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ten der gecrönten Häupter in grossen streit, und zwar wegen ei-nes publicirten edicts , daß sie von den waaren, so sie nach Romkommen liessen , zoll geben sollten, ausgenommen von denen,so sie für ihre eigene Person und Haus brauchten, deswegen dieAbgesandten zugleich bey dem Papst audientz suchten, aber alssie vor den pallast kamen, auf defehl des Cardinals die kettenvorgezogen, und die Schweitzer-wache verdoppelt fanden, so,baß sie sich zurück begeben musten. Hierauf begehrten sie, daßer von seinem gouvsrno sollte abgesetzt werden; allein er wüstedie fache so wohl zu spielen, daß alles mit Vergnügung der Cro-nen an. 1671. beygelegt wurde. Nach dem tobe des CardinalsChigi wurde er an. 169;. Unter-Dechant des Cardinals-Lolle-gü, und hatte Hoffnung den Päpstlichen stuhl zu betreten, wenner nicht den 29. jun. an. is-8. im 7;. jähr seines alters gestor-ben wäre.
* Altieri, (Johannes Baptista) ein Cardinal und vierter
söhn Casp. Pauluzzi-Altien, war gebohren den 6. august. an.167z. Nachdem er in den geistlichen stand getreten, warder Cammer-LlenLUü, und den 27. apr. 171;. krekerro äells8tracle, oder Ober-Aufseher über die Wege und straffen. Nachder erhebung Benedicti XIII. auf den Päpstlichen stuhl ertheil-te ihm dieser Papst in seinem ersten OonMorio den 12. jun.1724. den titul eines Ertz-Bischosss von Tyro. Als er hernachden 12. jul. zum Priester geordnet worden, so wurde er den16. dieses monats von dem Papst selbsten mit aßistentz derErtz-Bischoffen von Myra und Nazianzo in der Quirinals-ca-pell'egeweyhet, und den i;. deS folgenden monats aug. mei-nem aßistirenden Bischoffen des Päpstlichen throns erkläret.Er war auch der erste, welchen Benedictus XIII. den n.fept. gedachten 1724. jahrs mit der Cardinals-würde beehrte,da er denn, nachdem er den Hut aus des Papsts Händen em-pfangen , den Priesterlichen titul von St. Matthäo in Meru-lana bekam. An. i7;o. wohnte er der wähl Papsts ClementisXII. bey , und nach dessen tode begäbe er sich mit den übrigenCardinälen gleichfalls in das Conclave, um zu einer neuenPapsts-wahl zu schreiten, er ward aber gleich anfangs dersel-ben mit einer so heftigen und plötzlichen kranckheit angegrif-fen, baß er den 12. mart. an. 1740. dieses zeitliche gesegnete,worauf sein leichnam des folgenden tags nach der kirche äsllaMinerva gebracht, und allda beygesetzet wurde. äs
* Altieri , (Mario) ein gebvhrner Römer, legte sich sonder-lich auf die (Xnanes der Päpste, worinnen er eine grosse wissen-schafft bekam. Seine gelehrten äilpmmioiies äs csnluris es-clellLlliLis hat er Papst Paulo V. dediciret, und sind solche in 2.töl. heraus gekommen. tliestro ckllominl letterati.
)lttilius, (Gabriel) gebürtig aus Basilicata, in dem König-reich Neapolis. Er brachte sich sonderlich durch seine Lateini-sche verse in grosses ansehen, und an dem Hofe Ferdinandi zuNeapel so weit empor, daß der junge Printz Ferdinand seinerUnterweisung anvertrauet wurde. Es scheint auch, daß er instaats-sachen mag gebraucht, und mit Ioviano Pontano nachRom geschickt worden seyn, einen frieden zwischen dem KönigeFerdinando und dem Papst Jnnocentio VIII. abzuhandeln.Seine Poesie half ihm so viel, daß er an. 1471. das BißthumPolicastro erhielt. Er starb um das jähr 1501. und nicht an.1484. wie Ughelli berichtet. So bald er das Bißthum hatte,danckte er die Poesie ab, und legte sich auf die Theologie. Pau-lus Iovius redet von dieser fache sehr hart, dagegen ihn Lato-mus in folgenden versen gar wohl vertheidiget hat:
Luäilt Lkilius äslerüs tmnskuga Mulis,
In gusrurn tabulis nobile nomen erst.
