Band 
Zweyter Theil. Bi - C.
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mahl, Albertus von Oesterreich, der auch Konig in Ungarnund Kayser worden, zum Nachfolger benennet. Weil aberdie Hußiten dazumal noch nicht recht ruhig waren, er-wehrten sie den Polnischen Printzen Casimirum, der aberohnerachtet des frühzeitigen absterdens Alberti doch nicht zumbesitz gelangte: denn in dem darauf gefolgten ImerrsMo bo-ten die Stande das Reich dem Hertzog von Bayern Alberto an,aber mit so viel conditionen, daß er es ausfchlug; und derKayser Fridericus III. wollte es,, als ein Vormund des von demvorigen König Alberto hinterlassenen Printzen Ladislai, diesemzum Nachtheil auch nicht annehmen. Dannenhero wehltendie Stände, so meist aus Hußiten damals bestunden, an. 1440.zwey Reichs-dubernLwres, Ptaezeck von Lippa und Mein-hard von Neuhauß, welches letztem stelle nach dessen bald dar-auf erfolgten tod durch Georgium Podiebrad ersetzet wurde,welche jedoch den Unruhen in dem lande nicht völlig abhelf-fen konnten. Diese hielten an. 144?. einen land-tag, daraufbeschlossen warb, den Printzen Ladislaum nach Prag zu holen,damit er bis zur majorennitat daselbst aufcrzogen werden,, undseine gegenwart alle besorgliche Unruhen verhindern mochte.Der Kayser Fridericus III. aber, bey dem er aufcrzogen wur-de , wollte denselbigen nicht abfolgen lassen , daher inzwischendie Reichs-verwaltung fortwährte, die gedachter Georg vonPodiebrad allein führte, bis endlich, nachdem die Oesterrei-chs und Böhmen an. 145;. den Kayfer durch bie belagerungdesselben zu Neustadt darzu gezwungen, Ladislaus m das Reichkam, und gecrönet wurde. Nach dessen atlzufrühen abster-ben aber an. 1457. entstunden in wahrendem abermaligen ln-lerrssno wegen der Reichs-folge neue streitigkeiten, und ka-men auf dem deswegen angestellten land-tag der Kayfer Fri-dericus III., dessen brudcr Albertus und vetter Sigismunousaus dem Hause Oesterreich , Carolas VII. König in Franck-reich, Casimirus König in Polen, Wilhelmus Hertzog zuSachsen, Ludovicus Hertzog in Bayern, Albertus Marggrafvon Brandenburg, Fridericus Marggraf zu Missen, und derobgemeldte Georg Podiebrad in verschlag, welcher letzterevornemlich durch die Hußiten die oberhand behielte. Weil aberderselbe das versprechen, so er dem Papst gethan, nicht er-füllet , ward von diesem der König in Ungarn Matthias gegenihn aufgebracht, der auch mit einer armee, so mit dem creutzbezeichnet war, in Böhmen eindrang, zu Olmütz an. 14z 8.von dem Päpstlichen Legaten zum König in Böhmen gecrönetwurde, aber doch nichts ausrichten konnte, und daher vonden Gefchicht-fchreibern nicht mit in die zahl der Könige gese-tzt wird. Indessen war der thron nach Georgii tod aufs neueledig, und wurde auf dem an. 1471. gehaltenen land-tag ge-dachter König. Matthias, desgleichen Albertus, Hertzog zuSachsen, und Uladislaus, Königs Casimiri in Polen söhn,welche beyde schwieger-söhne Kaystrs Alberti II. waren, undihre gemahlinnen also von Carolo IV. abstammeten, in be-trachtung genommen, der letztere aber den andern vorgezogen,der auch die Königliche würbe zum ersten wiederum feit 80.jähren auf feinen söhn fortgeerbet. Die Böhmische Crone istalso von Sigismundo an auf folgende Häupter gekommen:

§0. Albertus, zugleich Kayser und König in Ungarn von<M. 14)7. bis 14^9.

51. (Interregnum von an. 1419- bis 145;.)

51. Ladislaus koltbumus, zugleich König in Ungarn, f an.

52. Georgius Podiebrad, von an. 1458. bis 1471. (1456.

5;. Uladislaus IV. zugleich Konig in Ungarn, f an. r;i6.

