Band 
Erster Theil. A - Be.
Seite
216
JPEG-Download
 

X

216

a l b

bev Braunschweiq die andere schlacht / die er ebenfalls erhielt.Inzwischen nahmen Alberti femde dergestalt uberhand,daß nach-dem er Schweinfurt zu entsetzen vergeblich gejucht, und jene ihmsein land weggenommen, er sich,n Lothringen und von da nachFranckreich retiriren muste. Er wurde von dem Cammer-Gc-rrcht in die acht erklärt,und als er sich unter Kayserlichem geleiteauf einem zu Regenspurg angestellten deputations-tag, zwischenihm und seinen feinden vergleich zu treffen, aus Franckreich ein-finden wollte, starb er unterwegens zu Pfortzheim, bey ^seinemschwager, MarggrafCarl zu Baden, den 8. jan. an. 1557. ohneerben. Er war ein Herr, dessen scheinbare lugenden mit vielenfehler» vermischt waren. An tapferkeit und geschickt krieg zuführen, gieng ihm nichts ab, allein er war grausam, ungerecht,wilde, leichtsinnig, wollte alles mit Waffen ausgemacht haben,und fast von keinem andern als von dem faust-recht wissen. Dertrunckenheit soll er auch sehr ergeben gewesen seyn, die ihn zuvielen grausamkeiten veranlaßt. In der jugend ward ihme auchsehr schuld gegeben, daß er dem frauenzimmer allzu hold gewe-sen, wie dann Ludovicus 6'Avila, ein Spanier und Hof-JunckerKaysers Caroli V. der selbst unter Hertzog Albrechts armee beyRochlitz gestanden, in seinen büchern vom Teutschen krieg die ei-nige schuld seiner gefangenschasst und des ruins der unter sich ge-habten trouppen seiner liebe gegen Elisabeth, LandgrafPhilippsvon Hessen fchwester, und Hertzog Georgen von Sachsen verwit-tibten sohns-srau,zugeschrieben hat, als von welcher er sich durchtäntze, gastereycn rc. hatte aufhalten lassen, bis ihne die Sachsenfast im sack gehabt; dahero Albrecht grosse klage beym Kayserhierüber geführet, und als er gleichwolen keine satisfaction er-halten, solches als eine urfach der wider Carln samt andernFürsten ergriffenen Waffen in dem manifest angezogen.

1 il>. XVI1I-XXV. 1-vrE. lib. IV. 10-19. Hortleder, von demTeutschen kriege, üb. VI. c. 28, 29, bist. xugnT in-

rer Aluur. A Llbeet.ap. t. II. p.<;6o.

6s bsllo (leim. Die Kayserlichen achts-er-klärungen und LXLLuwimlLr stehen in ssunigs Reichs-archiv,xsrt. ls>SL. contin. II. c. 4. 1.;. n. 12. lg. welcher auch I. L. n.III. ern manifest Alberti äs arm» I; <; 2. inserirt. *

Albertus V. krolms, ein söhn Marggraf Joachim Einsts zuAnspach, und Sophiä, einer tochter Graf Johannis Georgiizu Solms-Laubach, war zu Onoltzbach den 16. stpt. an. 1620.gebohren. Weil sein vatter schon an. 1625. mit tode abgieng,so führte die Mutter unterdessen die regierung, und ließ ihnunter der aufsieht Ioh. Limnai nach Franckreich und andern ör-tern reisen. Währender dieser Minderjährigkeit ist ihm 1629.die stadt Kitzingen von dem Bischoff zu Würtzburg entzogenworden, davon an seinem orte. An. 16; 1. muste Wiltzburgden Kaystrlichen eingeräumet werden, die es bis aufden West-phälifchen frieden behalten. Nach der zeit hat er diese vestungwieder repariren, und in bessern stand setzen lassen. In gedach-tem 16; 1. jähr wurden die Kayserlichen auch in Anspach einge-lassen, wo sie das reiche zeug-haus ziemlich leer gemacht, imübrigen aber der stadt gcschonet, welche 16)4. zwar geplündert,aber in dem gantzen kriege nicht verbrennet worden. An.i6;9. trat er selbst seine regierung an, die er gar löblich gefuh-ret; wie er denn ein verständiger und frommer Herr gewesen,auch aus seinem munde niemals einigen fluch hören lassen.Nach absterben seiner andern gemahlin reiset« er in Italien,und nachdem er an. r66;. den n. mertz glücklich wieder zurückgekommen, starb er an den kinder-pocken den 22. oct. an. 1667.Von seiner posterität siehe Anspachisches geschlecht.

