Band 
Erster Theil. A - Be.
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cken abrichtete, ersann auch sonst allerhand fpielwercke undreitvertreib vor ihn, daß er sein gemuth in kurtzer zeit gantzLahm Dazu half mnh der Marschall von Ancre, dersichdurch ihn des Königs versichern wollte, und ihn nicht von sol-chem verstand hielte, daß er ihme sollte schaden können, wardalso durch dessen Vorschub rn des Königs dienst bevestigt , undbekam das Gouvernement von Ambosse. Aber es steckten sichauch des Marschalls feinde hinter ihn, und diesen gab Luynesmehr gehör, weil er des Königs haß gegen denselben merckte ,und selbst lieber der oberste am Hofe gewesen wäre , welchesohne des Marschalls fall nicht wohl angiena. Er lag dem-nach dem jungen Herrn stets an, daß er ihn stürtzen , und sichzugleich der herrschafft seiner mutter entziehen sollte, durch de-ren ausschliessung von regierungs-geschäfften er den zügel in dieHände zu bekommen hoffte. Er war auch Ursache, und spieltees durch vielerlei) Wege dahin, daß der König, der den Mar-schall anfänglich nur aus Franckreich fortzuschaffen gedachte,gleichsam von sich selbst, und wie er meynte, zu eigner sicher-heit den schluß faßte, den Marschall gar ermorden zu lassen,weil Luynes gern gesehen hätte, daß die Ancrischen reichthum-mer weggenommen und ihm zu theil würden, wie auch hernachin der that erfolgte, da ihm alle güther des Marschalls und sei-ner stau gesehene», und auch etliche von den würden und äm-tern des ermordeten zu theil wurden. Hiernächst brachte erauch gleich hernach die verwittibte Königin vom Hofe, und be-mächtigte sich folglich durch hülffe der gurrst bey dem Königedes gantzen regiments, daher er auch/ ob sonst gleich alles/ waseinige mißvergnügte Grosse bisher wider den Hof vorgehabt,vergeben und vergessen ward / den gefangenen Printzen vonConde nicht los ließ/weil derselbe seiner angehenden gemalt hät-te entgegen seyn mögen. So schaffte er auch den k. Cotton /des Königs bisherigen Beicht-vatter, der ihm zu klug war / vomHofe, besetzte den König mit allerhand schlechten leuthen / dieihn mit manigfaltigem zeitvertreib einnehmen musten. Hinge-gen rüste er einige alte Staats-Minister, die der verwittibtenKönigin nicht angestanden hatte»/ wieder an den Hof die denn/weil sie ihm so viel zu dancken hatte» / sich seiner macht nicht wi-dersetzten. Man merckte zwar zeitig / daß das Reich nach dervorgegangenen änderung bey diesem neuen lieblinge nichts wer-de gebessert sey«/ daher dann öffentliche beschwerden und bitterejpöttereyen über stine regicrung geführt wurden / so gar / daßman dereinst über dem zimmer im Louvre / allwo Luynes undfeine zwey brüder beysammen wohnte» / ein bild angeheftetfand / welches die drey wessen im stalle zu Bethlehem vorstellte /mit der Überschrift: rmx »ois Hals. Er kehrte sich aber an al-les diefts nicht groß / und war zufrieden / daß er die gemalthatte / in welcher er auch ziemlich veste zu sitzen schien / indemsich der König ihm gäntzlich vertraute, und ihn in kurtzer zeitgewaltig erhub / gestalt er denn in den ersten drey jähren Her-tzog und Pair und mit dem Gouvernement von Picardie verse-hen ward. Er zerfiel aber rsig. mit dem Hertzoge von Eper-non / der sich deswegen vom Hofe begab / und in folgendemjähre die Königliche ftau mutter aus ihrer gefangenschafft zuBlois besreyete. Luynes / der diest befreyung sehr zu furchtenhatte / war gleichwol so sicher dabey / daß er alle Nachrichten /die ihm vorher von diesem anschlage gegeben wurden / verachte-te. Nachdem es geschehen, rieth er dem Könige, seine muttermit krieg anzugreissen / welches aber noch von andern, die ei-nen gütlichen vergleich vermittelten, gehindert ward. Jedochwüste es Luynes durch allerhand kunste dahin zu brmgen, daßdie verwittwete Königin auch, nachdem sie sich mit ihrem söhneunterredet, nicht an den Hof kam. - Dem Printzen von Condsaber verschaffte er nunmehr seine freyheit , damit er denselbenauf allen fall der verwittweten Königin entgegen setzen konnte.Da ihm aber dieser auch bald zu mächtig werden wollte, such-te er zum gegengewichte die Königliche mutter wieder nach Hofzu ziehen, die aber ihrer seits so viel mißtrauen gesammlet hat-te , und mit etlichen mißvergnügten Herren so viel heimliche an-schlüge machte, daß es 1620. zu einem kriege kommen muste,den jedoch Luynes gern vermieden hätte, weil er zu fürchtenhatte, der Printz von Conds werde dadurch zu groß werden.Wie nun die parthey der Königin bald über den Haussen gewors-fen ward , so brachte es doch Luynes, der allzugrossen haß aufsich zu laden fürchtete, dahin, daß ihren anhänqern ohne son-derliche ahndung alles vergeben ward. Indeffen hatten derSpanische und der Römische Hof den Luynes theils durch ei-ne reiche Heurath , dazu sie einem von seinen brudern halfen,theils durch Vorstellung, was vor gunst er sich bey allen Rö-misch-Catholischen erwerben wurde, dahin gebracht, daß erseinen König zu einem kriege wider seine Reformirte Unterthanenberedete, weil sie besorgten, es mochte sonst der FranzösischeHof, oder doch die Protestantische parthey sich in die Teutschenund Böhmischen Händel mengen. Dieser einheimische kriegbrach an.1621. aus,und Luynes wüste es dahin zuspielen/daß erbey dessen anfange zumConnetable von Franckreich erklärt ward.Denn ungeachtet der König wohl wüste, daß er diesem amteNicht gewachsen sey , gab er ihm solches doch , theils aus liebe,theils weil er merckte, daß es seine mutter und die von ihrerparthey waren, nicht gerne sehen würden. Es bestund auchder gute Luynes in der that gar übel, als er mit dem Könige zu.selbe greng, zumal da die vornehmsten Plätze bey der armeeseinen creaturen gegeben wurden, die auch noch zu lernen, ge-braucht hatten. Die belagernng von St. Jean ckAngeli wurde

