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fen, welche aus der ersten Mayntzischen buchdrnckerey diesekunst in andere Europäische länder ausgebreitet, und durchgän-gig Guttenbergern für den ersten erfinder ausgegeben. Alleinin dem XVI.' stxculo unterstunden sich einige^ biß herrlichewerck dem Fausten zuzuschreiben, ja gar Guttenbergern zu Fün-ftens diener zu machen. Inzwischen ist doch auch nicht des Har-lemischen bürgers Laurentii Johannis, mit dem zunahmen Kü-ster, zu vergessen, dessen vorher» in holtz-formen verfertigte Do-nate und andere wercke dem Guttenberger zu seiner ersindungmögen anleitung gegeben haben, und der dannenhero von denHolländern insgemein vor den Urheber angegeben wird. Imübrigen ist zu mercken, daß als anfangs Guttenberger, Faustund Schefer in einem Hause beysammen gewesen, selbige sichuachgehends, weil sie sich wegen des gewinns nicht vertragenkönnen, zertrennet, und Johann Faust nebst Petro Scheferneine eigene officin gehabt. Eben dieser Johann Faust giengmit seinen gedruckten Lateinischen Bibeln nach Paris, und davorher» ein geschriebenes exemplar vor 4. bis 500. gülden zu ste-chen kam, verkaufte er eines vor 60. gülden, und nachmals vornoch geringern preis, bis es endlich auf zo. gülden kam; daer denn mit denen, so ihre Bibeln vor 60. gülden gekauft, ingrosse weitläuftigkeit gericth, daß er darüber entfliehen muste;und so lauten die gemeine erzehlungen von dem Ursprung unddenen Urhebern der Buchdruckerey. Es ist aber nicht wenigesdaran auszusetzen, und werden zu deren genügsamer erlaute-rung noch mehrere wichtige umstände erfordert, i.) Daß Jo-hann Guttenberg und Johann Faust beyde dürger zu Mayntzgewesen , und diese kunst erst nachwärts von Peter Schefervon Gernsheim, der sich hernach zu diesen beyden gesellet, zurVollkommenheit gebracht worden, solches laßt sich am gründ-lichsten erweisen aus dem beschluß der Institurionmn ^sustiniani«-um glossib , welche bey diesem Peter Schefer an. 1468. zuMayntz gedruckt sind, allwo nemlich die gantze Historie dieser«rfindung in einigen ob zwar sehr schlechten und fast barbari-schen Lateinischen Versen von selbigem verfasset, ausdrücklichmeidet, daß zwey zu Mayntz gebohrne männer Johannes ge-nannt, zwar die erste buchdrucker und erfinder der Buchdru-ckerey gewesen, gleichwol aber Peter, welcher der letzte inLiese gesellfchafft gekommen, solche kunst der erste zum standgebracht. Die verfe lauten also:tzuos Mnuit ambos urbs Noguntina sofannes,
läbrorum inlignes xrowLstaragmaricoa;
Lnm guibus optawm ketrus vsnir sä kvlyanärmn,
Lurch xolkerior introennäo xrior,
(chipps quibus nrRstat Iculpenäi loge laZitus (-. L.realer«.)
L chlo äants lumen «L ingsnium.
2.) Ist da noch anzumercken, welches diejenige wercke seyen,von denen man gewiß versichert seyn kan, daß sie zuerst im druckheraus kommen ; und dieses sind nach ordnung der zeit die fol-gende. O) Der Psalter latein, zu Mayntz gedruckt an. 1457.Lurch Johann Faust und Peter Schefer von Gernsheim. Vondiesem ist noch ein exemplar aufderKayserl. bibliotheck zu Wienbefindlich. blick. Vinäob. lib. V. p. 989- (s) Ou-
ranäi Xationale äivinorum oüiciorum durch obige an. 1459.
