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Zweyter Theil. Bi - C.
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wie einige berichten, auf angeben des Grafen von Brederodeden nahmen der Geusen oder bettler ordentlich annahmen,ihn selbst aber InÜMmmrsm. amiKe libertAtis, den wieder-bringn der verlohrnen freyheit nennten. Er zog von ban-nen nach Antwerpen, allwo er den Reformirtcn , die zur selbenzeit starck in der stadt waren, sehr willkommen war. Im an-sang des jahrs 1^67. machte der von Brederode im nahmenseiner bnndsaenossen noch eine bitt-schrift an die Regentin, dieer von Antwerpen aus nach Brüssel schickte, weil man ihm un-tersagt Hatte, in person dahin zu kommen. Nachdem aber da-mit nichts ausgerichtet wurde, hingegen die Nachrichten ausSpanien alle tage bedencklicher lauteten, die Regentin auch sichstarck rüstete, warben die bunbsgenossen auch mannschafft, undzwar bekam Brederode ein corpo allein zu commandiren, mitwelchem er sich anfänglich zu Binnen setzte, welcher ort seingehörte, und von ihm bevestiget ward. Er weigerte sich her-nach, ungeachtet die Regentin Valenciennes angenommen,und sonst den Geusen einigen schaden beygebracht hatte, nachLeren beseht dem Könige in Spanien den eyd der treue vonneuen zu leisten, wie gleichwol die meisten Herren thaten,machte denen, welche das land verlassen wollten, tust, daßsie vor den völckern der Regentin sicher abziehen konnten, undzöge sich endlich mit seiner mannschasst nach Amsterdam, vonrannen er sich aber nach einiger zeit, weil ihm die Regentin ein-mal über das andere gebieten ließ, den ort zu verlassen, under wohl sahe, daß seine anschlüge nicht ausgeführt werden könn-ten , weil ihm die Königlichen überall zu starck waren, mit sei-ner gantzen familie, nachdem er vorher das kriegs-volck abge-dankt , erst nach Emdden, und von dar in Westphalen nachSchauenbnrg begab, allwo er, oder, wie Meteranus mel-det, zu Gemmen im Clevischen an. i;68. an einer hitzigenkranckheit starb. Er hinterließ einen natürlichen söhn, nah-mens Ladislaus, welcher an. 147z. nachher eroberung Har-!em von den Spaniern enthauptet worden. Seine wittweAmelia, Gräfin von Neuenar, hat nachgehends den Churfür-sten von Pfaltz Frtdericum III. geheurathet. Man giebt ihmschuld, daß er bey gelegenheit der religions - beschwerungen inden Niederlanden getrachtet habe, sich der Grafschafft Holland,die seinen vorfahren gehört, zu bemächtigen.rn««,, lih. II. , tom. III. xag. 151. 152. 6,0t,»,.

LeMr'voZ/io. *

* Brederode, (Gisbert von) ein söhn Walravii, der beyGorcum umkam, ward anfangs Probst zu Utrecht, und Oscs-nus von Donat zu Brügge, hernach wegen seines vornehmenaeschlechts und seiner eigenen Verdienste an. 14; e. elnmuthig;um Bischoff von Utrecht erwehlet. Weil nun fein VorfahrRudolvh von Diepholt dem Hertzog Philipp» von Burgundversprochen hatte, dessen natürlichen söhn David zum Losä-iuwr anzunehmen, dafern ihm der Hertzog wider das Capital,mit welchem er in grosser zwistigkert lebte, beystimde; der vonBrederode aber, welcher von diesem jetzt - gedachten Bischoff,als Haupt seiner Widersacher in dann gethan worden war, baldnach seiner wähl anfieng die Diepholtische partey zu verfolgen,so erwehlten verschiedene mißvergnügte Lsnonisi m einer zuAmersfort gehaltenen Versammlung den erwehnten David,und stellten dem Hertzoge von Burgund vor, wie grosse ursacher hatte, die anwachsende macht des Hauses Brederode zu un-terdrücken. Darauf brachte es der Hertzog zu Rom so weit,daß Papst Calirtus III. ob er gleich bereits von Gisbertv dasaeld vor seine bulle empfangen, solche dennoch nicht ausfer-tigte, sondern vielmehr den David, den er vorher legitimiret,mm Bischoff bestätigte. Als demnach indessen Gisbertus denauftuhr des volcks zu Utrecht, welches sich wegen verschiedenerauflagen und andrer beschwerden gegen rhn aufgelehnt, mit ge-malt und seines bruders beyhülffe gedampft hatte, überfiel ihnder Hertzog von Burgund mit Heers-macht, und nöthigte ihnauch an. 1456. zu einem nachtheiligen vergleich, den zwarGisbertus durch hülffe der Mrechter über den Haussen zuSoffen suchte, als aber der Hertzog die stadt eingenommen,selbst nebst seinem bruder gefangen ward. Er ward zwarbernach wieder auf freyen fuß gestellt, mnste aber nicht alleindas Bißthum, sondern auch seine übrige öenestci-r, davon erlaut des erstem Vergleichs einen theil hatte behalten sollen, nie-derlegen, und starb endlich an. 1475. zu Breda vor gram.

