenführt. bist. kolon. Ilb. IV. !ib. X. /«E,

rksatr. ä'stoiuiLur. entwurf der Ritter - orden,

x. 171. llz.

'Adler, der preußische fchwartze Adler, ist ein Ritter-or-den , welchen Fridericus , Konig in Preussen, den 17. jan. an.1701. den tag vor seiner crönung zu Königsberg aufgerichtet.Das ordens - zeichen ist ein blau emaillirtes und in acht spitzenausgehendes creutz, in dessen mitten des Königs clüLe V. X.in den vier mitte! - ecken aber der Preußische fchwartze adler zu se-hen ist. Es hänget an einem grossen orange - farbenen bände,welches von der lincken schulter nach der rechten Hüfte gehet.Diese Ritter tragen auch nochaufder lincken feite ihrer tteidungeinen grossen nut silber gestickten stern, in welchem ein schwac-her adler auf einem orange - farbenen gründe stehet, der inder einen klaue einen lorbeer - crantz, in der andern einen don-nerkeil hält, auf dem köpfe aber die crone trägt, darüberdiesem silber gestickte Worte: 8num cwgue. Statuten desPreußischen ordens.

Adler-orden, (vermisse) siehe Disciplinen - orden.

* Adlerfeld, (Gustav) Cammer-Juncker des Königs inSchweden Caroli XII. wurde im jähr, 671. bey Stockholm aufemem dorfe gebohren , welches fein vatter Carl Ädlerfelb,Schatzmeister am Schwedischen Hofe, befaß. Er war der äl-teste unter seinen geschwisterten; und weil er einen guten ver-stand blrcken ließ, so trug man sorge, solchen zu verbessern. Manbald im stande, die Universität Upsal beziehen zuWss^n, wo er sich aller derjenigen wissenschafften eifrig befliß,welche emem Edelmann zur zrerde gereichen. Die gefchich-te, die gelehrten und neuern sprachen, die wapen- kunst,hre genealogie, und das nakur-und völcker-recht warm seine