Lstbolicoli sünuenckz bey den nemlichen an. 1460. (ä)Die Bibel in Lateinisch an. 1462. (e) Ossicia Lchsronis an.146z. (/) Obgedachte Instiwrionea suliiniansX 1468. undzwar so sind die 4. erstere bey Faust und Schefer gedruckt, dochso, daß Schefer sonderlich in denen Osticiü Licsronia als Fau»ftens diener vorkommt; das letzte hingegen, svwol als noch vie-le andere, die hernach gedruckt worden, sind von Schefern al-lein verfertiget, als der dennoch sein und Faustens wapen amende des buchs jeweilen zusammen gesetzet. Ist zu beobach-ten , wie sich da aus jetztermeldtem ergiebet, daß, ob zwar Gut-tenbergs nähme keinem der angezogenen büchern beygesetzet, erauch allem ansehen nach keinen druck zu ende bringen gesehen,der da von der vollkommenen art gewesen, nemlich mit buch-ftaben, die nicht lediglich aus einem stück in holtz oder zinn ge-schnitzt , sondern abgesondert und von der Hand des setzers zu-sammen gefügt, verfertiget, gleichwol selbiger annoch zu derzeit gelebet, da man anfänglich aus diese manier zu drucken ge,fallen, als worinnen das eigentliche wesen dieser kunst, so wiesie anietzo geübet wird, hauptsächlich bestehet, und wodurchselbige von der art Laurentii von Hartem und anderer, auchgar der Chinesern und Tartarn, ja selbst von der so alten undgemeinen art müntzen zu prägen, unterschieden ist. Daß aberGuttenberg auch zu dieser letzt erfundenen und vollkommenenweise etwas beygetragen, oder doch wenigstens noch in der ge-fellschafft gestanden, als man selbige rns werck zu setzen ange-fangen, ergiebet sich ferner daraus , daß widrigen falls ermeld-ter Schefer ihm in angezogenen Versen an der ehre, deren erLißfalls für sich sechsten so begierig gewesen, gewißlich keinen«»theil wurde gegeben haben'. 4.) Ist allhier anzumercken,daß es lächerlich heraus kommt, wann M-sson m seiner reise-lbeschretbung diesen Johann Faust mit v. Fausten, von dessenvorgegebenen zanbereyen so viele albere fratzen herum getragenwerden, m grostem ernst confundiret. ;.) Erhellet nunmehr»aus obigem, daß Peter Schefer, oder Opilio, und Peter Gerns-heim nur zwey unterschiedliche benennungen der nemlichen per-son seyen , welche sich nach gewvhnheit selbiger zeiten bald«ach ihrem geburts-ort, bald mit dem angenommenen zunah-Wk gcsictinct / Mich vstkrö die hcyde nahmen zugleich gefühvet,
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daß hiemit die meynung derjenigen irrig sey, welche diesezwey nahmen zweyen unterschiedlichen Personen zulegen wol-len. 6 .) Und so hat es auch einige Wahrscheinlichkeit, daß eseine gleiche bewandnis habe mit denen nahmen Guttenbergund Mentelin, sowol als Faust und Gänsfleisch, als wodurchfast alle zwischen Mayntz und Straßburg hierüber entstandenestreitigkeiten gehoben werden könnten; jedoch erfordert diesesnoch eine genauere Untersuchung, welche dieses orts nicht ist.7.) Solisten hat seit etwas zeit der bekannte Jesuit k. Har-douin, wie vorher die alte manuscripten, also auch die erste ge-druckte bücher sonderlich das Xarionale Ouranäi, der zeit hal-ber , da selbige heraus kommen, anfechten, und behauptenwollen, daß solches später geschehen als aber am ende derselbengemeldet wird , und zwar ist diese seine meynung vornemlichdarauf gegründet; daß Schefer in dem Rational! Ouranäi an.1459. LIericus OicLLsfeos iVlogunrinX, in denen OtstcÜ8 Lios-ronis hingegen an. 146;. das ist, 6 . jähr hernach puer kaust-,ein jung oder diener Fausti genennet wird. Aber nichts istleichter zu vergleichen als dieses. Durch Llsrisum verstündeman damals einen jeden der die studien, oder doch einen sol-chen beruf triebe, welcher damit würcklich gemeinschafft hatte,als daher sich auch die Xotarii LIericos und LIericv8 Lonjugato!genennet. Nun wäre ja Schefer bekannter Massen ein mann,der mit dergleichen dingen umgegangen, auch über das in de»studien selbs wo nicht vieles doch etwas gethan hatte; wie konn-te aber solches hindern, daß er nicht anfänglich für eine Zeit-lang in Faustens dienste hätte treten mögen? 