54. Ludovicus , auch König in Ungarn, sän. 1526.

Nach Königs Ludovici tobe war von der regierenden familiewiederum kein männlichererbe vorhanden, daher die Stände'zu einer neuen wähl schritten, bey welcher die meisten stim-men auf des Kaysers Caroli V. bruder, Ferdinandum, der ge-dachten Ludovici fchwester Annam zur gemahlin hatte, fielen,von dessen Zeiten an das Königreich in unverrückter erbfolgebis daher bey dem Allerdurchlauchtigsten Ertz-Hause Oesterreichzn folgenden Personen verblieben.

45. Ferdinandus I. von an. 1526. bis 1564.

«6. Maximilianusll.-sän. 1576.

«7. Rudolphusll. fror».

<8. Matthias, f i6iy.

59. FerdinandusII. sitz;?. Wider diesen erregte zwar eingrosser theil der Bohmen, von der Protestantischen religiongleich nach des vorfahrn tod einen aufstand, und wehltenwider ihn Fridericum V. Churfürsten zu Pfaltz, der aber gleichim folgenden jähre von Ferdinands II. vertrieben wurde. Weilnun dieser das Reich mit gemalt der Waffen bey diesem auf-stand gewonnen, so haben, feit dem der Böhmischen Ständeland-tage, die sonsten allemal vor der succeßivn eines Königshergrengen, und mithin ihre wahl-gerechtigkeit aufgehöret.

60. Ferdinandus III. 4 l6?7.

61. Ferdinandus iv. -s 16-4. noch vor dem vatter, ehe erdie wurckliche regierung angetreten. Weil er aber bereits zumKönig in Bohmen gecrönet war, gehört er auch mit in der-selben reihe.

62. Leopoldus, s 1705.

6z. Jofephus, s 1711.

64. Carolus vi. s den ro vct ,^. und folgete ihm ver-möge der Pragmatischen Sanction dessen ältere PrintzeßinMaria Theresia, welche ihren gemahl, Franciscum, Groß-

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zu Toscana und Hertzog von Lothringen, der regierungtheilhafftig machte.

Die sum des Königreichs Böhmen betreffend, ist solchesein unstreitiges lehen des Teutschen Reichs, und der Königder oberste weltliche Churfürst in demselben, dabey er das Ertz-Schencken-amt verwaltet, so er bey der wähl des Kaysers Frr-derici I. soll bekommen haben. Denn wie Ditmarus meldet,so verrichteten bey dem Kayser Ottone III. folgende 4. Hertzo-ge ihre Ery-Aemter: Henricüs von Bayern war Truchses, Con--rad von Schwaben Cämmerer, Hezil von der Pfaltz Schencke,und Bernhard von Sachsen Marschaü. Als aber nachgehendsunter dem Kayser Lothario II. Bayern mit Sachsen vereiniget,und also ein amt erlediget ward, kam Brandenburg darzu;und da kurtz darauf die Hertzoge von Schwaben zur Kayssrli-chen regierung gelangeten, verwaltete der Hertzog von Böh-men , Wlabislaus II. bey der wähl Friderict I. am ersten dasamt eines Ertz-Schencken. Als aber nach der zeit das unterOttone Illuilri vereinigte Bayern und Pfaltz wieder zertheiletwurde, machte der Hertzog von Bayern, Henricüs, dem Kö-nig von Böhmen fein Erd-Amt streitig, protestirte öffentlichdarwider , und erhielt auch an. 1275. von dem Kayfer Ru-dolpho einen ausspruch vor sich. Allein an. 129°. entschiedeben dieser Kayser die fache wider Bayern , und bestätigte zu-gleich dem Könige in Böhmen erblich das amt eines Ertz-Schencken , daher es falsch ist , daß der Hertzog von Böhmenschon unter dem Kayfer Ottone I. dieses amt zur strafe ver-waltet , und dahero ein kessel in sein wapen gesetzet worden.Übrigens ist zu mercken, da vor diesem die Kömge in Böh-men auf allen Reichs-taqen, wenn sie »rollten, erschienen,ob sie wol darzu nicht verbunden waren, wenn dieselbe aus-ser Nürnberg gehalten wurden; so haben sie doch seit Wen-ceslai zeiten keinen Reichs - noch Collegial - tagen beygewohnt,sondern allein die Kayser-wahlen verrichten helffen, ohne beyVerfassung der wahl-capitulationen zu concurriren. Nachdemaber an. 1708. bie readmißion zu allen und jeden rechten einesvollkommenen Reichs-Standes, so Böhmen ehemals gehabt,durch einen Reichs-schluß und darauf erfolgte introductiondes Böhmischen Gesandten in das Chur-collexium auf demReichs-tage, geschehen, so ist mmmehro dißfalls kein unter-scheid mehr zwischen demselben und andern Churfürstcnthü-mern. Es wird auch Böhmen zu keinem von den TeutschenReichs-kreisen gerechnet, jedoch hat es bey gedachter readmis-sion an Reichs-und Kreis-anlagen einen Churfürsten-anschlagübernommen. Sonst hat Böhmen auch diesen vorzug, daß ver-möge der güldenen Bulle, nach ausgang einer regierenden Kö-niglichen familie, die wähl eines neuen Königs den ständenseines Reichs zugehöre, sowol als bey Minderjährigkeit desKönigs die vormundschafft; die übrigen freyheiten und Pri-vilegien hat er mit den andern Churfürsten gemein. Seinvwarlus oder Neichs-Erb-Beamte waren die Freyherren vonLimpurg, anjetzo aber die Grafen von Altheim, und bey demStift Bamberg hat er die Fränckischen Ritter von Auffaßzu Stifts-Unter-Beamten. Hinwiederum hat Böhmen auchmächtige Fürsten zu feinen Vasallen, als Sachsen wegen Hen-neberg , Brandenburg wegen Nürnberg, sodann die Bisch öffezu Wurtzburg, Aichstädt, Costnitz und andere mehr. Es darfauch kein Böhm ausser das Reich an das Teutsche Kayserl.Cammer-Gericht, oder an den Reichs-Hof-Rath appelliren.

