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Erster Theil. A - Be.
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tragen würde. Sein absehen dabey aber war bloß dahin gerich-tet, wie er sich durch hulffe derer unverwandten die künftigeremevung bevestigen/ und währender jm von dem Anar in nn«sehunq ihrer etwas gemächlicher tractiret werden möchte. Ererhielte von dem Czaar die erlaubms, und reisete sodann nachTeulschland, allwo er sich zu Torgau an. l?n. im octobermit Charlotta Christina Sophia, einer Printzeßin Hertzog Lud-wigs Rudolphs zu Braunschweig und Blanckenburg, welchesich bey der Konigin von Polen aufhielte, vermählete. Hier-auf begab er sich wiederum nach Petersburg, und als er kaumdaselbst angekommen war, hatte sein auf eine zeitlang angenom-menes gutes auffuhren wieder ein ende , und die alte gewohn-heit wurde wiederum herfürgefucht. Er führte mit einer Finn-landifchen magd, Euphrvsine genannt, welche er genothzüch-tiget hatte, und welche nach der ersten geburt ihm würcklich an-gebauet worden seyn soll, ein recht unordentliches leben, seinegemahlin aber , welche doch mit schöner gestalt und trefiichenverstände begäbet war, auch sein niedriges bezeigen mit dergrösten gelassenheit übergienge, suchte er nach aller Möglichkeitzu fliehen, und ließ dieselbe in einem schlechten wohnhause ihrleben hinbringen. Wie er ihr denn auch vier gantzer jähr langsehr viel schwach und Verdruß machte, und durch solches unbil-lige verhalten vermuthlich ihren tod, welcher an. 1715. den;i. october erfolgte, beschleunigte. Es hat ihm diese gemah-lin an. 1714. Nathaliam, und an. 171;. Petrum ll. gebohren,welcher an. 1727. der Czaarin Catharina in der regierung gefol-get ist. Hierauf wurde ihm von dem Czaar durch ein schreibenseine tadelhaste aufführung mit Nachdruck zu gemüthe gefuhret,mit der bedrohung , daß, wenn er sich nicht andern würde,er der erb - regierung verlustig seyn sollte. Er aber gab die-ses zur antwort: er mochte es immerhin so halten, er könnebey GOtt versichern, daß er wegen seines schwachen gedächtnis-ses, und wegen der schon fast gantz verzehrten leibes - und ge-müths-kräffte ohnedem zur regierung untüchtig sey, folglich auchnicht die geringste lust, die crone zu erben, bey sich merckte. DerCzaar wollte dieser Versicherung keines weges glauben beymessen, und besorgte, es möchte der Printz, wenn er einmal zurregierung gelangte, die bisherigen guten und nützlichen ordnun-gen gäntzlich über den Haussen werssen, verfertigte dahero noch-mals ein schreiben an ihn , folgendes innhalts : er sollte ent-weder eine bessere lebens-art erwehlen, oder ins kloster zu gehensich gefallen lassen. Der Printz ertheilte also seinen entschluß,daß er sich in den geistlichen stand zu begeben gesonnen sey. DerCzaar ließ ihn deshalber zu Petersburg zurücke, als er aber vonsemem ungeziemten leben immer weitere Nachricht einzöge, hießer ihn zu sich nach Coppenhagen kommen, daß er dem bevorste-henden feldzuge beywohnen sollte. Diesem vätterlichen besehtaber gehorsamie er keines weges, sondern ließ sich von seinensreunden mit gelde versorgen, womit er sich auf die flucht,und sodann in den schütz des Kayserlichen Hofs begab, allwoer seine verstellte Unschuld also vorbrachte, daß er nemlich beyseinem vatter des lebens nicht sicher sey, und brachte es endlichdurch seine falsche Vorstellung so weit, daß ihm ein ort einge-räumet wurde, wo er verborgen, und ohne jemands wissen le-ben könnte. Dem allen aber ohngeachtet wurde der ort seinesausenthalts in einer Tyrolischen vestung dem Czaar kund ge-macht , welcher es an dem Wienerischen Hofe durch seine Mini-stros so weit brachte, daß man ihn wiederum zu seinem vatterzu gehen bewegen wollte; allein es brachte es dieser Alexiusdurch seine neuen und fälschlichen Vorstellungen seiner Unschuld,wiederum dahin, daß man ihn unter einem verdeckten nahmennach Neapel schickte, woselbst er so lange verborgen gehaltenwurde , bis endlich der Czaar Mittel fände erwehnten Hof da-hin zu bringen , daß er nicht nur durch eigene und CzaarischeMinistros den Alexium, zu seinem vatter zu gehen, nochmalserinnerte, sondern auch , wenn er sich dieses entschlagen wurde,weiter zu schützen absagete. Ob er nun wohl anfänglich sichsehr unartig aufführte, und denen Rußischen Abgesandten garkeine audientz geben wollte, so vermochte ihn doch endlich derHof, wie auch die drohungen und promessen des vatters da-hin , daß er sich mit nach Rußland zurücke zu kehren , undden Czaar schriftlich vorhero um Verzeihung zu bitten resolvirte;worauf er an. 1718. zu ende des jan. nach Petersburg, von daraber als ein gefangener ohne seiten-gewehr nach Moskau gebrachtwurde, woselbst er sich wiederum gantz demüthig anstellte, sei-ne groben verbrechen hertzlich zu bedauren schiene, und lediglichum die erhaltung seines lebens bäte, welches ihm auch derCzaar zu schencken versicherte, doch mit der bedingung, daß erallen anforderungen auf die erb - regierung schriftlich absagenmuste, welches alles durch em besonderes manifest mit beyge-benden Ursachen dieses entfchlusses denen Reichs - Ständen öf-fentlich kund gemacht, und ihnen zugleich dabey auferlegetwurde, zu versprechen, daß sie dem Printzen Alexio zur succes-sion in der regierung aufkeine. art Vorschub thun und behülflichseyn wollten. Weil ihn nun aber der Czaar hiernächst heftig be-drohte , daß, wo er nicht alles gerade heraus sagte, wohiner mtt feiner flucht gezielt, wer ihm den anschlag eingegeben ,und.hulfllche Hand dazu geleistet hätte, die ihm ertheilte gnadeunaulttg seyn würde, so obligirte er sich zwar eydltch, allesnach semem wellen zu entdecken , schrieb deswegen auch etwaszur Nachricht auf, welches aber von grosser Unrichtigkeit undunvollkommenhelt war, Massen vieles, welches er entweder garnicht / oder doch alles falsch, angegeben, unter seinen bnef-