8.) Endlich sol-le man bey anlas dieses gegenwärtig zu Basel heraus kommen-den Historischen kexisi nicht unterlassen, einen unverdientenrühm, den verschiedene Gelehrte in Teutschland seit einigenjähren dieser stadt zulegen wollen, abzulehnen, und der Wahr-heit dißfaüs das schuldige zeugnis zu geben. Es hat sich nem-lich erfunden, daß ehmals zu Basel bey Michael Furter einbuch unter diesem titul gedruckt worden : Reformawrium vicsrnorumgue L honestaria Llerisorum laluberrilnum, allwo-aMende unter andern diese Worte stehen: kxplicit festester stekor-rnatorium Le. in lckrbs Lalilsa per Mestaelem furter impret-lörem lslubrster oonfuminatuin anno incarnationia äominic-eMLLLLXl.IV. iu liatbeära ketri. Wann MNN sich also amdiese auSdruckung sicher steuren könnte, so müste freylich iiEwendig folgen, daß schon r z. jähr vorher, ehe Faustens Pst""1er heraus kommen, die Buchdruckerey zu Basel geführet wor-den , wurde demnach diese neue entdeckung dillich für etwaswichtiges zu achten seyn. Allein es ist nur gewiß, daß diesesalles lediglich auf einem druckfehler, der sich da in die jahrzEeingeschlichen, beruhe. Es kan dieses mit vielen gründen be-wiesen werden, aus denen man allhier die folgende anzuführengenugsam erachtet, als welche so beschaffen, daß sie dißst"^auch ausser Basel die Wahrheit sattsam bescheinen und an de»tag legen können. 1.) Finden sich gar viele bücher, die vchMichael Furter, aber allesamt von an. 1470. bis i;io.noch weiter hinaus gedruckt sind; wie ist nun zu glauben, dasdieser mann so lang wurde stille gesessen, und die vortreffiche Alegenheit mit dieser neuen und sonst noch nirgend in Übung Abrachten kunst grossen gewinn zu machen, verabsäumet Habs' '2.) Müste ja Furter gar zu lange gelebt haben, wann er BLan. 1444- wäre im stand gewesen bücher zu drucken, und o«an. i z io. ja noch später hinaus darinnen geblieben. ?.)/ss'net er sich in obangeführtem beschluß imprestorsni, nun ist aozur genüge bekannt, daß dieser nähme denen knnst-verwanv»nicht so gleich bey ersindung der kunst sey gegeben wEWahr ist, daß die kunst selbst alsobald stra imprimenäi je» L ^raüerixsnäi genennet worden, wie man dann auch eines I ^chen nahmens nicht entbehren konnte. Es ist aber auchgewiß, daß die kunst-erfahrne selbst ihren eigenen nahmen m^so bald bekommen haben, und wird sich das Wort imxrestmdem verstände, wie es da Furter gebraucht, vor an. I47°-'nig finden lassen. 4.) Wird auch ein jeder druck-verstälidrgsV^bald bey anficht des buchs aus verschiedenen kennzeichen dem ^ersehen, daß dessen druck von spätern zeiten, als das 0?"Ie vurrmäi; das LatlmIiLon, die Bioel von an. 1462. dieÜLM LiLLioms und andere herzuholen sey, als welchesden buchstaben und zeichen selbst, sowol als deren zusam' ^setzung, und vielen andern umständen ergiebet.
ann-il. Hirstivgienf. scl an. 14; 0. <L in cbron. 8xanbeim.
annal. aä an. 1440. exit. rer. OerM-
L in catal. fpifc. Lrgent. in carmine cle ^
xrapbise invsnt. cke rebus Nog. M
clifcurfu. N Zcn'vei'/r«, clescr. ssatav. ^
pogr. invsnt. , in flarlemo.
ris invent. von ersindung der buchdrnckerey.
danck - predigten wegen ersindung der bttchdruccel.
«rat. äs tvpogr. Vxise/rr«, cis rs litterar. 8Mgnaleök. Üaaise antignit. äs vsra^ V..
orig. äs typogr. in vit. Luttenk. L
äs ortu l^pogr. histoire äs ss I''
ris. Lcaäemie äes scisness L äs 8 art 8 wm. »- ^S-
r'eALe/E, von ersindung der buchdrucker-kunst.Hannor-.^^
Aect^'Ä
ZUg. aä an. 1700. mens. äpril. in intr
tit. rei literar. Ls. * . ^ .
Bucheck, Buchegg, ist ein thurn in der gememe A ^ ve-im Buchegberg gelegen. Er war vor zeiten em namy«,stes schloß und wohn-sitz der alten Grafen von Bucheg^^E