98 bol bom
bom
kinder verstürbe, so fiel ein theil der Grafschafft Eberstein,worunter die beyden Herrschafften Boltringen und Oberndorffbegriffen waren, Paul Andrea zu, dessen söhn Maximilian Fe-lix diesen seinen antheil, ausgenommen Boltringen und Obern-dorff, an Marggraf Wilhelm zu Baden verkaufte ; wie aberdes Graf Maximiliani Felicis söhn Antonius Maria an. 169;.ohne erben verstürbe, und dessen nächste verwandte, nemlich fei-nes vatters schwester mutier bruder, Graf Christoff Frantz zuWolckenstein-Rodenneck, und mutter fchwester die gantze verlas-senfchaffc, und darunter auch die Herrfchafften Boltringen undOberndorff zu sich nehmen wollten, so gaben steh auch die Gra-fen von Truchseß-Zeil an, und prätendirtcn als descendentenvon Mariä von Eberstein tochter Joanna diese zwey Herrschaff-ten, sich gründend, i.) auf ein testament; 2.) aufdieksäksäc,-tslis, und ;.) auf eine donation inrse vivos ihrer Mutter undaroß-mutter, und daß ihr recht nur fo lange in lulpsnio gewe-sen, als noch männliche vorhanden gewesen. Nachdem solchenunmehr abgangen , so sey ihr recht wieder revivisciret, da-hero sie die eine helfte der erbschafft jetzo, die andere aber nachdes verstorbenen vettern schwester tobe sich zueignen wollten, o«/smisi. 8uev. k. III. üb. III. c. 7. I-b. IV. c. 7. üb. VI. c. 8-Ilb. IX. c. iz. not. ?roc. VII. ri. Franckenbergs
Europäischer Herold , I?. I. p. 720. tbestr. prTtens.
üb. VI. leck. XXXI. c. 2.
Boltz, eine uralte adeliche familie in Schlesien, welche dasschloß Michalkowitz in dem Fürstenthum Oppeln an sich gebracht.An. 1,69. war Clericofe von Boltz, Burggraf zu Falckenstcin ,Nicol aber Burggraf zu Hornsberg. Lucä Schlef. chron.
^ Boltzenstein,vder Bolckenftein,das stack-hauS der vorher-stehenden allen adel. familie von Boltz im Furstenthum Schwerd-nitz,in Nieder-Scblesten gelegen, zu welchem ehemals viele dorfergehörten. Es war dieses vor dem eine gute berg-vestung, undretirirten sich im ;c>. jährigen kriege die dasigen land-leuthe mitihren besten fachen vor den streiffcnden parteyen dahinein» wofle auch einige jähre hindurch ihren sichern aufenthalt hatten,als sich aber die Schweden besorgten , daß die Kayserlichensich dieses orts weiter zu ihrem nutzen bedienen möchten, sonahm der General Graf Königsmarek solchen mit gemalt ein,und legte befatzungen darein. Allein die Kayserlichen bloguir-ten diesen ort oft, stellten sich auch felbigen wegzunehmen, wes-wegen der General Torstenfohn an. 164;. alle ivercke einreistenließ, damit er keine befatzung darinnen lassen möchte, auchdie Kayserlichen diese vestung nicht weiter gebrauchen könnten.In diesem stände ist diese eingeäscherte vestung annoch zu se-hen. Die dörfer aber sind an die Jesuiten zu Hirfchberg ver-kauft. Melissantis schau - platz von erbau - und Verwüstungvieler städte, fchlösser rc. rc. II. 120.
* Bcklvitus, (FrancisclM ein LIericus Kegulsris, von Nea-polis, lebte im ansang des XVII. Leculi, und schrieb Virsm Ln-äres: HvsIIini; Vitsm ^sosepbi ärmsnnse; Orscionem in mor-lem.sulii Lsslaris 8csligeri, it. Lonorsti örognonici <Lc. Ergab auch Anton. Caraccioli öilonumeiirs LLcleÜL lVesxolits-nse heraus. F'sx/'tt bibl. Xsp.
Bolzano, siehe Bogen.
