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bod
sen, ward Königlicher Burggraf in Dantzig, und fieng die an-noch florirende Haußdorffische linie an, welche nachgehendsdie güther Wiese und Falckenhorst an sich gebracht hat.
Bodegrave, ein flecken in Holland am Rhein , zwischenLeiden und Voerden, allwo die Franzosen mit den einwohnernan. 1672. übel umgegangen. Die grausamkeiten, so da ver-übt worden, sowol als auch zu Schwammerdam, werden inValkeniers verwirrten Europa und in dem üvis Käsle mix vs-lic-ikles HoUanäois, so Viquefort geschrieben, ausführlich er-zehlet. Es gehöret dieser ort zur stadt Voerden. 2 «/. !>->»».accurate geogr. *
* Bodeloe, insgemein Bauloo , ein berühmtes Cistercien-ser-Mönchs-kloster nach der regul des H. Benedicti in der Di«-csii von Tournay, welches an.ie-z. von einem vornehmen man-ne Balduino gestiftet worden. Lttce/r». 6erm. lacr. k.II. x. l6.
* Bodenburg, eine kleine stadt, schloß und amt im Hil-desheimischen , an dem kleinen fluß Lamde, oder Lamme, einehalbe meile von Saltz-Delfurt und eine von Bockelem gelegen,welche Bodo von Steinberg an. 1024. erbauet, und nach sei-nem nahmen genennet hat. Sein söhn Aswins stiftete die Bo-denbmgische linie, welche auch noch bis ietzo floriret. Schnei-ders beschreibnng des alten Sachsenlandes, x. 2; 2.
Bodenhausen, eine kleine stadt an der Werra in Nieder-Hessen an den Braunschweigischen grentzen gelegen.
Bodenhausen, eine uralte adeliche und theils Freyherr-liche familie in Hessen und den benachbarten provintzen, derenstamm-haus das vorhergedachte städtgen ist. Johannes, vs.«retorum Doökor und Lanonicns zu Erfurt, lebte an. r;6c>.Melchior auf Arnstein und Niedergandern, war ein enckelHeinrichs von Bodenhausen , und Catharinä von Kirstlinge-rode, und befand sich an. 1521. als Heßischer Rath auf demReichstage zu Worms. Von seinen söhnen sind Otto Hein-rich auf Arnstein , Wülffingerode und wilcke zu mercken. Je-ner hinterließ 1.) Melchiorn, dessen söhn Cuno Odomar, wel-cher in der fruchtbringenden gesellschafft den nahmen des be-quemen führte, hat seinen äst mit zwey söhnen, Dietrichenund Bodo Dietrichen , fortgesetzet. 2.) Krafften auf Radisund Wülffingerode, Chur-Mayntzischen und Chur-SächsischenRath, Obersten zu roß und Hauptmann der ämter Torganund Liebenwerde, wie auch Beysitzer des Land-Gerichts auf demEichsftlde. Dessen söhn, Otto Wilcke auf Radis, Chur-Sächsischer Ober-Stener-Einnehmer, hinterließ KrafftBurck-harden auf Radis, Brandts , Sollstadt rc. Königlichen Pol-nischen und Preußischen Cammer - Herrn und Ober-Steuer-vireöwrem in der Grafschafft Hohenstein, welcher die Fren-herrliche würde erhalten, und durch seinen söhn, Otto Wil-helmen, der sich an. 1704. mit Louise von Pfuhl vermählt,sein geschlecht fortgepflantzet. Von dem obgedachren wilckenscheinen folgende abgestammt zu seyn: Enno, Freyherr ausGleichen , Arnstein und Bodenhausen , der an. i;6o. HeßischerOberster; Hans, der um die mitte des XVII. steculi Chur-Sächsischer Ober-Hof-Marschall; Otto, der um dieselbe zeitCulmbachischer Rath und Hauptmaun zu Hos; und Reqnerus,der um das jähr 1669. Hessen-Casselischer geheimer Rath ge-wesen. Spangenbergs Adelst), k. II. Getferts ahnen-tafel;IV/Ä/kr-j sruial. 8ax.