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schaUen gesunden wurde, woraus man leicht urtheilen komAdaß er sehr viele von seinen anhängern, besonders aber seinegene absieht, welche auf eine rebellion wider den Czaar s.gangen, und wodurch er die Reichs-Stände, absonderlichGeistlichen auf seine feite zu bringen getrachtet, mit stillst!^gen Übergängen hatte; wie denn auch nachhero viele feinern''Verbrecher aussagten, es habe der Printz sowol wider den W rund dessen gemahlin, als auch wider den Fürstenund dessen geschlecht,ja fast wider alle Ministros ausdas sci)E,lichste und ungebührlichste gesprochen, mit vielen bedrohungdaß er, der Kaystr mochte wollen, oder nicht, sich derEauf den thron schwingen wollte, wozu die geistlichen Stan"und vermuthlich auch auswärtige Potentaten behülflich Uwürden; Über dieses, wenn er mit dem Czaar ausreisenoder sich mit zu selbe begeben sollen, habe er eine verstellte kra«»heit vorgeschützt, wider denselben viele verhaßte beschuldig»^gen an dem Kayserl. Hofe vorgebracht; die lrouppen , n>e»»damals im Mecklenburgischen gestanden, wider ihn zu einp»^gesucht, und überhaupt viel unanständiges unternommen.nun wohl der Printz bey diesen beschuldigungen nicht geradegrenz, sondern vorgab, er habe die wahren umständetheils vergessen , und solchergestalt sowol durch läugnen, ^auch durch zweydeutige antwort sich von denenselben zu reM^tigen suchte, so konnte er doch nicht verhindern , daß derdie gantze fache zur Untersuchung an die geistlich-und weltlich -Stande gelangen ließ, und dieselben zugleich bemächtigte,^sie, wenn sie es vor nöthig erachteten, den Printzen nocyw>zum verhör ziehen möchten. Als er nun hierausdie watM..aufrichtiger, als vorhero entdeckte, wurde von ihnen elE»der schluß gefasst,daß er sich durch sein läugnen und verschweigder ertheilten gnade des Czaars verlustig gemacht habe, ulwgfein verbrechen, welches er nunmehro selbst öffentlich MchMden, nach Göttlichen und weltlichen gesetzen des todes sck»,Ksey. Diß urtheil wurde ihm sodann pubkcirt, worauf t »nochmaliger bekänntnis wieder zum gefängnis geführt, de» ^ges aber darauf von einem schlagfluß tödlich getroffen w")MDer Czaar sprach ihm bey diesem zustande selbst zu , ertygihm die gebätene Verzeihung , nahm mit vielen thränen ^ihm abschied ; war auch bereit unter Weges , ihn auf st>n glangen noch einmal zu besuchen, da er die Nachricht von st» stobe erhielte, welcher an. 1718. den 7. julii erfolgte, W»Wsein leichnam unter der begleitung des Czaars und alleram Hofe in das begräbnis, wo feine gemahlin läge, E ^wurde. Es haben zwar einige vorgegeben , es sey ihmdurch gift beschleuniget worden, welches aber ohne gennsi §gewißheit behauptet wird. Hierauf wurden die anhaEMverstorbenen Printzen, darunter sich des Czaars schwestt^gsria, sein liebling, Kikin, auch viele Bifchöffe und GroigF,Hoss waren, sämtlich zu harter, die meisten aber zur A gstrafe gezogen , da hingegen die oben erwehnte EM'W - siewegen freyen bekänntnisses und gnugsamen Veweises , »Hil-den Printzen durch ihr einreden wiederum zur Wiederkehrgen helffen, frey gelassen, und ihr von denen ehemals gemM-ten kostbarkeiten einiges wieder gegeben wurde, mit der vc'>^rung, es sollte ihr, wenn sie wieder heurathen wurde,Czaarischen schätz eine ansehnliche ausstattung geschehen. Mdem tobe Petri I. soll sich ein Cosacke gesunden haben, w^tsich vor Alexinm ausgegeben, aber in kurtzem als eingefangen, und nach Petersburg gebracht worden ist. ^PeM l. M