* Bomalia, (Johannes äs) ein Brabanter aus dem dorfBomale gebürtig , daher er auch feinen zunahmen erlanget.Er trat zu Lösen in den Dominicaner-orden , lehrte hernachdie Theologie daselbst, und ward darinnen voeior. An. 146;.verwaltete er das amt eines Vilmicoris, und Paulus II. oderSirius IV. machte ihn zum General-lnquiliwr durch die Nte-derland. An. 147z. befand er sich auf dem General-Ordens-Ca,pitul zu Basel als Velin-tor. Er starb zu Löven an. 1487.Seine schriften sind : klsnclkus Leligioms super äekeäkibus üe-ligiokorum cnjusvis orclinis ; 1r. contra Inonackos xroprie-tarios, Paris 1500. in 8. Lommentaria in kroverbis, Lccle-lislien, gpoc-ll^piin, IV. 8ententiarum 1 >bm 8 cle 8scrsmen-to LuchariüiN ciegue Virtutibus Ibcologicis Traötatus.
bibl. Lelg. äe /a HIHI. Lelg. Dom. mlct.
Icript. 0 . ?. tom. I. p. 899-
* Bomarzo, oder Vonmarzo, vor diesem kolimartium,
oder kohmartmin, eine stadt im katrimonio ketri, zwischenViterdo und Orta, führet den titul eines Hertzogthums, undgehöret der edlen familie Lantea. Sie kan nicht allzu alt seyn,weil keiner von den alten scribenten ihrer gedencket. Der er-ste, so ihrer erwehnet, ist Paulus Diaconus vongoliarä. rer.IV. 8. not. orb. ant. II. 9. z. 195. Allhler liegt St.
Anselmus begraben, durch dessen dienst sie sehr soll zugenommenhaben. Sie stehet anjetzo unter dem Bißthum Bagnarea, vordiesem aber hatte sie ihre eigene Blfchoffe. ital. iacr.
Bombaim , eine kleine stadt nebst einer starcken vestungund einem sichern Hafen auf einer insul in Ost-Indien, in demKomgrerche Decan, an dem Golfo von Cambaya gelegen.Die Portugiesen räumten sie an. 1662. den Engelländern eiii?als sie ihre Infantil, mit dem Könige Carolo II. in Grvß-Britanmen vermahlten.
Bomdasio, (Gabriel) ein Poet, war von Reggio, einer stadtiin Modenesifchen , und mit dem Ariosto nahe verwandt.In seiner auffuhrung war er gar zu frey, und konnte nicht wohlschertz vertragen ; weswegen er auch an dem ParmefanifchenHofe nicht emporkommen konnte. Doch hielt der HertzogOcta,vius Farnese, so an. 1986. starb, sehr viel auf ihn, und schickte
ihn nicht allein als Residenten nach Venedig, sondern vertrauet«:ihm auch die aufsieht über seinen enckel Odoardum Farneje ,welcher hernach Cardinal worden. Bombasio war mit ihmzu Rom , und nachdem er viel an stein-schmertzen ausgestan-den , starb er daselbst plötzlich um das jähr 1590. oder 9?. CVhat unterschiedene Italiänische comödien, und einige Lateini-sche lob-reden nachgelassen.
Bombasius, (Paulus) gebürtig von Bononien, war wegenseiner wissenfchafft in der Griechischen und Lateinischen spräche,welche er zu Neapolis und Bologna lehrte, berühmt. Hernachnahm ihn der Cardinal Pucci zu seinem.8ecretsrio an, da ersich denn am Hofe Clementis VII. gar wohl befunde, so daßer nicht ohne Widerwillen diese stadt und ihre lustbarkeiten ver-ließ , als er dieses Cardinals nepoten bey seiner Nunciatur Mdie Schweitz begleitete. Allein, als er an. 1527. bey der einnäh-me und Plünderung Rom seinem Cardinal mit in die Engels-burg folgen wollte , ward er von einigen soldaten umgebracht.Er war ein sehr guter freund Erasmi, welcher von ihm meldet -daß er seiner gefundheit zu schonen, nicht viel geschrieben habe.Lpitl. sä Lrsüu. Iib.II.ep. Kr. cp. 2;. Lra/»E,in Licero-
nimio. r'N/e» ran. äs inkelic. liierst. lid. I. bibl. Lc>-
non. *
* Bombelle, ist ein unbekannter sutbor, welcher eine beson-
dere Manier zu sortificiren angegeben, dessen Ozanam in seinemTrsice äs kortiLcatinn gedencket, und dessen bevestigungs - ma-ttier beschreibet, aber nicht meldet, ob, wenn und wo Bombellediese manier durch eine öffentliche schuft bekannt gemacht habe;auch nicht einmal berichtet, wer dieser Bombelle gewesen sey.Seine manier, wie solche Ozanam I. c. vortrüget, bestehet ineiner geometrischen construction, wozu man kein besondere ta-delt vonnöthen hat. Sie ist universal; jedoch solle sie sich nichtwohl in 4. und 9. eck anbringen lassen, indem die winckel als-denn nach der construction zu spitzig fallen wurden. Ferner sindin dieser manier die grabe» zu breit gemacht, und die lunet-ten von schlechter defensiv!,; auch liegen die sagen deren boll-wercke zu blos. Insgemein giebt man vor, daß des Bombellemanier an Naerden applicirt worden sey ; wiewol andere diefortification an Naerden, nach des Coehorns manier zu bevesti-gen, beurtheilen, arclutsÄ. mit.