8eä guiä peccsvit, ll äemereLwr ur olimLLrinininus Vkorbuin, nuns pieMtsOeum?
Sein epickulLlnium aufdie Isabellam Aragoniam ist ein haupt-getichte, welches in den äelisiis koewrum Imlorum per Xanu-tium Operum 8. lan. Oruterum, und in den carminibus illu-jkrium koewrum Imlorum, die Jo. Matthäus Toscanus her-aus gegeben, zu finden ist. Bayle meynet, das cpiäislsmiumsey auf der Isabella von Aragonien beylager mit Johanne Ga-leazio Sforzia, Hertzoge von Mayland, geschrieben, welches an.1472. gehalten worden. Da nun Altilius bereits an. 1471.Bischossworden, so schliesset Bayle nicht unbillig, daß vielleichtan der gantzen relation des Iovii nicht viel wahres seyn möge.
in elog. 6'ckc/Ls, Icrit. non SLLleliMt. 7 bibl. Xupo-Üt. Ical. Lcr. tom. VII. In äialog. uLZrärr« p.
1471. öar//e§, iusem. lur les koste« tom. I. <L III.
* Altimarus, (Donatus Antonius) ein Msäicus aus Nea-poli, lebte um das jähr 159°. und hat unterschiedene medm-nische tractätgen verfertiget, die zu Leiden an. i; 6 ;. herausgekommen, und zusammen gedruckt worden sind. bwl.
VeL. nov.
Ältin, eine grosse Asiatische landschafft zwischen dem Ur-sprung der flüsse Obu und Jrtis gelegen, wrrd von den Kalmu-cker-Tartarn bewohnt, und ist die Haupt-stadt darinnen gleichesnahmens.
. Altina , (Heinrich) ein söhn von Menso Alting, der um dasjähr 1566. unter der reaierung des I)us ckAlba, das Evange-lium in dem lande von Gröningen zuerst geprediget hat, wardvon jugend auf den theologischen studien gewiedmet, darinnener zu Herborn unter dem berühmten Piscator, unter MartinsMartinio, und Gulrelmo Zeppero gantzer drey jähr ungemein
alt
zunahm, so vag er nach dem die frcchcit erhielte, selbst andÄder Philosophie und Theologie zu lehren. Er ward darauf160;. Informator bey drey jungen Grafen, die mit dem>.>«Pfaltzischen Printzen zu Sedan studirten; als sich abH„U-darauf von feiten Konig Heinrichs des IV. ein schweresWitter über den Hertzog von Bouillon aufzog, welche» Inachgehends ohne schaden abgieng, so verließ doch dama?Chur-Printz Sedan, sowol als die drey Grafen, und nnsMfen zugleich Altingius, der zu Heydelberg aber sein thunte, auch dabey den Chur-Printz in der Geographie und -v" co-unterrichtete, bis an. 1603. da er zum ordentlichen Into"^-re angenommen wurde. Es sollen noch diese stunde äEta oder in Latein verfertigte tbemara von dem Churfut'v^ekder Vaticans zu sehen seyn, die Altingius diesem Herrn IN 'damaligen station corrigiret hat. Er begleitete ihn am»nach Sedan, und wandte solchen fleiß auf ihn, daß derChurfürst an. iSio. in dem sxsmine, das vor dem Hertz»» ^Zweybrücken als Läminillrutor angestellet wurde,auf alleder religion fertig, und zwar in Latein zu antworten wunU^,1612. begleitete er den Churfürsten nach Engelland, da er I ^re gehabt, mit dem Könige Jacobo zu sprechen, auch io"Ä<,hok'
bekanntschafft des Ertz-Bischoffs von Canterbury, George