* Alexius, mit dem zunahmen Ibaneus , hübe sichsien empor zu zeit desjenigen Alexii aus Sicilien, von w'ein artickul oben zu lesen. Er wäre aber darinn eben ' ^un-glücklich , als jener. Dann nachdeme man ihn ertappt'

de er zum tod verurtheilet. Lc. ist

* Alexius, ein Ertz - Bischofs zu Kiow m ReE Mdaselbst von Catholischen eitern gezenget worden, welch, <»,in der taufe den nahmen Eleutherius beylegen fälst' Eer sich aber im 1?. jähr seines alters in das klostt» Ehat er diesen nahmen geändert , und sich statt W WExium genennet. Ioannes, als der damalige RußM » 5''hat ihn abgeschickt, mit Berdebero, einem benachbatt § genige, frieden zu stiften; weil er nun gedachtenmahlin, welche blind gebohren, das gesichte

bracht, hat er nebst Amurath den frieden daselbst ^ sey.Hieraus, als er merckte, daß sein ende nicht wett m /würbe, hat er sich kurtz vorhero in der St. MEvMzu Kiow sein grab selbst verfertiget , worauf er "jähr 1)64. gestorben, und den 12. febr. verehr ^

* Alexius Falconer, welchen auch einige LeAtuw ^ §e

ist einer von denen ersten sieben gewesen, welche venvorum LeLtL AlLNT gestiftet. Er hat stin alter am M„iggebracht, und ist an. i;io. gestorben. Seine veri-schicht den 17. febr. Kriestt

* Alexius , (Vincentius) von Perusia, Ertz - Ahaupt-kirch und krokettor ftiri8, hernach Rlchtt

des Römischen Tribunals, welches die kom geuenm ^Bischoff zu Perusia, liesse seine lectionen, dectsionen m ße5 s in den druck ausgehen , und starb an.ttiüor. äes suceurs äu llroir, psr AE»,

ksrir in ir. 1702. » ^