* Bombeüi, (Raphael) ein Jtaliäner, hat an. 1979. eineLlgebram in Italiänischer spräche geschrieben , worinnen ernicht mir die kcguls« Laräani zu anflösung der kubischen glei-chungen erkläret, sondern auch des Ludovici kerrLrienk-s erfin-dnng angewi sen hat, wie man die gui-äiLto-quadratlschen glei-chungen durch hülffe der kubischen zu 2. quadratischen redn-ciren kan.
Bomberg, (Daniel) ein berühmter buchdrucker, war vonAntwerpen gebürtig, und ließ sich zu Venedig nieder, woselbster am ersten Hebräische bücher gedruckt, und an. 1911. mitder edition einer Bibel in 4. den ansang gemacht hat. Erhat diese spräche bey einem Jtaliäner, Felix Pratensis genannt,begriffen, welcher ihm auch den anschlug gab, daß er an. 1917.die Liblia Ksbinica in folio druckte. Allein die Juden woll-ten auf diese edition nichts halten, daher R. Jacob Hajiman. 1929. eine andere bey ihm in 4. volumin. in folio dru-cken ließ. Er fieng auch 1920. an, den Talmud zu drucken,welchen er nach etlichen jähren in n. bänden in sol. aus lichtstellte, auch hernach noch zweymal auflegte, da ihn denn alle-mal eine aufläge 100000. ducaten gekostet hat, und sollen diebücher, so er gedruckt, mehr als 4. Millionen gvldes betragenhaben. Spill. äeä. rraök. äs orsc. 8>bxII.
oeigine äs I'imprimerie. voce öombergus p. ;4-
Le imprim. p. I2l. kill. critiq. äu V. T.
Bombini, (Paulus) gebürtig von Cosenza in Calabrien, leb-te unter dem Papst Paulo V. und Urbano VIII. an. 1619. undiSzo. Er war ein Redner, LKilokopI-us und HleoIoxu8, undverstand die sprachen und läterus elegsmiors? wohl. Er be-gab sich unter die Jesuiten, und docirte bey ihnen in dem Rö-mischen Lollsgio; verließ aber hernach diese Societät, undwurde Priester in der Congregation der Somascer. Man hakvon ihm : Hilpanicarum rerum enreeaäem primsm ab L. L.712. sä i)9o. Hispsnism Kusiriscsm ; Hiiiorism äs 8forcis-äum »riginibus; Vitsm 8. Ixnstii äs (.osvls; äs Vitas kunclato-rum orämum religiosoiuni sb L. L. 1900.; Vitsm Oregor. Xl»-L reliquorum kontilicum sä Llemcntem VIII.; Llogium in 8--gism. III. Lolemies Kegem; Oistionem in lunerc kbilipp- H"Ilisxsn. Legib ; Loüni II. Herrurire vucis Lc. (Zei-cüionuMnsturslium centuriss III. Ac. ^in. I. c. 7.
bibl. Icr. 8.1- in spib. (Irbsn. bibl»
71Lcc.
Bombon, eine provintz von Süd-America in Peru,gen den see Chincacocha und den siuß Taura, der auch Rio asMaragnon heist.
Bomilcar, oder wie ihn Diodorus Siculus nennet, Bor-milcas, ein General der Carthaginenser in Afrika neben Han-none. Als Agathocles, um eine diverston zu machen, au»Sicilien dahinüber geschiffet hatte, wurde jener dergestalt mschrecken gesetzt, als er sahe, daß dem Agathocli sein ansch>a»wider seine lands-leuthe gelungen, und diese von ihm geschlage"worden, daß er mit feinen trouppen zu dem Agathocli «ver-gehen wollte, wenn nicht eben eine aufruhr unter deffelve»armee entstanden wäre. Die Carthaginenser hielten dre^»