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ner armee die grosse wüste, welche diese provintz von Chorastmunterscheidet, und Nubendigian genennt wird, zu durchwan-dern, allwo ,ome alles nöthige zum unterhalt seiner armee man-uelle Da dann die volcker, welche sich nicht ohne grossen Wi-derwillen dazu verstanden, sahen / daß der Proviant von tag zutau abnabrn, fiengen sie an zu murmeln, und war es an dem,dast eine allgemeine aufruhr ausbrechen sollte. Indessen traftman mss dem weg ein altes ruinirtes schloß an, welches fürnichts anders als ein aufenthalt der nacht-eulen und wilden thie-ren angesehen ward, welches man nichts destoweniger bey die-ser grossen noth sehr genau und fleißig durchsucht, und «lldor-len einen so grossen Überfluß an getrayd gefunden, daß es zumunterhalt der gantzen armee überffüßig genug war. Eine dervornehmsten thaten des Alp-Arslan istsonsten die eroberungder provintz Gurgestan in Georgien gewesen, allwo er nach be-zwinaung der völckern, alle grosse Herren des lands ihrer srey-heit beraubte, und sie, anstatt der ketten oder Halsband, einroß-eisen an dem ohr hangend zum zeichen ihrer dienstbarkeit zutragen zwange. Dieses so schändliche merckmal wäre ursach,daß viele unter ihnen, davon befreyet zu werden, sich äusserlichzu der Musulmannischen lehre bekannten. Doch wäre es die-sem Sultan unmöglich, diese volcker, welche sowol der Christ-lichen religion, zu welcher sie sich bekenneten,wie auch ihrem na-türlichen Fürsten annoch sehr starck zugethan waren, also zubezwingen, daß nicht viel veste Plätze in den bergen, wohin siesich falvirt, übrig blieben, welche zu bezwingen eine lange zeitwurde erfordert haben. . Allein dieser Fürst, welcher von ander-wärtigen geschäfften zurück beruffen wurde, fände für genug-sam seinen söhn Malek Schah allda zu hinterlassen, welcherseine müh allein dahin richtete, wie er die vestesten örter desoergs Caucasi erobern mochte, um dadurch seines vatters Waf-fen ein rühmlich end zu verschaffen. Die berühmteste belage-rung, so Malek Schah in Georgien unternahm, war eines orts,auf Persianisch Miriam Nischim genannt, das ist, das ortoder die wohnung der Maria, von einem ktoster und kirchen,die zu ehren dieser H. Jungfrauen waren gebauen worden, undan diesem, mitten in einem sie stehenden ort, gelegen sind.Malek Schah thäte den angriff mit seinen auserlesensten völ-ckern , welche er in schiffe mit leitern und hacken wohl versehensetzte, um stürm zu lausten. Da nun alles zu dieser Unterneh-mung schon fertig war, erhebte sich plötzlich mitten an dem tagauf dem sie eine so entsetzliche ungestüme, und ward der Him-mel mit so dicken wolcken bedeckt, daß weder die belagerer anden angriff, noch die belagerte an die gegen-wehr zu gedenckenim stand waren. Diesis ungewitter war der vorläuffer eineserdbebens, wodurch die Christen diesen tag lebendig unter denruin der erden vergraben zu werden vermeynten. Dennoch warder gröste schaden nur aufseilen der belagerten; dann nachdemein theil der mauren in den sie gemorsten wurde, wäre es denTürcken leicht, da die ungestüme vorbey und das erdbeben ge-stillet, den platz durch stürm zu erhalten; sie ruinirten das klo-ster, welches das gröste in gantz Georgien war, wohin auchsehr viele wallfahrten giengen. Die geschäffte, welche den Sul-tan anderwärts hin beruften, wie wir oben angezeigt haben,waren die zurüstungen zu einer Unternehmung, mit deren erschon lange zeit schwanger gegangen, nemlich zu wieder-erobe-rung des Turqueftans, eines lands, allwo, wie er vorschützte,seine vorfahren ehemals regiert hatten. Er liesse derowegeneine sehr volckreiche armee gegen den fluß Amu anrucken,wollte sich auch , vor der überfahrt, einiger fchlössern, dieihn in seinem marsch hätten verhindern können, versichern.Er liesse derowegen alfobald eines mit nahmen Berzem, inwelchem ein unerschrockener mann nahmensIoseph Cothual ausder