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er nicht ausgeführet haben , wann nicht der Hertzog von Ev^non ohngefehr dazu gekommen wäre, und gewiesen hätte, nAman es machen müste. In der von Montauban blieb er garstecken, und haben die kriegs-verständigen die allerlächerlichMfehler angemercket, die bey einer solchen gelegenheit zu begehe«sind. Gleichwol nahm er währender belagerung, da der Groß"Siegelbewahrer äu Vair starb, auch dessen bedienung aufM'Um eben diese zeit sieng auch des Königs gunst an treflich gEihm zu erkalten, weil sein Hochmuth zunahm, und er sich nEmehr angelegen seyn ließ, dem Konig gefällig zu seyn, dEdieser gegen andere seiner vertrauten oft mit grosser bitterkwvon ihm redete, und ihn nur den König Luynes nennte. ^starb aber zu rechter zeit den 14. dec. an. 1621. im selbe, danoch kurtz zuvor das vergnügen gehabt, den k. Arnoux, bststKönigs Beicht-vatter, der ihn oft verkleinerte, von Hofe Nbringen. Weil jederman des Königs abnehmende gunst mEte, .trug man kein bedencken, alles das seinige zu plündern, Eer völlig todt war, und musten fremde leuthe die Unkosten HEben, daß sein corper kunte balsamiret und in sein erb-begrabMgebracht werden. Er hatte sich mit Marien von Rohan, eMtochter des Hertzogs von Montbazon, vermählt, die hernach Uter dem nahmen der Hertzoqin von Chevreuse viel redens von Mgemacht. Er hinterließ Ludovicum Carolum, der an.gestorben, und eine zahlreiche nachkommenschaffl, sonderMaber einen söhn, Carolum Honoratum, gehabt , welawHertzog von Luynes, von Chevreuse und von Chaulnes gew»stden. Der Connetable war ein mann, der sich blos schickte, ssnem Fürstlichen kinde die zeit zu vertreiben, sonst aber von ftaa^und kriegs-sachen nicht das geringste wüste, dabey er doEne unendliche einbildung von sich selbst hatte. , w;:

äs Louis XIII. t. III. IV. nieinoirss r. I. II-

ror>eLc.

st Albert, eine Hertzogliche familie in Franckreich , dara^die Hertzogen von Luynes und von Chaulnes entsprossenThomas von Albert oder Alberti, pon deme einige historUschreibcr ohne gründ geglaubet haben, daß er von emem drmsPapsts Jnnocentii VI. hergestammet seye , kam nach MstSt. Esprit, nicht weit von Avignon, und setzte sich daselbst fst'1414. Er brachte auch mehr als vierzig jähre allda fein leben Uund blieben seine nachkommen daseldsten bis auf Carolum vHAlbert, Hcrtzogen von Luynes und Connetable von Franckre'AThomas war Herr von Bouffargues, Königlicher Truchstf^und starb den 28. aug. 1455. Von Panitte Champelle Hinter -er unter andern kindern Hugonem, welcher sein gcschlecht tUgepflantzet hat; Johannem, welcher den besondern stamm LxHerren von Bouffargues und St. Andre aufgerichtet hat, ^aber in seinen Nachkömmlingen wieder erloschen ist;nem, den jüngern, Herrn von Monclu in Languedoc,lichen Stallmeistern, Gouverneur von Pont St. Esprn xjeCeremonien-Meister des Ritter-ordens St. Michaelis uM ^zeit dessen einsetzung, so ohne kinder gestorben; Iacobum,

Herrn zu Viviers, so an. 1505. mit tode abgegangen; Ey.rolum, Benedietiner-Mönchen von der Longregarlou zu Cw» ,

* Albert , (Honoratus von) Herr von Luynes, BrauetMvrnas und Cadenet, war ein söhn Leonis von Albert, Ean. i?44. in der schlackst dey Cerisoles geblieben, und dA z,groß-sohn war obgedachten Hugonis von Albert. Honoea» j-der an dem Französischen Hofe unter denn nahmen destains Luynes bekannt war, diente anfänglich in der insul ^hernach ward er aufwartender Edelmann des KöniglicheffÄsses, Capitain einer compagnie fuß-volcks, Ritter des Keu-chen ordens an. 1569. schloß-Hauptmann von ChateEAFphin an. 1571. Oberster der Französischen trouppen und sesicher Feld-Zeugmeister in Languedoc, wie auch Gouverneustadt und landschafft Beaucaire, die er wieder zu KAtFchem gehorsam gebracht hatte an. iz?;. und endlichüber 200. mann zu fuß, welche er aus beseht vom 29.0»'Heckangeworben. Er war auch Rath und ordinärst CamM^ Mdes Hertzogs von Alencvn , welchem er so ftarck anhienssffft Ber in den verdacht kam, als wenn er auch theil gehabt y«e,ssdem anschlug wider Königs Caroli IX. person , dessen de,pMtzog von Alencvn und der König von Navarra beschmdM „ib«wegen dem Iosephus Bonifacius Mola und der Grafvon Coconnas, ein Piemontestr, des Hertzogs von 7 Ergönstlinge, den;o. apr. 1574. als mithaffte enthaupt»da wäre nun der Capitain Luynes in gefahr gewesen »n », tff,schicksal zu erfahren, wenn er sich nicht in Languedv"Marschall von Damville gefluchtet hätte. Als ab» Ast, cofsttain Panier,Lxemxn oder Gefreyter unter der Schotts jh,ivagnie der leib-wache ihm solches verbrechen, dessen nw'MLverdacht hatte, vorwarf, faßte er den entschluß seme -mit dem degen in der saust darzuthun, dahero er mnstKönig Henri« III. sich öffentlich in gegenwart dieffs^und seines gantzen Hofs mit dem Capitain PnnA-jg Eyzweykampf einließ, und ihn darinn erlegte. Derrich III. machte ihn hernach an. 1577. zum Commenff« ^Pont St. Esprit und andrer Plätzen in den BsstWff'^grcffvviers und Uzes, welche wieder unter seinen gehört«» § ilssstbracht worden. Von Pont St. Esprit hatte er sich tAg, dÄ^r1576. meister gemacht, zufolg dem Königlichen bei,/y,« yc

heimlich empfangen hatte, sich mit denjenigen tronv^E^

die er das commando führte, dieses vrts zu versichern/ a-