Bodensee, lat. Dacus stcronius oder koclamicus, hat denletzlern nahmen von dem ort Bodmeu, vor zelten koäama, all-wo die alte Fränckische Könige und Kayser einen paliast ge-habt ; wird auch sonst Bregentzer-oder Costnitzer-see genen-net , ist ein grosser see zwischen Schwaden und der Schweitz,über 7. Meilen lang und ;. meilen breit, durch welchen derRhein fliestet. Man theilet selbigen in den ober-und nntcr-see,und ist darinnen ein Überfluß an allerhand fischen. Von diesemsee bemercket man, daß er niemalen völlig überfriere, wie kaltauch der Winter immer seyn mag. Der untere see ist reicheran fischen als der obere, und wird darinnen sonderlich der so-genannte gangsisch gefangen, als welcher gedörret und in säß-gen verschicket wird. In diesem see liegen die zwey bekannteninsuln Meynarv, gegen Merspurg über, und Reichen«» imZeller-see. Er ist an theils orten sehr tief, auch wegen plötz-lich entstehenden sturmwrnden etwas gefährlich. Das daranliegende land an beyden ufern ist sehr lustig, fruchtbar undmir nahmhafften schonen stadten, flecken und schlössern besetzet,als da sind auf der Schwaben feiten Bregentz, Lindau, Lan-genargen, Buchorn, Merspurg, Uberlingen, Zell rc. Aufder Schweitzer feiten aber, Costantz, Steckbvrn, Arben, Ru-Mlßhorn , Steinach. Die jurisdiction auf diesem see, gehörethalb rn das L^ud-gericht Thurgöw, mithin denen darinnen re-gierenden Orten, und halb an Neichenau und Costantz, wiedann deswegen an. 1554. eh, freundlicher vertrag aufgerichtetworden, dessen mnhalt Waldkirchins O) erzehlet. An. issi.entstund hierüber ein streit aus anlas einiger des Gottes-Hau-ses Munsterlmgen genchts - angehöriger fischern, welche, dasie in diesem see gefischet, von etlichen bürgern aus Costantzmit bewaffneter Hand angefallen, und gefangen nach Costantzgefuhret wurden., Gleichwie nun die im Thurgöw regierendeOrte dieses als mim unbefugten eingriff in ihre auf diesem seehabende gcrichts - Herrlichkeit ansahen, also hielten sie erstlichunter sich selbö in Zug, hernach aber mit der stadt Costantz un-
ter Vermittelung Herrn Baron von Landsee auf der rnstrlReichen«» , eine zweyte, obwolen fruchtlose, conferentz. Daaber nachmals ein anderer dem gleichförmiger anfall von feitender stadt Costantz geschehen , wurden alle den Costnitzern imThurgöw zustehende gülten, zinse rc. von dem Landvogt daselbstarrestiret. An. 168;. auf damalig Eydgenvßischer Tag-satzungzu Baden, ward zwar dieser arrest wiederum aufgehoben, unddagegen die in letzten» fall geschehene infraction repariret; diehaupt-sach aber ward nicht entschieden. - An. 1684-, wurde de-rentwegen zu Oeningen am nnter-see eine wiedermalige zusam-mcnkunft gehalten , es ward aber auch an diesem ort wenigausgerichtet. An. 1694. wurde dieser fach halber aus anlas ei-nes von den Costnitzer-soldaten weggenommenen marckt-schiffesvon Rheineck ein neuer lermen erreget, der aber ebenfalls durchgegebene satisfaction wiederum gestillet ward. lib. V. p.