landschafft Khovarezme eommandirte, angreiffen, welcherGubernator sich etliche tage lang sehr wehrte; nachdeme er aberendlich überwunden und zum kriegs-gefangenen gemacht wor-den , liesse ihn der Sultan vor sich kommen, und stiesse, we-gen der Verwegenheit, so er gehabt, sich einer so volckreichenarmee, als die seinige war, zu widersetzen, sehr schmählicheWorte wider ihn aus; Joseph, welcher vielmehr von dem Sul-tan seiner tapferkeit halber gelobt zu werden vermeynte, wurdedurch diese üble empfahung so sehr erhitzet, daß er ihme trotzigeund wider des Sultans respect gehende antwort gäbe. DerFürst befahl alfobald, daß man ihn an vier pfäle binden sollte,«m ihn graufamlich zu tod zu martern. Joseph, nachdeme erdiesen sententz über sich ergehen gehört, nähme sein Messer, wel-ches er in seinem stiefel hatte, in die Hand, und sagte dräuendzu dem Sultan: Empfanget man eine Person von meiner wür-de aussolche weise? und als er sich zu ihm nähern wollte, ihmeinen streich beyzubringen, wollte sich die leib-wacht des Sul-tans auf ihn werffen; Dieser Fürst aber, welchem niemandsowol in der stärcke, als geschicklrchkeit mit dem bogen zu Wes-sen beykame, verhinderte sie, ihn handvest zu machen, schoßemen pftil auf denselben los, und fehlete ihn. Worauf Jo-seph voll raserey ausden Sultan zulief, und ihm eine tödtlichewunde beybrachte. Dieser Mörder wehrte ,rch nach vollbrach-ter that noch sehr lang wider des Königs leib-wacht, unter de-er auch etliche verwundet, bis ihn endlich ein cammer-die-mit einem Hebel zu boden warf. Alp-Ars-55 » zeitlang nach seiner Verwundung, und da er
^ msten sahe, sagte er zu seinen guten freunden:
" zweyer lehren, welche mir vormals
ein kluger alter grers, mein gewestner lehrmcister, gegeben:
Die erste wäre, ich sollte niemalen jemand verachten, und ndie andere, ich sollte niemalen zu viel auf mir silbst haue»- -Dennoch hab ich in diesen zwey letzten tagen meines leben»'diesen zwey so wichtigen lehren zuwider gehandelt; dann aw'ich gestern ab einer höhe die grosse anzahl meiner volckem >besähe, meynte ich, es seye in der weit keine macht riW,übrig, welche sich mir widersetzen, noch ein mensch, der miw 'angreiffen börste; und heute, als ich meiner leib-wacht du-'sen menschen, welcher mit dem messer in der Hand gegen m» 'käme, aufzuhalten verböte, überredte ich mich gäntzUM 'genug stärcke und Hurtigkeit zu haben, mich silbften dafür W'beschützen; Ich sehe aber jetzund, daß einem weder stEstnoch Hurtigkeit wider das Verhängnis etwas nutzen ran-ADieser Fürst starb im 46z. jähr der Hegira, 1072. nach.Wsi,geburt, und ward in Meru, einer der vornehmsten stab»"^Chorasan, mit diesem grabmahl begraben. Ihr alle,
ihr die großheit des Mp-Arslan bis in Himmelden, Zeichen habt, kommet naher Meru, alluw > /sie in dem staub werdet begraben sehen. Er warst42l. jähr der Hegira gebohren, und hatte vor seiner erhöhst,^ausden thron schon zehen gantzer jähr lang in Chorasan als V.neral-Lieutenant des Thogrul-Beg seines oheims comman» z,Er wäre sehr tapfer und sehr freygebig, hatte auch eu» ^vortrefliche leibs-gestalt und gutes ansehen, daß er sich vs» ^len, so zu ihme herbey nährten, eine sonderbare ehrerbietungwohlgewogenheit zuzöge. Er trüge einen sehr langenbart, und bedeckte gemeiniglich sem Haupt mit einem siyUj,hen und in form einer cron gemachten Türckifchen bund.ne macht wäre in gantz Asien so groß, daß er bis am. ^hundert Fürsten oder Fürsten-kinder zu den küssen feines lyzsich niederwerffen, und ihme ihre aufwartung machen,
bibl. Orient, welcher andre LMkvres, als ^
ziehet. LMacr««/, ssiti. 8nrk>cen. lib. III. L3P. 7. setzet d.est<Mdieses Sultans ein jähr früher, und meldet, daß ihmMeltcshiah Ghelaluddaulas (welches oben gedachter Ast,,>eSchah ist) nachgefolget seye. G.Hornius glaubet nM. pjegründ, dieser Alp-Arslan seye eben derselbe, welclst'st^,Griechischen geschieht - Weiber Axan nennen.