Albertus , beygenannt der Schöne , ein söhn Friderici iv.Burggrafens zu Nürnberg, und Margaretha, einer Hertzoginaus Kärndten, hat mit seinem ältesten bruder Johanne, nachdes bruders Conradi tode in unzertheilter herrschafft gantz fried-lich gesessen, und durch feine gute regierung das land gevesiert.Bey dem Kayser Ludovico Lavaro stund er in grossem ästinyundwurde nach dessen tode von einigen Potentaten, insonderheit vondem König Ludwig in Ungarn zum Kayserthum recommendi-ret, welches er aber dem König m Böhmen, Carolo IV. über-lassen. Wegen seiner schönen gestalt hatte die junge wittweGrafOttens von Orlemunde sich dergestalt in ihn verliebet, daßsie ihre beyde linder deswegen umbrachte, und davor in ein ewi-ges qefänanis zum Hof verdammt wurde. Albertus starb den? avr. am n6i. und hinterließ von seiner gemahlin Sophia,Gräfin von Henneberg, zwey tochter, Margaretham, die anLandgraf Balthasarn in Thüringen, und Annam, die an Her-tzog Swantibor in Pommern vermahlt wurde. Rentschens ce-dern-hayn, x. ;i7-

* Albertus wossgangus, Marggraf von Brandenburg-Culmdach, Kayserlicher General-Feld-Marfchall - Lieutenant,war ein söhn des an. 1708. zu Weverlingen verstorbenen Marg-grafens Christiani Henrici, von dessen gemahlin Sophia Chri-stian«, Gräfin von WolfsteM, die ihn an. 1689.de« 8. dec.gebohren harte. Nachdem er in dem Spanischen succeßions-krieg den feldzügen in Flandern und Teutschland beygewoh-net, grenz er an. 1716. als Volontair nach Ungarn, woselbster an- '7i7. den titul eines Kayserlichen Obristen erlangte, und^nL^ ^""semein wohl hielt. Nach erfolgtem frie-den befand er sich merstentheils zu Haus, an. 172;. aber den

Kayserliches regiment zu fuß,sondern wzwde auch ^dm folgenden 1. octobr. zum General-

worauf ihn der .König von Däne-

a l b

marck an. 1725. mit dem Elephanten-orden beehrte.half er unter dem Hertzoge Friderico Ludovico von Würtenbersdie unruhe in Corsica dämpfen, nachdem er sich in kurtzer zeuder vrovintz Balagna bemächtiget hatte. Nach seiner zurua-kunft wurde er an. 17;;. den 27. octobr. Kayserlicher Gene-ral-Feld-Marschall-Lieutenant; hatte aber das Unglück, daß eran. l7;4. den 29. jun. in der schlacht bey Parma durch HMdurch geschossen wurde, und anderthalb stunde hernach seme»geist ausgeben muste. > 4 - 7 «

-Heryoge von Braunschweig.

Albertus, beygenamt der Grosse, ingleichen der Löwe,Hertzog zu Braunsthweig und Lüneburg, ein söhn Hertzogs Ostonis des Lindes, führte nach seines vatters tode erstlich die re-gierung allein , nahm aber, wie unten erinnert wird, nacM-hends eine Heilung vor. An. 1252. (Bunting setzet 1260.) Mer dem Ottocaro in Böhmen wider den Könige Bela in Ungackzu hulffe, und wurde wegen seiner in dem treffen bewiesenentapferkeit zum Ritter geschlagen. Bey seiner Heimkunft bauener die Harburg und Ottersburg, welche sein vatter nicht nEbauen zu lassen versprochen hatte, wieder auf, und gab dadurckzu neuen Verdrießlichkeiten mit dem Stift Bremen anlas. AN-125;. überzog er die edle Herren von Wolffenbüttel, und wack-le ihr schloß der erbe gleich , nahm auch dem BisctMs"Heinrichen zu Hildesheim, der sich in diese fache mischte, Sfvstatt, Rhede und Rosenthal; er soll auch damals die stadt PAne, nicht aber das schloß des dasigen Grafen, der es mit deckBischoff hielte, eingenommen, ingleichen die vestunglinsberg erobert und an sein Haus gebracht haben. An.mengen die Asseburgischen Händel an. Es hatten die von ABbürg unter andern insolentien in ihr wapen, so aus einem E