Fseä«. Lcn'vn-,«,.

annales. "

brederode, (Petrus tiorneims ae) aus dem Haag, w.ein berühmter Nechtsqelehrter um das jähr l;8c>. und 90. <Zwar der vereinigten Niederländer Abgesandter an die Teutsch«Fürsten , und ein vertrauter freund von Dwnyfio Godofrcdund Ioh. Jac. Grynäo, äntistiw und krotessore TäeoloAiD ?Basel. Josephns Scaliger sagt, er sey Nicht aus der vonehmen Brederodischen familie, sondern eines zmnglesseisöhn gewesen ; woran um so weniger zu zweifeln , weil dlser Brederode, ehe er noch in öffentliche ämter kommen, mjungen von Adel als Gouverneur gereiset, und von sich sechstewenige Mittel gehabt, wie aus seinen vielen annoch Vorhandnen briefen an Ioh. Jac. Grynaum leicht abzunehmen. Ehat verschiedene wercke heraus gegeben, als Pdessurum 8erpentisrum,, Hsgularum, Lc viÄwmirn Zucis Livilis, welcheFranciscus Modms vermehret, und unter dem titul Heperw»um drucken lassen ; spseimeu sturis; hos»L communes II

Lartolum; ImÄstum äs LppsII-itlouibus Lc. bibl.

LelZ. x.LpilkolL Li'eäeroärr aä/.

iuLibl. Lssä. Last * ,

* Brederode, (Lancellotns von) dessen vatter Artus geheistfen, war Rath der provintz Holland, ein guter Rechlsgelehrter,dabey auch der Gottsgelehrtheit nicht unerfahren, fürnemlichaber ein grosser eiferer für die freyheit seines vatterlandes. Am1620. wurde er seines amts entsetzet, weil er der Remonstranti-schcn partey beygethan war. b. Kiüoire äs la Ls-

form. tom. II.

Breerrvood, (Edoardns) ein Englischer NachemLticusund LntiguLrins, ist aebohren zu Ehester von Robert, krsewwLlielirienü. Zu Oxford im Lollegio Lnsi dl-rll hat er die fun-damente seiner studien gelegt, ohngefehr um das jähr i>8i.wurde hierauf ö/Iagilker Hrüum an. i^ycr. und an. 1596. der er-ste krokessor ülironomice zu London im Lollsgio of Oreghsm.Er liebte die einsamkeit, und ließ sich durch nichts von seinen an-genehmen mathematischen und philosophischen Meditationen,wie auch von Untersuchung allerhand antiquitäten abwendig ma-chen : und ob er gleich seine herrliche erkänntnis in aller gattungwissenschaffterr durch brief-wechsel und tägliche conversationen ei-nem jeden, der ihn um rath fragte, gerne mittheilte, war dochseine modestie und eingezogenheit so groß, daß er selbst zupnbli-cirung seiner ausgearbeiteten schritten niemals konnte bewogenwerden. Nach seinem tod hat unterschiedliche davon seines brn-ders söhn Robert Breerwood ans tag licht gebracht, als seinwerckiein, äs kouäeribu8 L?rstÜ8 vetsrum nummvrum: wieauch sein berühmtes und in viele sprachen, als Latein, Teutsch,und Französisch übersetztes buch, Lnguiriss wusdmg eds äi-