* Alpais , eine tochter Königs Ludovici mit dem ssMÄck
des Gutthätigen und Frommen, und Ermengardis seiner ^gemahlin, verehlichte sich an Begvn, Grafen von Parstst' gc-sen Flodoard Meldung gethan hat, und wäre eine mum Ltardi und Etardi. still, Ilssem, 1 il>. II. cap-
list. IV. Lax. 16.
* Alpatragius, ein Arabischer Natstematicus,
astrologische anmerckungen gemacht. Es scheinet, als wss'ser Mtdor und Alpetregus, der auch ein Lllrologuseins seyen. äe Icient. mach. c> 64. §.;. ,
Alpen, stlxes, eine reihe hoher berge, welche FrMhckund Deutschland von Italien scheiden. Sie erstrecken MHassdie Grafschafft Nizza und Hoch-Provence, säst über gasUs^phino, über Savoyen, Walliser-land, Schweitz, Grast Ay,ten, Tyrol, die Bischoffthümmer Trient und Brisen,Bißthum Saltzburg , wie auch über Kärndten, CrawstsschEtheil von dem Hertzvgthum Mayland, und des Venettz» Egebieths u. d. m. Sie fangen am Genuesischen meerc»Nizza an, und gehen bis an das Adriatifche meerfluß Arse, ungefehr 188. weilen in einer reihe fort, Mt»'nach ihrer gegend unterschiedene nahmen. Die Meer-"Lixes nnritimX, heissen diejenigen, welche nächst aa gisstliegen, und sich von Monaco bis an den berg Viso, beysprung des Po-flusses erstrecken; unter diesen sind die 0"» Mmelion und Tende, so beyde in der Grafschafft Nizzaberühmtesten. Die CottischeAlpen, Wss Lows, st,fangen bey dem berge Viso an, und gehen bis zum bersst M.unter denselben sind nebst dem berge Viso, auch der vststvMeivre und w Lot äe la Lroix sehr bekannt. Die EststAerAlpen, lllpes 6rsj-e, Orajus Kons, erstrecken sich vchp L-ban den grossen Bernhards-berg, zwischen Savoyenmont, und ist der berg Cenis darunter am merckwurvlSstpenninischeAlpen, LlpL«kennmT, gehen durch»"^,a>ser-land bis zum Ursprung des Rheins und der NdstprossstSt. Gotthards-berge, und ist darunter der bergmercken, weil er ein paß aus dem Walliser-lande in da»dische ist. Die hohen Alpen, Wes lumm«. gehst' AE ;an bis zum IVlsMiore, sondern Mayland von ^ >
ab, und ist der St. Gotthards-berg der vornehmste ^ »nächst diesem sind auch merckwürdig, der ssrnspan, ^r, v ^Vogelsberg, ausweichen beyden derRhemeE^t/^g,-nacy der berg äe iL kourcW daraus die Rhone en 1 Aüß,«ssendlich der Grimsel, aus welchem die flüsse Aar u» Igelstwen. Die Lepontische Alpen, Wes sexomiK, 'Azpest^,,,den Penninischen an, und erstrecken sich den höhst* - st'w gss^«^ittag^zwischen^e^e^ SckMA'
Dsgo lVlaggiore in das Maylandische und m ore .gen den Bernhards-berg. Die Rhatische
KiiLtiL«, W-L ssilTtic-t, sind zwischen Graubunde M'Uland, und begretffen den Bernhards-berg und Agiss .,
unter sich, aus welchem die flüsse Jnn, Adlge- ^Addua entspringen. Die Tridentinisckw ^