Was die religion in Böhmen anlanget, so will man be-haupten , als wenn bereits etliche 100. jähr nach Christi ge-burt Christen in diesem lande gewöhnet hätten, weil Pauli-nus einer Königin der Marcomannen, nahmens Fritigel, glseiner Christin ums jähr Z96. gedencket; allein an dieser vol-cker stelle haben sich die Slaven, wie oben gemeldet, nieder-gelassen , so annoch Heyden gemessn, denen aber Runhariusoder Rimharinus, Bischofs von Passau, den Christlichen glau-ben ums jähr 807. soll geprediget haben, wie Dresserus er-weisen will. Ja Rudolphus kuläenl,«, der die geschichte fer-ner zeit aufgeschrieben, meldet, daß an. 845. Ludovicus II-Kaysers Ludovici kü söhn, 14. Böhmische Printzen mit ihre»leuthen, so sich zu der Christlichen religion wenden wollen, anstgenommen und laufen lassen: wozu Hundius noch setzet, daßBathnricus,, Bischofs von Regenfpurg, wäre beordert wor-den , die Bohmen im Christenthum zu unterrichten. Dochbliebe fast alles Heydnisch, bis Cyriüus und Mthodrus vonder Kayssrin Theodora von Constantiuopel die Heyden zu be-kehren ausgesendet worden, und nachdem sie bey den BrstEreu und andern Sarmatischen und Slavischen völckern da»Evangelium geprediget, auch um die mitte des IX. Isecvu mBöhmen angekommen, und einige leuthe zum Chrisimrhmngebracht. Als hierauf an. 864. Radislaus, König in Mähren,Borzrvomm , Hertzog von Böhmen, zu sich bat, n-hmen Cv-nlluö und Methodius, auf anstiften Suatopolici, eines enckel»Königs Radislai, die gelegenheit in acht, Bor/wofo von derChristlichen religion zu predigen, welcher sich mch mit z o. vonseinen vornehmsten Hof-bedienten den jun. an. 864. kamenlassen. Als solches in Böhmen erschollen, rüste das voltt,

den von Borzivoji vatter aus dem lande gejagten Stuknnrunoder Stillfridum wieder zurück, und machte ihn zum HertzMallein Borzivojus behauptete durch bcystand seines schwiege^vatters das regiment, und begab sich Stuckmir wieder mBayern. Doch dieser gute ansang rur bekehrung wurde^rcm

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