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liebsten beschäfftigungen. Im jähre 169 ».legre er eine öffentlicheprobe von seiner wissenschafft durch eine Lateinische rede andem geburts - tage Carls XII. damaligen Cron - Printzens ab,die ihm viel ehre brachte und gedruckt wurde. Er difputirceauch im jähre 1696. unter dem beystand Peter Lagerlöfs, Kö-niglichen Geschieht - schreibers und krolessoris zu Stockholmräs Orämiims egueilribas, worauf er sein vatterland verließ,den Dänemärckischen Hof zu Coppenhagen und den Gottorst-schen zu Kiel besah, und über Berlin nach Halle grenz, um denberühmten Thomasium zu hören. Nachdem er sich uber eMjähr lang allda aufgehalten, so begab er sich gegen das endedes 1697. jahres nach dem.Haag; damals wurde eben der frie-de zwischen den vereinigten Machten und Franckreich durch dssSchwedische Vermittlung zu Ryßwick geschlossen. Der damali-ge Abgesandte des Schwedischen Hofes, Herr von Lilienroth,gebrauchte dabey den Herrn Ädlerfeld in vielen heimlichen undWichen Angelegenheiten. Nachdem er aber die vornehmstenstädte in den vereinigten Niederlanden gesehen, so reiste er1698. im jun. nach Paris, allwo er bis ,m october blieb, daer sich nach Orleans, Blois, Tours und Angers verfügte, undim febr. des folgenden jahres nach Paris zurück kam; Vonhier that er im jul. eine reise nach Engelland, wo er sichaber nicht viel über einen monat aufhielt, sondern sich baldwieder nach Paris begab. Endlich verließ er auch im jul. 17°°'diese Hauptstadt gantz und gar,und eilte nach seinem vatterlande.Es glückte ihm, daß er sich zu Stralsund in eben die jagd ein-schiffte, worinnen der damals regierende Hertzog zu Schleßwig-Holstein war. Dieser Herr nahm ihn mit nach Carlshafen,woer ihn dem Könige, der mit seinem Heere nach Liefland gehenwollte, vorstellte, welcher ihn dann zu seinem Cammer-Junckerernannte. Er sollte gleich dem Hof folgen; doch erhielt er nochdie erlaubnis, erst nach Stockholm zu gehen. Einige zeit nach derschlackst bey Duna 1701. wollte er dem lager folgen, wurdeaber von einer kranckheit daran verhinderet. Um diese zeit faßt»er den Vorsatz, ein genaues tage - buch von den feldzügen Carl»XII. zu machen. Wie beschwerlich diese arbeit aüch war, l»verhinderte sie ihn doch nicht, die Untersuchung der alten be-rühmten geschlechter seines vatterlands fortzusetzen, welche erbereits vor feinen reisen angefangen hatte. Als der König vonder absieht Ädlerfelds, der sich nunmehr nach Curland zu deMHeere begeben, Nachricht erhielt, und sich den ansang von st'/neu gefchichten hatte zeigen lassen: So billigte er nicht allemfern unternehmen, sondern munterte ihn auch auf, solch)'»nicht liegen zu lassen. Er gab befehl an seinen Kriegs - Rath/ihn mit den nöthigen Nachrichten zu versehen, und seine Her/sichrer musten dem Verfasser alle ihre treffen, Märsche, belagc-rungen und angriffe zu waffer und lande umständlich berichten-Im jähre 1704. da der Konig seinen bedienten und Generals,erlaubte, ihre gemahlinnen nach Heilsberg in Preussen kWmen zu lassen, vermählte sich Adlerfeld mit einer Fräulein vs"Steben, milder er sich schon zu Wismar 1700. versprochn"hatte. Weil diese viel Witz besaß, und in unterschiedenen sWchen gut schrieb, so machte sie aus dem Schwedischen lEbuche ihres gemahls, da sie denselben, währenden auftnwsstdes Königs in Sachstn, besuchte, einen auszug in Teutsch^sprach, der bis auf den einbrach des Königs in Sachsen gienABey ihrer zuruckkunft nach Wismar ließ sie solchen auf ihre ch! 'sten drucken; und fand vielen beyfall, ob er wol eben mss,gar zu bekannt geworden - indem eine grosse anzah! cxewE,auf der fee verunglückten. Als der König aus Sachsen gssNUfolgte ihm Ädlerfeld nach, und arbeitete beständig an sW'§tage - buch, bis auf die unglückliche fchlacht bey Pultowa, »s27. julii ,709. da er von einer stück-kugel getödtet >v"vchEr führte damals eben die aussieht über den Printzen, E-milian Emanuel, von Würtemberg Dieser Prmtz wurde/nebst seinem gantzen geräthe, und etwas von Adlerfeldsnem, in dieser fchlacht gefangen genommen. Das nW.Isrivt von besagtem tage - buch war mit darunter. Dockst -der loslassung des Printzen von Würtemberg kam solchesunbeschädigt wieder zurück. Nach dem tode dieses PrM§,wurde es nach Stuttgard geschickt, und einige zeit hernach Mbruder des Verfassers, Carl Adlerfeld, zugestellt; Nach ,absterben es dem söhne des Verfassers, Carl Maximilian Lch's,nuel Adlerfeld, Cammer - Herrn bey dem Hertzoge von v ^stein, eingehändiget worden. Dieser hat es aus dembischer» ins Französische übersetzet, daraus es zu AmiM j,ran. 1719. gedruckt worden. Man hat den gantzen aujMvier theile getheilet -> wovon die drey ersten diegeschichtebens und der feldzuge Carls XII. von der geburt diesesan, bis auf die fchlacht bey Pultowa 1709. enthalten. Ayvierte theil begreift eine ausführliche erzchlung der schWV^Pultowa, welche ein geschickter und vornehmer OMssfaßt, und der junge Adlerfeld gleichfalls übersetzt hat.sein ist ein tage-buch von der reise des Königs nachgefüget, rvelches im Teutschen bereits mit vielen fremde»tzen gedruckt gewesen. Der Übersetzer hat solches cm »Wusommer mit dem Herrn Baron von Neugebauer durcys>der den König auf dieser reise begleitet; da sie denn a»e»und fabelbaffte darinnen ausgestrichen, und einigedige umstände und begebenheiten daftrr hinzu gesetzet. u?te Zeitungen.

* Adlershelm, (X.von) eine tochter Christian-vr^vck

von Adlersheim, Bürgermeisters zu Leipzig, und

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