bestund, den Braunschweigischen löwen mahlen lassen,

wie

ihn der wolf bey den ohren zausete. Hierdurch ward dckHertzog aufgebracht, und belagerte ihr schloß, davon die.tAmilie noch den nahmen führet. Weil aber dasselbe aufeEgewaltigen höhe gelegen, verzog sich die belagerung aufdEjähr. Mtlerweile fiel ihm der Ertz-Bischoss zu Mavntz Ger-hard auf anstiften und in gefellfchasst GrafDietrichs zu Wvstein, unversehens in das land zu Gottingen, verheerten daiiss-be mit raub und brand, und kamen mit ziemlicher beute d«von, ohne daß sie der Landvogt Willicke von KerfilingeroEder gleich das volck aufbot, einholen konnte. Dieser braEte also an den Bischöflichen dörfern auf dem Eichsfclde rltpressalien, streifte bis an die Erfurtische grentze, und giengss',reicher beute nach Hause. Der Ertz-Bsschoss und Grafso unglücklich nach, daß sie darüber unvermuthet von daLandvogt überfallen, gefangen und dem Hertzog in das "er vor Asseburg überbracht worden. Der Ertz-Bischoss ^e ein gantz jähr zu Braunschweig gefangen sitzen, und i'L-

mit dem amt Giselwerder, nebst 10000. marck silbers raEflniren, welche letztere der Engelländifche Hertzog Richardns 1

bezahlt haben, um durch des Ertz-BischoffZ beförderunä ^sto ehe zur Kayserlichen crone zu gelangen. Der Grat ^Eberstem aber wurde als ein verratherischer Vasall bey den^

Feld-Wachtmeister erkläret,

^ -schwager Landgraf Heinrich u-iM

sen, und dessen Mutter der Brabandischen Sophiagen emnehmen, und die Meifner daraus vertreibend^wollte, wie er dann an. 1259. die stadt Creutzburg eiribssv' zmen, des schlosses aber sich nicht bemächtigen können, nnd ^schloß Klemme bey Eisenach erbauet. In diefem jähreer auch mit Wittekmden, Bischosszu Minden, zu thun, .von dem Abt Heinrich zu Fulba die stadt Hameln gekauftWeil aber die bürger und die Grafen von Eberstein, welckeVogtey inne gehabt, so wenig als Hertzog Albrecht, dem ' ^die stadt aufs neue ergeben, damit zufrieden seyn kunten, EH,zum kriege, in welchem das land auf beyder, feiten schrf. Mä-stet, der Hertzog aber in einer schlacht überwunden wurde,hat er die stadt behauptet, und ihre privilsgiu confirmrret. .so-eben diesem jähr stand er auch der stadt Lübeck wider GE H,hannem zu Holstein und Schauenburg bey. An. ,260.te er in gesellschasst Bischoff Johannis zu Hildesherweinnehmen. Der Graf aber steckte sich hinter den BlsaMHessversprach dem Stift Hildesheim als ein alter unbeerbter ^die succeßion. Dieser überredete also Hertzog Albrechtenerrichtete Vorstellungen, daß er abzog. Nachdem der " reitkund worden, wurde Bischoff Johannes wohl einen vstand bekommen haben, wenn er nicht an. 1261. gestoE Mre. Das Capitul fand fernem Interesse gemäß, Htd Weltbrechts bruder Ottonem zum Bischoff zu wehlen / ussx.x Ä>-dadurch so viel, daß er versprach, so lange dieser fern vnmfchoss wäre, sollte Peine zum Brßthum gehören, nachs^ hssaber wieder an ihn und feine erben fallen. Hertzog Aws §a-kam hierauf gelcgenheit, seine gute gualitaten auck f Mk-uemarck sehen zu lassen. Königs Christophen wrtt A ^,p,garetha, setzte chn zum Vormund ihres sohnes, Gnm perping genannt, ein, weswegen er nicht nur an.mutter und dem söhn aus der gefangenschshl x EErichs von Schleßwig half, sondern auch U Enach Dänemarck begab, und durch seine kluge w § eckfere aufführung, die zu beruhiguna desgrosses beygetragen-, sich bey der Kömgm m