des Bischoffs zu London, Kings, und des D. Harqucv»»then ist,welcher letztere bey dem Printzen von Wallis Imo» ^war. Nach geendigtem beylager gieng Alting an.febr. mit seinem Grafen voraus nach Hause. Im aug.»er die krofellionem locorum communium tbeologicoruv-^.promovirte darauf in vockorem. An. 1616. ward er xst>'clur Lollegü LapientiL, überließ die zweyte theologW. jhi»felllon, die durch Copvenii tod an. 1618. erlediget,angeboten wurde, an Senltetum, und wohnte daraus ' ptses letzter,, und Pauli Tossani gesellschafft, im nahwe'FPfaltzischen kirche, dem Lynoäu zu Dordrecht bey..hatte die Universität zu Leiden die theologische Facultat em» ^lassen; dahero Alting den krofsllorem Ioannem Polv»v ^zum Licentimo, Scultetus aber zum voctore machte,. M'2 ssalso die gemalt mittheilete, seine collegen zu gleicher wEHi"heben. An. 1622. gieng Heydelberg über, und da ist A ^ ^durch ein wunderwerck erhalten worden. Er saß in sE Ebinet, als man ihm die botschafft brachte, daß die stam UMdert wurde. Er riegelte hierauf seine thüre zu, mss usich zum gebat, aber einer seiner freunde ließ ihm wisseUUMsich durch die hinterthüre zum Cantzler retiriren mochte!^, taeine gute LIvu-ZuLräs hingelegt habe, weil Lilly ducantzley befindlichen papiere gerne alle wollte erhallch «-B'Alting that diß, allein der Obrist-Lieutenant vom H»/ xErischen regiment, der in der cantzley einen posten haucheihn folgender gestalt an: Mit diesem strett-kolben vheute ic>. menschen getodtet, und wenn ich wrE, fAlting steckte, sollte er der eilfte seyn. wer btst -je ^ting hatte die refolution, und sagte, er sey einer von dem"Lollegio 83piemike dociret, worinnen er nicht unM ^ IvUnd damit versprach ihm der Obrist-Lieutenant, dA. Edas leben fristen wollte. Auf den morgen bekamen »IpE'ten das Haus, und der Officier muste es so jählinss^-iodaß er nicht zeit hatte, nach seinem lehrer aus dem "v-"pismiL zu fragen. Alting versteckte sich auf demHzu allem glucke fand ihn ein Churfürstlicher koch Ux, "L
in des Lilly küche , die auch in diß Haus eingelegtbch 5kochte. Derselbe versorgte den armen Alting aus oi/smit sperse und tranck, machte ihm gelegenheit, da« AvHaus kommen konnte, wo er in seiner studier-stube 0 -tain antraf, der ihm entweder aus spotterey oderkeit das beste buch, das er sich , nemlich aus seiner U. y-vbliotheck, wehlen würde, zum geschenckeanbot. .Au'^ V»te vor das erbieten, und meynte, wenn die buch»»pitain gehörten, so, lvÄnschte er, daß ihm ein w"W.gegonnet werden mochte, als der vorige besitzetruckwege stund er tausend gefahr aus, aber nach» pichvSerhielt er von Lilly die erlaudnis, daß er sich retE' ,,„p»Er wandte sich nach Schorndorf ins WürtembergE^man ihn da, als einen Heydelberg«, nicht langergieng er nach Embden an. 162;. und spräche im d' MlX.pverjagten Churfürsten im Haag zu. Dieser Fur>l »peE-cS,nachgehends zur Unterweisung seines Printzen, unste dadurch, daß er weder zu Embden die stelle eme» 7 ,irlch<fnoch zuFranecker die stelle eines krofslloiisMeologmkonnte,welche ihm beyde,und zwar die letztere an^Mt^jii-brandr Lubertr tode, angetragen wurde. Endlich Ach'seinem Churfürsten, basier an. 1Ü27. die krofoSosiLaltetL,gen annehmen durfte, die er auch bis an sein ende >An.16;;. sollte er nach Leiden,welchsvocation er an HM'unter dem bedinge, daß die Stände von GronE^ligten; die es aber nicht thaten. An. i6;4- wollw» Mdelberg, um die Universität daselbst, auf anhaM'^ch d ..Ludwig Philipps, wieder in stand zu setzen; »s „mwegsiF^bis nach Franckfurt,muste aber durch allerhand uN ch^M ^weil alle diese gute anschläge durch die Nordlmgeehe die Kayserlichen gewonnen, wieder über einen
schmissen wurden. Seine letzte jähre hat er mst vi u
gebracht. An. iü;y. starblhm seine älteste tE M Allst
m eine so starcke melancholey verfiel, die W,. vettt^ Mund zuletzt in eine beschwerliche schlaf -