verlitx obsnnguagLS anäXeligiolis tdrougd tds cdiek psrcs ortlie voriä. Lonä. 1622. Sonst hat man auch von demselben,Llements I^ogicss; Lommenmr. in Ltdis-un LrilIc>teÜ8. Or8Ldbst. Oovernmsnt ok kLrriLickal Llnircd und anders.starb an dem sicher in Gresham LolleäZ, den 7. nvv. an. i6N'und ward folgenden tags in St. Helenä kirche in London be-graben. L« e/Ä,L ücsä. Oxon. *

* Brefar, ist eine von den Sorlingischen insuln , und liegtgegen abend von Cornvuaille, zwischen Bretagne und Jrrland.

Bvegancon, lat. LriMirccmia , eine vestung in der Pro-vence auf einer kleinen felsichten insul eines Golf», den inMHieres gegen norden gelegen.

Bregentz, lat. Lomiwws SriZLutinus, eine Grafschafft inSchwaben am Bodensee, dem Hause Oesterreich gehörig'Nach abgang der alten Grafen von Chnr und Bregentz istan Hunfridum, einen Herrn in Jstrien und Churer-Rhätienkommen. Zu ende des XI. Lculi hat Graf Ulrich in RhatlAund 8ub - Bregentz gelebt. Hierauf ist sie durch seine lochte»Elisabeth an die Grafen von Pfullendorff, von denselben abe»an die Grafen von Montfort gekommen, welche zu den zelte"des Kaysers Rudolphi I. den titul der Grafen von Bregentz Uführet, und auch selbigen behalten, bis diese Grafschafft unterdem Kayser Ferdinands I. an das Haus Oesterreich gefallen'Die Haupt-stadt, so gleichfalls Bregentz heisset, liegt n"dem flusse gleiches nahmens, wo derselbe in den BodeEfällt, und hat ein auf einer höhe liegendes schloß. Sie wirdbestem recht vor des Äntonini LrigsmlL gehalten, und ist vAmals, ehe sie durch die Allemannier verwüstet worden,grösser gewesen. Ihr thalgeländ erstreckt sich vom Bodenv.hinter der stadt hinauf, drey Teutscher weilen lang in »»Prättigowische gebürg, gegen dem Arliberg und Closterth""'und wird das Bregentzerthal, oder Bregentzerwald gench" ,darinnen man viel bau-holtz fället, auch viel höltzern gelE,als kübel, gelten rc. machet, und sowol in SchwabenlE'als Bündten und Thurgöw verführet. Auf dem platz,die alte stadt Bregentz gestanden hat, findet man nochten alte Römische müntzen. An. 6;i. hat St. Gallusdas Evangelium geprediget. An. 948. hat Hertzog Herwn>von Schwaben mit hulsse des Kaysers Ottonis der BregsH»'schloß eingenommen. An. ,079. hat der Abt zu St.

Ulricus III. diese stadt erobert und verbrannt, ingleichen ha»an. i;8i. von dem fener viel erlitte». In dem dreyßig>ah"s ^kriege ist sie zusamt der dabey liegenden starcken BreA»y^Clauß, wodurch der wichtige paß gegen der Schweiß, jten und Italien <iebel. «in» kem M-neral vl

paß besetzt hielten,gen, und eine beute, welche über 40. tonnen goldsward, erobert worden; wurde jedoch bald nach ansang des'genden jahrs wieder verlassen. Gtumpfens Schweitzer-ev»Xstretia. eopo§r. 8uevice. * .

Bregentzer-Clauß, ein vester wohl verwahrter paßBregcntz am Bodensee, durch welchen die land - strafle' ^Allgow nach Lindau hinab, und wiederum auf der anderngegen Italien, Bündten und der Schweiß gehet. Was 1 ^da im dreißigjährigen kriege begeben, siehe in vorhergehe"»'artickul. *

Bregentzersee, siehe Bodensee. ^

Brecma, lat. vrsnn» v»Ms, ein thal oder kleine lamM' ^in den 4. Italiänischen ämtern der Schweiß, zwischen den alen des Rheins und der stadt Bellinzona gelegen.