49. ;o. (a) Ez7dg. bnnds-hist. ?. II. p.zyS. Llmsl. Rel-vet. p.1069. 108;. <L nc>2. lib. 1. p.262. Hel-
vet. Xe, 7 . itin. 6erm. *
Bodenftem, potenstein, r.) eine stadt nebst einemschloß und amte, zu dem Stifte Bamberg gehörig. Sie liegtzwischen vielen bergen, an dem griffe Putlach, ;. Meilen vonBayrenth. 2.) Ein schloß aufdem Eichsftlde gelegen, welchesheut zu tage den Herren von Wintzingerode zustehet; es hat ei-nem adelichen geschlechie den nahmen gegeben, aus welchem Al-bertus an. l4zc>. Abt in dem kloster Bursftld gewesen,antig. Lursf. p. 20. I'a/ioi'rr Lranc. recliv. 7 "
Bodenstein, (Andreas Rudolph) sonst Oaroloftaäiusge-nannt , weil er zu Carlstadt in Francken gebohren. Den gründseiner studien legte er in seinem vatterlande, worauf er sich infremde länder begab , und eine zeitlang zu Rom aufhielt, dieTheologie zu studiren. Nachgehends kam er nach Wittenberg,bey anfang dieser Universität, woselbst er anfänglich Lananicusbey der schloß-kirche und LrLbicliaconus bey der stadt-kirche war,an. I;o2. aber Doöior und Lroftssor Tbeologi-e wurde. An.1512. creirte er Lutherum zum Doökor, war auch unter den er-sten , welche ihm an. 1517. beypflichteten. Bald daraufgeriether mit Johanne Eccio in streit, und wurde an. 1519. zwischendiesen beyden zu Leipzig, in gegenwarr Lutheri und Melanch-thonis eine scharfe disputation gehalten, die aber nur noch zumehr streitigkeiten anlas gab. Als nachgehends Lutherus an.i;2i. zu seiner sicherheit auf das schloß Wartenbnrggebrachtwurde, fieng Carlstadt indessen viel Neuerungen an, indemer die bilder aus den kirchen , und die ohren-beichte wollte ab-geschafft wissen, sich auch verheurathete. Da nun Lutherusan. i?22. wieder nach Wittenberg kam, billigte er zwar ei-nes und das andere, daß er nemlich die privat - messen abge-schafft , das übrige aber wollte ihm nicht gefallen. Carlstadtim gegentheil gieng noch weiter , begab sich auf ein dorf, fiengan bauer-arbeit zu verrichten, verwarf die academischen gm-äu«, wollte auch selbst den titul eines vottorft nicht länger ge-brauchen. An. 1524. wurde er zu Orlamunda zum Lastorerwehlet, fieng aber auch daselbst an die bilder aus den kirchenzu werffen, und zu lehren , daß der leib und blut Christi indem Abendmahl nicht wahrhafftig gegenwärtig sey; ja er kamauch in den verdacht, als wenn ers mit dem Thoma Müntzerhielte. Weswegen Lutherus in selbigem jähre den 22. jun. aufbefehl des Churfürsten von Sachsen zu Jena den Müntzer unddie Sacramentirer in einer predigt hart bestrafte. Carlstadt warmit gegenwärtig, und hielt des nachmittags ein heftiges ge-spräch mit Luthero, darinnen er seine Meynungen behauptete,so, daß Lutherus ihm endlich ausbote, ihn in öffentlichenschritten zu widerlegen, auch ihm zu dem ende bekannter Mas-sen darauf einen ducaten aus die Hand gab. Den 24. august.kam Lutherus nach Orlamünda, sintemal die gemeine ihn dar-um gebäten hatte, weil sie aber von Carlstadt schon eingenom-men waren, wollten sie von ihrer meynung nicht abstehen.Endlich verursachte Carlstadt, daß der Churfürst von Sach-sen ihm anbefahl, das land zu räumen , daher er sich erstlichnach Straßburg» und von bannen nach Basel begab, aberohne sich mit den Geistlichen, wenigst an diesem letztem ort, z»besprechen: wie er dann auch zu Zürich bey seiner ersten anwc-senheit zu Zwinglio nicht käme. Er schrieb an die gemeine zuOrlamünda einen brief, darinnen er sich beklagte, daß er un-überwiesen wäre vertrieben worden, gab auch damals zu Bafeleinige bücher von dem H. Lldendmahl heraus. An. 152z. dader bauren-tumust entstand, war er nach Rotenburg gekom-men , und weil nach diesem unterschiedene Prediger zur strafegezogen wurden, kam er in grosse gefahr, so daß man ihn meinem korbe die mauer herunter lassen muste; worauf er ferneUnschuld in einem besondern tractat bewies, undLutherumbat,dieses buch zum druck zu befördern, welches auch geschahe. I"er erhielte an. 1526. durch hülffe Lutheri, die freyheit, wiederumin Sachsen zu kommen , und ließ auch einen söhn taufen, da erJustum Jonam, Melanchthonem und Lutheri frau, zu taut-zeugen erwehlte. Weilen er sich aber nicht zu Lutheri meynungbequemen wollte, oder aus andern Ursachen, genösse er ke^ne besoldung, litte deswegen grosse armuth, so daß er auchseine Hebräische Bibel verkauffen muste; hielte sich indejjenzu Kemberg und Segern auf, bis er sich an. 1529. nachOst - Frießland und im folgenden jähre von bannen wiederumnach Straßburg, Basel und Zürich wandte, aber nichts nmsich brachte als sein weib und drey kinder. Zu Zurrenwurde er durch Zwingt» hülffe Diaconus an der kirche)